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Ihre Gesundheit

Der DEMOGRAFISCHE KONGRESS 2013

Berlin, 05.09.2013

Am 04. und 05. September fand im Berliner Hotel InterContinental der diesjährige DEMOGRAFIE KONGRESS statt. Es sollte ein Come Together der Sozialwirtschaft, der Wohnungswirtschaft sowie einiger Entscheidungsträger aus den Bereichen Politik, Kliniken und Krankenkassen werden.

der DEMOGRAFISCHE KONGRESS 2013

der DEMOGRAFISCHE KONGRESS 2013

Das Programm indes lief durch Themen wie z. B. „Lösungen für den Fachkräftemangel“, oder „Betriebliche Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement“ an den Erwartungen, die durch den Titel hervorgerufen wurden, größtenteils vorbei.

IGTV hat die Vortragsveranstaltung mit dem Thema „Wohngemeinschaften und Seniorengenossenschaften – neue Wohnformen“ besucht und schildert Ihnen die gewonnenen Eindrücke:

Startredner Dr. Konrad Hummel beeindruckte durch klare provokante Aussagen, in dem er das Auditorium aufforderte, die Thematik Seniorenwohngemeinschaften im Sinne einer Genossenschaft kritisch zu hinterfragen.

Dr. Konrad Hummel

Dr. Konrad Hummel

Die Basis sei die gewünschte Selbstbestimmung der Beteiligten, so Hummel. „…Das genossenschaftliche Prinzip klingt in der Theorie sehr ehrenwert, findet jedoch in der Praxis seit Jahren kaum reale Umsetzung…“. Er sieht z. B. ein Problem in dem eigentlichen „Produkt“ – Soziale Leistungen wie Zeit, Fürsorge und Hilfe sind schwerer zu bewerten als etwa Getreide. Hummel sieht die Lösung im lokalen, kommunalen Umfeld, da hier der soziale Gedanke der Genossenschaft die beste Umsetzung findet. Weitere Aspekte, die zum Gelingen eines solchen Projektes beitragen sind die „soziale Zeit der Aufmerksamkeit“ und „mobiles kommunales Engagement“. Er plädiert für kooperative Strukturen.

Dr. Martin Schölkopf, Unterabteilungsleiter für Grundsatzfragen der Gesundheitspolitik/Pflegeversicherung im Bundesministerium für Gesundheit, erläuterte die neuen Ansätze des PNG (Pflege Neuausrichtungsgesetz). Klare Zielrichtung sei hierbei die „Stärkung der Pflegebedürftigen“ und die „Stärkung der Demenzerkrankten“ sowie die „Stärkung neuer Wohn- und Betreuungsformen“.

Dr. Martin Schölkopf (BMG)

Dr. Martin Schölkopf (BMG)

Ein konkretes Beispiel ist der pauschale Wohngruppenzuschlag für eine Patienten mit Pflegestufe 1 in einer Seniorenwohngemeinschaft in Höhe von € 200,00 monatlich.

Als weitere Maßnahme nannte er die Anschubfinanzierung für eine altersgerechte Umgestaltung bis zu € 2.500,00 je Pflegebedürftigen, jedoch mit der Einschränkung, dass der Gesamtbetrag aller Wohngemeinschaftsbewohner nicht € 10.000,00 übersteigen darf. Diese bahnbrechenden und großzügigen Angebote des BMG wurden vom Anschlussredner Thomas Meißner, Vorstand Anbieterverband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e. V. (AVG) als nur bedingt realitätsnah bezeichnet.

Der letzte Referent Josef Martin, Vorsitzender der Seniorengenossenschaft Riedlingen e.V. war dann jemand, der nach all der Theorie von einer real funktionierenden Seniorenwohngenossenschaft berichten konnte. Er referierte über die mehr als 20-jährigen Erfahrungen aus den Bereichen Wohnen, Fürsorge und Pflege und vermittelte ein positives und aufgeschlossenes Bild auf diese Form des Zusammenlebens. Die Maxime dieser Genossenschaft seien:

–       unabhängig und selbstbestimmt

–       finanziell eigenständig

–       jüngere Generationen entlastend

„…Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet nicht die soziale Verantwortung. Unsere Zukunft liegt in einer aktiven Bürgerschaft…“. Diesen letzten Sätzen von Herrn Martin hat die IGTV Redaktion nichts hinzuzufügen!

Text: JK   Fotos: WISO GmbH

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