Ihre Gesundheit

Meningitis

Beschreibung
Unter Meningitis oder Hirnhautentzündung versteht man eine entzündliche Infektion der schützenden äußeren Hüllen von Gehirn und / oder Rückenmark, hervorgerufen durch Bakterien verschiedener Stämme (Meningokokken, Pneumokokken), Viren oder (sehr selten) Medikamenten. Aufgrund der unmittelbaren Nähe des entzündeten Gewebes zu Gehirn und Rückenmark kann sich die Infektion auf diese Organe ausbreiten und ist daher als medizinischer Notfall anzusehen, der sofortiger Behandlung bedarf. Unbehandelt endet vor allem die bakterielle Meningitis sehr oft tödlich, oder führt zu bleibenden Schäden. Nach dem Infektionsschutzgesetz ist die Erkrankung meldepflichtig, Welche Erreger die wahrscheinlichsten Auslöser der Erkrankung sind, ist stark altersabhängig. Bei Frühgeborenen und Säuglingen bis zu einem Alter von 3 Monaten, werden häufig Streptokokken oder Kolibakterien gefunden. Kinder unter 5 Jahren, jedoch auch Erwachsene können sich mit Haemophilus influenzae infizieren. Bei älteren Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen oft Meningokokken sowie Pneumokokken im Vordergrund. Bei Erwachsenen verursachen Meningo- und Pneumokokken 4 von 5 aller Fälle einer Meningitis. Jenseits des 50. Lebensjahres gewinnen Listerien an Bedeutung. Es ist auch möglich, dass eine Hirnhautentzündung als Folge einer hartnäckigen Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung entsteht, wenn deren Erreger über die Schädelknochen durchwandern.

Symptome
Hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Übelkeit mit Erbrechen, Benommenheit oder auch Krampfanfälle sind grippetypische Symptome, können aber genauso auf eine Meningitis hindeuten. Besonders bei Säuglingen und älteren Menschen sind die Symptome oft weniger ausgeprägt, so dass im Zweifel der schnelle Gang zum Arzt immer richtig ist. Die möglichst frühzeitige Diagnosestellung ist hier besonders wichtig, da diverse Komplikationen wie eine bakterielle Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis) oder ein Übergreifen von der Hirnhaut auf das eigentliche Hirngewebe (man spricht dann von einerMeningoenzephalitis) drohen, mit dem Möglichkeit bleibender Schäden (Lähmungen, Gehörverlust).

Diagnose und Therapie
Der untersuchende Arzt wird neben der Befragung nach vorliegenden Beschwerden bestimmte Bewegungstests durchführen (Kopfdrehung, Bein strecken). Ist dies nicht oder nur unter größten Schmerzen möglich, liegt ein Hinweis auf eine Meningitis vor. Es folgt dann zur sicheren Diagnose die Entnahme von Nervenwasser (Liquot) aus einem Hohlraum an der Wirbelsäule mittels einer Kanüle (Lumbalpunktion) nebst einer Blutuntersuchung. Bei Verdacht auf Komplikationen, oder wenn solche bereits vorliegen, werden zusätzlich Untersuchungen mittels bildgebender Verfahren (Computertomografie) vorgenommen.

Zur Bekämpfung der Infektion kommen verschiedene Antibiotika zum Einsatz; sobald das Untersuchungsergebnis aussagt, welcher Erregertyp vorliegt, wir der Arzt das passende Präparat auswählen. Da bei Therapiebeginn der Erreger oft noch nicht bekannt ist, wird initial meist eine sog. kalkulierte Behandlung mit mehreren, breit wirksamen Antibiotika eingeleitet und dann ggf. dem Erreger angepasst. Je nach Erregertyp und Krankheitsverlauf erfolgt die Behandlung über einen Zeitraum von 7 bis 14 Tagen – üblicherweise im Krankenhaus, um bei auftretenden Komplikationen umgehend handeln zu können. Entscheidend für den Verlauf und mögliche Folgeschäden der Erkrankung sind auch der individuelle Gesundheitszustand des Patienten und die Effektivität seines Immunsystems. Daher ist eine Hirnhautentzündung gerade für kleine Kinder und Senioren, bei denen die körpereigenen Abwehrmechanismen noch nicht oder nicht mehr vollständig ausgebildet sind, besonders gefährlich. Hier gibt es jedoch die Möglichkeit, dieser bakteriellen Infektion mit einer Schutzimpfung gegen verschiedene Untergruppen des Erregers vorzubeugen. Nähere Informationen zu Vorteilen und Impfrisiken finden Sie unter www.rki.de oder natürlich bei Ihrem Hausarzt.

Kommentar verfassen

Video der Woche

„Geschichte der orthopädischen Einlegesohle”

witte

Die Geschichte der Einlegsohle geht zurück in die Zeit der Römer. Etwa 200 v. Chr. begannen die Römer mit dem Bau ihrer Steinstrassen. Die Soldaten der Römer mussten auf diesen Strassen lange Märsche mit schwerem Gepäck zurücklegen. So entstanden die ersten Zivilisationserkrankungen an den Füssen.

zum Video >>

„Fahrradfahren – unter dem Gesundheitsaspekt”

12_Fahrradfahren

Zu Beginn der Fahrradsaison im Frühjahr stellen sich viele Fragen. Es muss nicht immer gleich ein neues Fahrrad sein. Aber einige Punkte sollte man doch beachten:

zum Video >>

„Reizdarmsyndrom”

09_Reizdarm

Prof.Dr. Stefan Müller-Lissner von der Park-Klinik Weissensee erläutert im Filmbeitrag Symptome und Therapiemöglichkeiten des Reizdarmsyndroms – ein Leiden, von dem weit mehr Deutsche betroffen sind, als man gemeinhin vermutet.

zum Video >>