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Ihre Gesundheit

Die gesunde Busreise

Schild mit Bus und FernbusAlle kennen ihn, viele benutzen ihn, manche sogar täglich für den Weg zur Arbeit – und wohl jeder hat irgendwann schon mal eine Fahrt mitgemacht: Die Rede ist vom Omnibus, dem Verkehrsmittel für alle, so die wörtliche Übersetzung des aus dem Lateinischen entlehnten Begriffs. Im Gegensatz zum Auto oder Fahrrad dient der Omnibus nicht dem Individualverkehr, sondern bietet seine Transportleistung in gleicher Weise für alle Mitfahrenden, was voraussetzt, dass die Fahrgäste vor Fahrtantritt Kenntnis über Sinn, Zweck und Ziel der Fahrt erlangt haben bzw. dass hierüber ein Konsens besteht. Eine Busfahrt ist also immer ein Gemeinschaftserlebnis; dies gilt für alle Formen des Busverkehrs, vom Shuttlebus auf dem Rollfeld des Flughafens über den Linienverkehr bis hin zur touristischen Busreise.

Geschichtlich gesehen entwickelte sich der Omnibus aus der Pferdekutsche, einen ersten Omnibus-Linienverkehr mit einer vergrößerten Kutsche, die etwa zehn zahlenden Fahrgästen Platz bot, gab es in Frankreich schon im späten 17. Jahrhundert. Als Beginn des Omnibusbetriebes in Deutschland gilt die Eröffnung einer Pferdeomnibuslinie durch den Fuhrunternehmer Simon Kremser im Mai 1825 in Berlin. Erste mit Dampfkraft angetriebene Busse gab es ab den 1830er Jahren in England und Frankreich, der erste Bus mit Verbrennungsmotor verkehrte ab März 1895 im Westfälischen zwischen den Städten Siegen und Netphen. Seine Leistungsdaten: Platz für acht Fahrgäste, fünf PS, Reisegeschwindigkeit 15 km/h! Da stimmt dann auch die stereotype Aussage mal, dass früher doch alles etwas gemütlicher zuging…

Festzuhalten ist, dass das Verkehrsmittel Omnibus bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich im planmäßigen Liniendienst eingesetzt wurde, also als Stadt- bzw. Überlandbus (Postbus); erste Anfänge eines Omnibus-Reiseverkehrs, also Bustourismus, gab es hierzulande in den dreißiger Jahren. Das war damals aber sowohl von den Passagierzahlen als auch von der Reiselänge noch nicht allzu viel, zumeist handelte es sich um Tages-Ausflugsfahrten in die nähere Umgebung mit noch relativ kleinen Fahrzeugen, die maximal fünfzehn bis zwanzig Fahrgästen Platz boten. Mit Beginn des 2. Weltkrieges kam dieser erste Reisebusverkehr völlig zum Erliegen.

Busreise in die Berge

Die große Zeit des Bustourismus in Deutschland begann dann mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der fünfziger Jahre: Flug- und Schiffsreisen waren noch viel zu teuer, die Bahn fuhr nicht überall hin – aber der Omnibus konnte die Deutschen in fast jeden Winkel Europas bringen, zumal sich die Infrastruktur mit ausgebauten Straßen und Autobahnen verbesserte und auch die Fahrzeugtechnik aufgeholt hatte: Die neuen Busmodelle boten nun bei einer Länge von 12 Metern bis zu 50 Sitzplätze und hatten Panoramaverglasung, teilweise schon Luftfederung und Sechszylindermotoren mit 120-150 PS, was zumindest in der Ebene eine Reisegeschwindigkeit von 80 km/h ermöglichte. Top-Reiseziel in den Fünfzigern war natürlich Italien, für die meisten Deutschen der Inbegriff des sonnigen Südens, gefolgt von Österreich und den Küstenregionen. Anfang der Sechziger kam Spanien hinzu.

Und heute? Der Omnibustourismus ist ein ganz erheblicher Wirtschaftsfaktor. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 4.700 private Busunternehmen mit über 80.000 Vollzeitbeschäftigten, davon etwa 50.000 Fahrerinnen und Fahrer. Diese Betriebe erwirtschafteten im Jahr 2010 einen Gesamtumsatz von 6,6 Milliarden Euro, wovon etwa ein Drittel aus dem Busreiseverkehr stammt. Im selben Jahr starteten in Deutschland ca. 5,6 Millionen Busurlaubsreisen ab 5 Tagen Dauer sowie über 12 Millionen Kurzreisen bis zu 4 Tagen. Es dominierten Reisende im Alter ab 60 Jahren, jedoch steigt der Anteil an jungen Fahrgästen bis 30 Jahre stetig.

Im Vergleich der Unfallstatistiken ist der Omnibus ein sehr sicheres Fortbewegungsmittel; die Zahlen von Geschädigten liegen unter Berücksichtigung der zurückgelegten Kilometer weit unter denen von Flugzeug, Bahn und erst recht dem Autoverkehr. Für den Bus spricht außerdem seine Umweltfreundlichkeit: Neue Fahrzeuge, die die Euro 5 – Norm erfüllen, stoßen nur noch ein Zwanzigstel der Schadstoffmenge aus wie Busse um 1990. Zudem bieten heutige Fünf-Sterne-Busse einen ganz vorzüglichen Reisekomfort, der bei der Klimatisierung, dem großzügigen Sitzabstand sowie der Bordküche anfängt und beim audiovisuellen Unterhaltungsprogramm noch lange nicht aufhört. Auch Fahrten durch bergige Regionen verlaufen heute mühelos: Während die Reisegeschwindigkeit früher schon an jeder milden Autobahnsteigung absackte und Alpenpässe dem Fahrer Schweißperlen auf die Stirn trieben, er sich mit Schrittgeschwindigkeit im niedrigsten Gang die Serpentinen hoch quälen musste, bietet ein heutiger Reisebus um die 400 Turbo-PS mit dem Drehmoment einer Rangierlok. Bergauf, bergab – alles fährt sich mühelos und zügig. Außerdem führt bzw. fährt Sie eine gut geplante Busreise nicht nur zu oder direkt vor die touristischen Top-Destinationen sondern es wird auch das touristische Hinterland mit weniger bekannten Orten und Regionen mit erschlossen. Die Eindrücke der ganzen Reisestrecke werden Bestandteil Ihres Busurlaubs!

Damit nun die Busreise auch gesundheitlich optimal verläuft, sind vorab einige Überlegungen anzustellen: Die allgemeinen Tipps von IGTV zur Reisevorbereitung finden Sie hier. Darüber hinaus gilt für Busreisen Ähnliches wie bei langen Autofahrten oder einer Kreuzfahrt: Personen mit Neigung zu Reiseübelkeit sollten medikamentös vorbeugen oder zumindest mit einer Tagesfahrt mal ausprobieren, wie ihnen so eine stundenlange Busfahrt bekommt. Heutige Fernreisebusse mit computergesteuerter Luftfederung schaukeln zwar längst nicht mehr so stark wie früher, aber Kurvenfahrten oder lange Wellen im Fahrbahnbelag machen sich schon noch bemerkbar, am wenigsten in der Fahrzeugmitte. Dennoch bevorzugen viele Reisende Plätze ganz vorn im Bus, weil der Ausblick nach vorn, das Überblicken, wohin man fährt, ihnen angenehm ist. Fragen Sie beim Reiseveranstalter vor der Buchung genau nach, ob Sie bestimmte Plätze reservieren können, was für ein Fahrzeugtyp zum Einsatz kommen soll, wie groß der Sitzabstand ist und in welchen Intervallen Ausstiegpausen auf den Tagesetappen vorgesehen sind, denn zu langes beengtes Sitzen im Bus kann wie bei langen Flügen das Entstehen von Beinthrombosen begünstigen.

Wir wünschen gute Fahrt!

Text: Alexander Strauch

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