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Roy Black – der Alkohol, die Fischerhütte und das Herz

Als 1991 im Oktober die Nachricht vom Tod Roy Blacks in die Ohren, Augen und Herzen der Menschen drang, war die Schlagerwelt um einen Liebling ärmer. Geboren als Gerhard Höllerich entdeckte der Mann mit den schwarzen Haaren die Liebe zur Musik früh. Schlager singen aber, das wollte er nicht. Tanzmusik, in Clubs auftreten, das war ein Riesenspaß.

Es sollte anders kommen als er im damaligen Affenclub entdeckt wurde, während er mit seiner Band als Roy Black and his Canons den Laden rockte. Vom Rock’n’Roll zum Schlagerstar und zurück. Zumindest wurde das sein ewig unerfüllter Traum.

Denn mit seiner Entdeckung wurde die Schnulze und die verzweifelt klingenden Kickser aus seinem Hals zum Markenzeichen und er selbst zum Idol für viele. Die weiblichen Fans waren verzückt. Der Mann hinter der hübschen Maske aber, wurde immer trauriger.

Er muss gedacht haben, ’was soll’s’, nimm was du kriegen kannst, und bleibe für dich ganz einfach du selbst. Doch er verlor sein Selbst schneller als er ahnen konnte. Tief in seinem Herzen war Roy Black einsam. Und er war krank. Doch erst 1986 bemerkte man seinen angeborenen Herzfehler und gleich zwei neue Herzklappen sollten den schwachen Mann stärken.

Seine Seele blieb immer schwach und so griff er zur Flasche. Hoffte, wo auch immer möglich, durch benebelte Sinne sich selbst nicht ganz zu verlieren, oder hinter diesen Nebelschwaden Gerhard zu finden. Sein eigenes Ich. Dass das der falsche Weg war, konnte ihm niemand begreifbar machen. Unkontrolliert absolvierte er Auftritte, musste teilweise von der Bühne geführt werden.

Die Medien rissen sich um Bilder des abgestürzten Roy Black.

Als seine Entdecker, das Produzentenpaar Bertram, sich trennten, verdunkelte sich Blacks Karriere. Schlechte Berater und immer mehr Arbeit. Sein Selbstvertrauen wurde immer schwächer. Er zog sich in seine Fischerhütte zurück, wo er gern, so viel wie möglich und so lange es ging, allein mit sich war. Hier bekam niemand etwas mit von diesen schwarzen Flecken, die seine verletzte und einsame Seele beeinflussten. Er trank und war mit sich.

Die Damenwelt wäre erschüttert gewesen hätte er nicht mehr „Ganz in Weiß“ gesungen. Er aber wollte dieses Lied schon lange nicht mehr singen. Sein Traum endlich wieder Rock’n’Roll zu spielen, zerbrach.

Alles schien so unerträglich für Roy Black, und manchmal hörte man die Verzweiflung zwischen seinen Worten, wenn er Interviews gab! Am 9. Oktober 1991 gab ihm seine geliebte Fischerhütte am See ein letztes Mal Ruhe und Zuflucht! „Du bist nicht allein“ hatte er so oft gesungen. Roy Black starb allein.

Als Todesursache wurde Herzversagen diagnostiziert. Das konnte jeder akzeptieren, wenn der Verlust auch schmerzte. Jedes Jahr an seinem Todestag pilgern die Fans zu seinem Grab, sie werden ihn nie vergessen. Jetzt nach 20 Jahren heißt es plötzlich, der schöne Sänger sei an übermäßigem Alkoholkonsum gestorben. Lt. neuesten Presseberichten hatte Roy Black zum Todeszeitpunkt 4 Promille Alkohol im Urin, sowie
3 Promille im Blut. Die hohen Werte lassen auf eine Alkoholkrankheit schließen sagen Fachärzte. Bisher wurde diese Meldung nicht dementiert. Black war alkoholabhängig, vielleicht stärker als vermutet.

Doch erst wenn seine Fans ihm die Liebe entziehen würden „dann ist das letzte Lied vorbei“ R.I.P. Roy Black

Text: Jeanie Scholze

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