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Ihre Gesundheit

Wie alt werden wir – wo steht die Altersforschung?

Im Jahr des demografischen Wandels werden wir Menschen durch diverse interessante Veranstaltung wie z. B. die Ausstellungen „der demografische Wandel“, oder „Ideen 2020 – ein Rundgang durch die Welt von morgen“ angeregt sich mit Zukunftsvisionen der Forschung auseinanderzusetzen.

Die Frage, die sich stellt wie weit ist die Forschung, haben Sie bereits den Schlüssel für das ewige Leben in der Hand Herr Prof. Dr. Karl Lenhard Rudolph (Scientific Director Leibniz Institute for Age Research)?

Einen Schlüssel für das ewige Leben wird die Alternsforschung nicht liefern können. Was realistisch machbar ist, ist die Verbesserung der Gesundheit im Alter. Hierdurch kann die Alternsforschung helfen den demographischen Wandel positiv zu gestalten. Wenn alte Menschen länger fit bleiben, ein selbstbestimmtes Leben führen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben, dann kann die Gesellschaft im demographischen Wandel gewinnen und von der Erfahrung und dem Knowhow der alten Menschen profitieren. Gleichzeitig wird die Belastung für die Sozial- und Gesundheitssysteme aber auch die Familien dadurch verringert.

In welche Richtung zielen Ihre Forschungen?

Die beiden Hauptprobleme der Alterung sind einerseits das Nachlassen der Funktion von fast allen Organen und Geweben. Hierdurch kommt es zu einem fortschreitenden Verlust der Lebensqualität, zur zunehmenden Isolierung alter Menschen und zum Verlust der Fähigkeit ein eigenständiges Leben zu führen. Das zweite Hauptproblem im Alter ist das steigende Krebsrisiko. Alterung ist der größte Risikofaktor für Krebsentstehung. Beide Probleme der Alterung scheinen grundlegend durch altersabhängige Veränderungen in adulten Stammzellen beeinflusst zu werden. Die sogenannten adulten Stammzellen sind in nahezu allen Geweben unseres Körpers nachweisbar und tragen grundlegend zum Erhalt der Gewebe und Organe bei. Im Alter kommt es zu einem Funktionsverlust der Stammzellen und dadurch zu einem Nachlassen des Gewebeerhalts. Gleichzeitig gibt es zunehmend Hinweise, dass alternde Stammzellen Mutationen anhäufen und dies zur Krebsentstehung im Alter führt.

Prof. Dr. Karl Lenhard Rudolph

Prof. Dr. Karl Lenhard Rudolph

Das Hauptziel unserer Forschung ist die Entschlüsselung molekularer Mechanismen, die zu einem Verlust der Funktion und zur Anhäufung von Mutationen in alternden Stammzellen und Organen führen. Hierauf aufbauend wollen wir Therapien entwickeln, die auf eine Verbesserung des Organerhalts und eine Verminderung des Krebsrisikos im Alter zielen.

Welche Erfolge, bzw. Ergebnisse haben sie bereits gewonnen und welche Ziele haben Sie noch?

Wir haben bereits Mechanismen identifizieren können, die zu einem Verlust der Stammzellfunktion im Alter beitragen. Hierauf basierend haben wir begonnen chemische Wirkstoffe zu entwickeln, die diese altersabhängigen Defekte korrigieren. In naher Zukunft, wollen wir erreichen, dass solche Ansätze in klinischen Studien zur Verbesserung der Gesundheit alter Menschen erprobt werden.

Wo sehen Sie Gefahren im Rahmen Ihrer Forschungen?

Ich sehe keine Gefahren in dieser Forschung.

Letzte Frage:

Wie alt werden die z. Zt. Geborenen werden?

Seit ca. 250 Jahren steigen die Rekorde der mittleren Lebenserwartung in verschiedenen Ländern der Erde kontinuierlich an. Dieser Trend scheint ungebrochen und man hat berechnet, dass die mittlere Lebenserwartung um ca. 2 Jahre pro 10 Jahre ansteigt. Sollte diese Entwicklung wie gehabt weitergehen, würden heute Geborene ca. 16 Jahre älter, da die derzeitige Lebenserwartung bei 80-85 Jahren liegt und im Laufe dieser Lebenszeit die Lebenserwartung nochmal um 8 x 2 Jahre also 16 Jahren steigt. Nach dieser Berechnung hätten heute Geborene eine mittlere Lebenserwartung von 96 – 101 Jahren.

weitere Informationen finden Sie unter www.fli-leibniz.de

Interview:  JK    Fotos:  Fritz Lipmann Institute e. V. (Anne Günther/FSU)

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