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Ihre Gesundheit

Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Die häufigste entzündliche Nierenerkrankung ist die akute, bakteriell bedingte Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). Hierbei ist das Bindegewebe im Innern der Niere im nah am Harnleiter liegenden Bereich betroffen. In der Regel tritt die Infektion nur einseitig auf. In jüngeren Jahren sind Frauen aufgrund ihrer Anatomie häufiger als Männer betroffen: Die kurze Harnröhre der Frau erleichtert das Eindringen bzw. Aufsteigen von bakteriellen Erregern in den Harntrakt, über Blase und Harnleiter bis hinauf zu den Nieren. Im Alter ist es umgekehrt, da hier bei Männern häufig Prostatawucherungen den Harnabfluss behindern und somit Infektionen begünstigen. Oft ist auch der Harnabfluss durch einen Nierenstein behindert und mit auslösend. Eine allgemein geschwächte Immunabwehr, etwa aufgrund der Behandlung mit Immunsuppressiva oder bei der chemischen Krebstherapie, kann die Infektion ebenfalls begünstigen. Die häufigsten für eine Nierenbeckenentzündung verantwortlichen Erreger sind Darmbakterien vom Typ Escherichia coli, es kommen aber auch Staphylokokken, Enterokokken und weitere Bakterientypen als Auslöser in Frage. Eher selten entsteht eine Nierenbeckenentzündung durch über die Blutbahnen in die Nieren eingedrungene Erreger.
Symptome sind heftige Schmerzen in der Nierengegend, also im unteren Rückenbereich seitlich, Schwellungen des Organs, allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Fieberschüben sowie Schmerzen beim gehäuften Wasserlassen. Die Diagnose wird aufgrund von Blut- und Urinuntersuchungen gestellt, bildgebende Untersuchungsverfahren wie Ultraschall und Röntgen sind zusätzlich möglich. Im Ultraschall- oder Röntgenbild kann der Arzt beispielsweise erkennen, ob der Urinabfluss behindert ist oder anatomische Fehlbildungen der Niere vorliegen.
Die Behandlung der akuten Nierenbeckenentzündung erfolgt zumeist medikamentös mit Antibiotika. Hierzu muss der behandelnde Arzt zunächst Blut- und Urinuntersuchungen durchführen, um den oder die verantwortlichen Erreger bestimmen und das gegen den ermittelten Bakterientyp am besten wirksame Antibiotikum verordnen zu können. Die Einnahme erfolgt über einen Zeitraum von mindesten sieben Tagen. Die Behandlung wird durch Einhalten von Bettruhe sowie reichliche Flüssigkeitszufuhr unterstützt; gegen die Begleitsymptome wie Fieber und Schmerzzustände können weitere Arzneien verordnet werden. In der Regel heilt die akute Nierenbeckenentzündung dann komplikations- und folgenlos aus.
Die chronische Form der Nierenbeckenentzündung kann lange symptomlos verlaufen, kann aber irgendwann zur Beeinträchtigung aller Nierenfunktionen bis hin zum Nierenversagen (Niereninsuffizienz) führen. Symptome wie häufige Abgeschlagenheit, Urintrübung, Magen-Darm-Beschwerden, Rückenschmerzen oder Gewichtsverlust müssen ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Auch hier erfolgt die Behandlung mit auf den Erregertyp abgestimmten Antibiotika, jedoch über einen längeren Zeitraum, ggfs. durch Infusionen im Rahmen eines Klinikaufenthaltes. Es besteht die Gefahr, dass die Entzündung eitrig wird und es zu einer von den Harnwegen ausgehenden Blutvergiftung (sog. Urosepsis) kommt. Die chronische Form der Erkrankung heilt meist nicht vollständig aus. Bei schwerem Verlauf kommt auch die Entfernung der betroffenen Niere in Betracht. Reichliche Flüssigkeitszufuhr unterstützt auch hier den Heilungsprozess und beugt neuen Entzündungsschüben vor.

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