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Der demografische Wandel – unsere Chance?!

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung widmet das Wirtschaftsjahr 2013 dem demografischen Wandel in Deutschland. Auftaktveranstaltung ist die Ausstellung mit dem Titel „Zukunft leben: Die demografische Chance“. Mit dieser Wanderausstellung, die bis zum 07. April 2013 im Berliner Naturkundemuseum zu sehen ist, möchte die Leibniz-Gemeinschaft die breite Öffentlichkeit dazu anregen, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen.

Die demografische Pyramide zum Erleben...

Die demografische Pyramide zum Erleben

Der demografische Wandel stellt eine enorme Herausforderung für die Wissenschaft, wie auch Klimawandel oder die Globalisierung dar. Hier ist auch der Ursprung des Ausstellungsansatzes zu finden.

Basierend auf aktuellen Daten und den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft über die demografische Entwicklung in Deutschland finden sich neun Themenbereiche in der Ausstellung, einige seien hier kurz umrissen:

Zählen und Prognostizieren: Die begehbare Skulptur entsteht durch die Umrissformen der deutschen Bevölkerungspyramiden für die Jahrgänge von 1950 bis 2010. Am Relief ihrer Jahrgangsscheiben bilden sich historische Ereignisse wie die zwei Weltkriege, das Wirtschaftswunder, aber auch grundlegende Änderungen unseres Lebensstils durch Erfindungen wie die Antibabypille ab.

Leben: Wie unser Leben verläuft, hängt auch vom Geburtsjahr ab. Jede Generation macht ihre eigenen historischen  Erfahrungen – und wer heute geboren wird, hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 80 Jahren. Vor 130 Jahren wäre es nur die Hälfte gewesen. Dies verändert Lebensverläufe.

Kinder haben: Die Mehrzahl der Menschen werden Eltern. Das gilt auch für Deutschland mit seiner vergleichsweise geringen durchschnittlichen Zahl von 1,6 Kindern pro Frau. Wie diese Kinder und ihre Familien leben, was zu ihrem Wohlergehen beiträgt, was es behindert, wie Familien zustande kommen und warum sie auseinander brechen – diese Fragen beschäftigen die Forschung, auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.

Altern: Was es über das Altern zu wissen gibt, glauben wir zu wissen. Aber tatsächlich werfen die biologischen Alterungsprozesse für die Forschung noch viele Fragen auf. Außerdem ist Altern auch eine Sache der Kultur, also veränderlich. Heute sind 70-Jährige biologisch und sozial meist „jünger“ als früher und vor 100 Jahren haben die meisten Zeitgenossen dieses Alter erst gar nicht erreicht. Es lohnt sich, einige verbreitete „Altersmythen“ zu überprüfen.

Chance 2050: Kommerzielle Sehnsuchtsbilder vom „Ruhestand“ tauchten zum ersten Mal in den 1950er Jahren auf und richteten sich an  die amerikanische Mittelklasse. Findige Investoren machten die animierte Freizeitexistenz in südlichen Ferienorten zum Massenangebot und beherrschen damit bis heute das Bild der Rentnerstädte. Dem gegenüber steht das Schreckensszenario des demografischen Wandels: Anstatt des Urlaubsparadieses für Reiche wird der Mehrheit eine Existenz unterhalb der Armutsgrenze in Aussicht gestellt, die irgendwann zum „Aufstand der Alten“ führen muss, so der reißerische Titel einer Doku-Fiction aus dem Jahr 2007. In Wirklichkeit finden wir aber schon heute gerade für diese Lebensphase die erstaunlichsten Neuerungen und Experimente: Mehrgenerationenhäuser, Alten-WGs, Dörfer für Demenzkranke und eine Architektur für alle Altersgruppen zeigen Wege auf, wie das (Zusammen-)Leben in einer alternden Zivilgesellschaft gelingen kann.

IGTV hat den Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer um ein Grußwort zur Ausstellung gebeten:

“…Die Leibniz-Ausstellung „Zukunft leben: Die demografische Chance“ ist die zentrale Ausstellung des Wissenschaftsjahres 2013. Sie zeigt Entwicklungen und Zusammenhänge des demografischen Wandels und macht sie auf anschauliche Weise begreifbar.

Karl Ulrich Mayer Präsident er Leibniz Gemeinschaft

Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft

Wir alle wissen: Die Lebenserwartung steigt und die Bevölkerung der Bundesrepublik wird älter. Die Geburtenrate in Deutschland ist niedrig und stagniert seit einigen Jahren. Gleichzeitig sind wir ein Zuwanderungsland, das auf die Zuwanderung auch dringend angewiesen ist. Die Ausstellung stellt all diese Entwicklungen dar und untersucht deren Folgen. Werden wir interkultureller – und was bedeutet das eigentlich? Müssen wir länger arbeiten? Welche Auswirkungen hat das längere Leben auf den Lebensverlauf?

Zu diesen Fragen versammelt die Ausstellung Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen, die Antworten auf jene Fragen geben – ob in Videointerviews, Fotografien, historischen Abbildungen, statistischen Darstellungen, Animationsfilmen und Comic-Geschichten.

Vor allem im Hinblick auf seine Folgen ist der demografische Wandel nicht einfach unentrinnbares Schicksal, sondern eine Herausforderung und Gestaltungsaufgabe. So ist es keine Frage, dass die Bevölkerung altert – aber dies muss nicht bedeuten, dass die Gesellschaft altert. Sie kann innovativ und kreativ bleiben! Und auch hier zeigt die Ausstellung Lösungswege auf, die wir als Wissenschaftler der Öffentlichkeit und der Politik präsentieren…”.

Bis März 2014 macht die Ausstellung Station in sechs Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft: Berlin, Mainz, Bremerhaven, Bochum, München und Dresden.

Weitere Informationen finden Sie bitte unter:

Dieser Artikel ist der Start einer Beitragsreihe zum Thema “Demografischer Wandel” bei IGTV. Der kommende Artikel lautet “Ideen 2020 – ein Blick in unsere Zukunft” und gibt einen Rückblick auf die Ausstellung im Deutschen Bundestag.

Text: JK      Fotos: Leibniz-Gemeinschaft

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