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Ihre Gesundheit

Pflegefall – und nun? (Teil2)

Im vorangegangenen Artikel (Pflegefall – und nun?) haben wir von der Leiterin des sozialen Dienstes im St. Hedwig Krankenhaus, Berlin Mitte, Frau Sybille Kraus erfahren, welche Bedeutung das ganzheitliche Versorgungsspektrum für den Patienten und deren Angehörige hat.

Bei einigen Patienten führt die sachgerechte Anschlussversorgung zu einer dauerhaften Pflege. In diesem Fall treten für die Betroffenen und deren Angehörige eine Vielzahl von Fragen auf, wie z. B.:

Welche Pflegeform kommt für uns in Frage?

Ist es die Pflege zuhause, oder wird eine Pflegeeinrichtung unseren Bedürfnissen besser gerecht?

Welche Pflegeeinrichtung entspricht unseren Vorstellungen? Worauf müssen wir achten?

Alexander Keller

Alexander Keller

IGTV hat sich mit Alexander Keller (Chefredakteur www.wohnen-im-alter.de) unterhalten, um diese Fragen zu klären. Folgend das Interview:

Welche Kriterien sind bei der Suche der richtigen Pflege-Einrichtung von Bedeutung?

Die Suche nach einer Pflege-Einrichtung kann sehr schwierig sein. Oft tritt ein Pflegefall plötzlich auf. Dann muss schnell eine passende Lösung gefunden werden. Die Pflegebedürftigkeit kann aber auch schleichend kommen. Dann ist es oft schwer, den Betroffenen von einem Umzug zu überzeugen. Wenn ein dringender Pflegefall eintritt, sind vor allem die Kriterien Lage, Pflege-Angebot und Qualität der Einrichtung in kürzester Zeit zu klären. Bei der Lage sind folgende Fragen wichtig: Wo liegt das Pflege-Einrichtung? Sind regelmäßige Besuche möglich? Wie gut ist die Infrastruktur?

Je nach Pflegebedürftigkeit sollten Angehörige bei der Wahl der Einrichtung auf spezielle Angebote achten. Gerade bei Demenz oder Alzheimer sollten entsprechende Einrichtungen ausgewählt werden. Auch für Schwerstpflegefälle oder Dialyse-Patienten gibt es Einrichtungen, die diese Pflege übernehmen können. Ja selbst für Süchtige gibt es in Großstädten spezialisierte Pflegeeinrichtungen.

Bei der Qualität der Einrichtung sollten Angehörige vor allem auf den persönlichen Eindruck achten und mit möglichst vielen Bewohnern, Angehörigen und Fachkräften sprechen. Zwar gibt es seit einigen Jahren Pflegenoten, doch diese spiegeln weniger die Qualität der Einrichtung wieder. Vielmehr erfasst die Pflegenote des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse, wie gut ein Heim Pflege dokumentiert. Eine gute persönliche Betreuung fließt kaum in die Pflegenote ein. Auch nicht, ob Angehörige und Bewohner mit der Einrichtung zufrieden sind. Diese Informationen können Angehörige nur durch persönliche Gespräche herausfinden und durch den ersten Eindruck bei Besuch der Einrichtung.

...wohlfühlen ist wichtig...

...wohlfühlen ist wichtig...

Welche Voraussetzungen gibt es zu beachten?

Grundsätzlich kann jeder der möchte sich eine passende Einrichtung aussuchen und dort einziehen. In der Regel nehmen aber Pflegeheime, nur Personen mit einer Pflegestufe auf. Zusätzlich stellt der Medizinische Dienst der Krankenkassen eine Notwendigkeit für eine stationäre Pflege fest. Auch bei nicht vorliegender Pflegestufe kann eine Notwendigkeit  für eine stationäre Unterbringung festgestellt werden, z.B. bei Demenz. Bei vorliegender Pflegestufe übernimmt aber die Pflegekasse einen Teil der Pflegeheim-Kosten. Bei anderen Einrichtungen, wie Betreutes Wohnen oder Wohngemeinschaften, ist in der Regel keine Pflegestufe notwendig, um aufgenommen zu werden. Jedoch ist auch bei diesen Einrichtung eine Finanzierung leichter, wenn die Pflegekasse einen Teil der Kosten übernimmt. Die Grenzen der unterschiedlichen Wohnformen verschwinden zunehmend. So gibt es viele Pflegeheime mit angebundenen Betreuten Wohnen und integrierten Wohngruppen.

Welche Befindlichkeiten der Pflegebedürftigen sind bei der Suche besonders zu beachten?

Die Pflegebedürftigen sollten so gut wie möglich in den Prozess der Heimsuche integriert werden. Ideal ist natürlich Probewohnen, aber auch eine Übergangslösung wie ein Betreutes Wohnen angeschlossen an ein Pflegeheim kann eine gute Lösung sein. Auf die Bedürfnisse des Betroffenen sollte auf jeden Fall Rücksicht genommen werden. Dies erleichtert den Umzug.

Bei zunehmender Pflegebedürftigkeit fällt es den Betroffenen schwer sich die eigene Hilfslosigkeit einzugestehen oder das eigene Zuhause aufzugeben. Die erste Reaktion bei einem drohenden Umzug ist natürlich Abweisung und Wut. Besonders den Kindern von Pflegebedürftigem fällt es schwer damit umzugehen. Oft brechen auch alte emotionale Wunden und verborgene Konflikte auf. Kommt es zu einem Punkt, wo ein Betreuung oder Pflege Zuhause nicht mehr möglich ist, sollten alle nähere Angehörige möglichst früh offen über die Situation und ihre Gefühle sprechen. Bei Konflikten gibt es spezielle Familienberatungsstellen, die bei diesem Prozess vermitteln können.

www.wohnen-im-alter.de

www.wohnen-im-alter.de

Welche Aufgaben hat ein Beratungsportal wie Wohnen-im-Alter?

Unser Ziel ist es Senioren oder Pflegebedürftige mit der für sie passenden Einrichtung, Wohnangebot oder Serviceleistung zusammenzubringen. Dabei sehen wir uns als unabhängiger Vermittler. Bei uns werden alle Wohnformen, sei es die stationäre Pflege, alternative Wohnformen oder das Wohnen Zuhause gleichwertig dargestellt. Interessenten haben auf Wohnen-im-Alter.de die Möglichkeit, das passende Angebot zum jeweiligen Lebensabschnitt zu finden. Sei es ein Treppenlift, Unterstützung durch einen Pflegedienst oder ein Betreutes Wohnen. Wir sehen uns aber nicht als Pflegeberater! Eine seriöse Pflegeberatung kann nur vor Ort durch eine Betrachtung des jeweiligen Falls erfolgen. Wir distanzieren uns von Online-Angeboten, die eine Pflegeberatung anbieten, aber nur im Nachhinein vom Pflegeanbieter abkassieren wollen. Unser Online-Ratgeber dient als erste Informationsquelle im Pflegefall, zu Wohnformen im Alter und zum Zuhause Wohnen. Für eine umfassende Pflegeberatung verweisen wir im Ratgeber auf die örtlichen Pflegestützpunkte.

Mehr Informationen unter: http://www.wohnen-im-alter.de/seniorenratgeber.html

Interview:  JK   Fotos:  WIA

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