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Kite Buggy – oder wie ich lernte den Wind zu bändigen

Wer von uns kann sich nicht mehr an die Vorabend-Serie „Gegen den Wind“ erinnern. Der noch jugendliche Hardy Krüger junior erlebt mit seiner Clique von ausgelassenen „Surfer-Freaks“ verrückte Alltagsabenteuer am Strand von St. Peter-Ording.

Zu der Zeit der Serie war Surfen und Strandsegeln an dem 13 Kilometer langen Strand von SPO angesagt. Die Zeiten haben sich geändert.

Im Sommer 2012 findet man  rund um die mittlerweile 100 jährigen Pfahlbauten nur noch vereinzelt ein paar Oldschool Windsurfer. Das Gros der auf dem Wasser befindlichen Board-Akrobaten bewegen sich durch Windkraft fort – Kite Surfer die neue Trendsportart!

Auch die Strandsegler liegen verwaist kurz hinter der Düne. Lediglich der Wind verhindert die Vernetzung durch Spinnweben. Der neue Trend auf dem Strand heißt Kite Buggy fahren. Für die Unwissenden unter uns (so wie der Redakteur):

der Kite & der Wind

der Kite & der Wind

Beim Kite Buggy fahren sitzt ein Sportler in einem Dreirädrigen „Buggy“, der durch die Füße gesteuert wird, angetrieben wird der Buggy durch einen Kite Drachen, den der Sportler so geschickt im Wind bewegen muss, dass er soviel Kraft entwickelt um Fahrer und Vehikel in Bewegung zu setzten und zu halten.

Folgend ein Erfahrungsbericht eines Unwissenden:

Alles begann damit, dass ich in einem Geo Spezial über die Nordsee einen ausgesprochen interessanten und spannenden Artikel über einen Kursus zum Erlernen des Kite Buggy Fahrens gelesen hatte. Meine entzückende Frau hatte nicht nur meine Anmerkungen über den Artikel aufmerksam zur Kenntnis genommen, sie hatte sogar, ohne mein Wissen eine Anmeldung für mich während unsres Sommerurlaubs getätigt.

Samstag, 31.07.11 8:45, St. Peter-Ording

Der Himmel ist bedeckt und der Wind (mit meiner Unwissenheit geschätzte 6 Windstärken) pfeift mit einer enormen Stärke über den leeren Strand. In weiter Ferne erkenne ich den Jeep des Coaches und einige Personen, die um den Jeep herumstehen. Ein leichtes Unwohlsein überkommt mich bei dem Gedanken, dass ich bei diesem Wind lernen soll einen Kite zu bändigen und on Top auch noch einen Buggy zu steuern. Meine innere Stimme sagt mir: „erinnere Dich im Artikel stand auch, dass selbst die blutigsten Anfänger in der Lage waren am zweiten Tag den Buggy in Bewegung zu setzen“. Ich schenkte ihr Glauben und ging weiter zum Jeep.

...der besagte Jeep

...der besagte Jeep

Bei der Vorstellungsrunde sollte jeder Teilnehmer seine Erfahrungen mit Kites und anderen Lenkdrachen kundtun. Bei mir gab es nicht viel kundzutun. Der Kurs begann damit, dass uns der Coach Horst in Zweier Gruppen aufteilte, uns mit einem Kite versah und uns Trockenübungen mit dem Drachen verordnete. Der folgende Schritt war mit dem Kite zu laufen – Achten zu laufen. Später sollten wir merken warum wir Achten laufen sollten. Der anfängliche Respekt vor der Windstärke wurde mir durch Horst genommen, in dem er erklärte, dass ein starker Wind gleichmäßig ist, und somit für einen Anfänger leichter zu kontrollieren. Gesagt getan! Offensichtlich haben wir uns dann tatsächlich nicht allzu ungeschickt angestellt und begannen am Mittag mit den ersten Fahrversuchen im Kite. Wir sollten Achten fahren.

Ich werde nie vergessen mit welch stolz geschwellter Brust ich nach dem ersten Tag des Kurses zu meiner Frau kam und ihr berichten konnte: „Du Schatz ich bin heute schon im Buggy gefahren!!!“

Am zweiten Tag hatte der Wind etwas nachgelassen und somit fuhren wir mit größeren Kites. Einmal mehr konnte ich die Worte von Horst verstehen und bestätigen : „Ein starker, gleichmäßiger Wind ist leichter in der Handhabung für den Anfänger“. Nach einigen Schwierigkeiten den größeren und trägeren Drachen im richtigen Windfenster zu bewegen wurde auch der zweite Tag zum Hochgenuss. Alles in allem kann ich die Aussagen in dem Beitrag des Redakteurs aus dem Geo Spezial nur bestätigen. Durch die gute Einführung des Coaches Horst hat man innerhalb von nur zwei Tagen einen umfangreichen Einblick in das Kite Buggy Fahren erhalten.

Wind, Meer und Kutter - was für eine Kulisse

Wind, Meer und Kutter - was für eine Kulisse

Es ist ein sehr erhebendes Gefühl sich mit der Kraft des Windes an einem so schönen Ort sportlich fortzubewegen! IGTV hat dem Kite Buggy Coach Horst Nebbe einige Fragen zum Kite Buggy Fahren gestellt:

Beim Kite Surfen passieren häufig Verletzungen, wie z. B. Schlüsselbeinbruch, Verletzungen am Brustkorb, sowie an der Hüfte. Derartige Verletzungen treten beim Kite Buggy Fahren selten auf. Woran liegt das?

Also Grundsätzlich ist auch das Kitesurfen nicht gefährlich, die Verletzungen passieren meist durch „Selbstüberschätzung“ wie bei allen Sportarten. Eine gute Schulung und Einweisung in die entsprechenden Sportarten ist wie immer das A und O. Beim Kitebuggy Fahren arbeiten wir mit weniger „Power“, das heißt der Kite braucht weit weniger Kraft zu generieren, damit wir uns auf Land fortbewegen können. Damit minimiert sich natürlich auch das Verletzungsrisiko.

Da fast alle  Strände auch frei begehbar für Spaziergänger sind, liegt die Verantwortung natürlich beim Kitebuggypiloten. Das ist auch der Grund warum auf vielen Kitebuggy-Fahrgebieten von den Örtlichen Clubs eine Lizenz gefordert wird. Das ist eine Art Segelschein im Buggybereich der international gültig ist.

Welche gesundheitlichen Risiken können beim Kite Buggy Fahren auftreten?

Bei Fahren selber treten sehr selten Verletzungen auf, es kann mal passieren das man aus dem Buggy rauskippt, wenn man z.B. die zu fahrende Strecke vorher nicht in Augenschein genommen hat, und ein Loch übersehen hat. Oder bei auffrischendem Wind wird man von dem Kite aus dem Buggy gezogen. Bis auf ein paar blaue Flecke bleibt das ganze aber meist ohne Folgen.

...ein tolles Erlebnis!

...ein tolles Erlebnis!

Wie kann man diese Gefahren minimieren, bzw. vermeiden?

Grundsätzlich ist eine gute Ausbildung natürlich durch nichts zu ersetzen. So wird man sicher an den Sport herangeführt. Man bekommt die richtigen Tipps im sicheren Umgang mit dem Material, auch Wetterkunde usw gehören natürlich dazu. Selbst bei der Beratung was die richtige Materialwahl für Anfänger angeht unterstützen die Schulen natürlich.

Auch in dem Bereich kann man als Beginner viel falsch machen.

Ansonsten gilt:

Immer vorsichtig an die Sache rangehen, lieber den Kite zu Anfang eine Nummer kleiner wählen, so ist man immer auf der sicheren Seite. Und auch immer mal Erfahrene Piloten fragen die in der Nähe sind, wenn man sich mit Materialwahl, Wind und Wetterentwicklung unsicher ist. „Locals“ kann man da vertrauen.

Welche Vorbereitungen sollte ein Anfänger vor dem Fahren mit einem Kite Buggy treffen?

Man sollte immer auf ein intakte gute Sicherheitsausrüstung achten, bedeutet einen guten Helm mit Kinnschutz, z.B. aus dem Downhill- oder Gleitschimbereich. Viele Fahrer sind auch mit leichten Rückenprotektoren unterwegs.

Auch sollte man im Vorfeld immer einen Blick auf den Wetter- und Windbericht werfen, wie sich das Wetter im Verlaufe des Tages entwickeln wird. Und wie oben schon beschrieben, wenn Locals vor Ort sind die ruhig kurz ansprechen, ob es etwas besonderes zu beachten gibt auf dem jeweiligen Fahrgebiet. Dann natürlich zum Anfang immer langsam fahren und das Gelände erkunden, ob irgendwo Löcher Bodenwellen oder ähnliches sind. Dann kann man das Kitebuggyfahren wirklich unbeschwert genießen.

weitere Informationen unter www.buggyfahrschule.de

Interview: J.K.   Fotos: Buggyfahrschule

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