Ihre Gesundheit

Weizen und Gluten

Das Image von Getreide hat in den letzten Jahren stark gelitten. Nicht nur aufgrund der Medien-Präsenz von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, sondern auch wegen des Hypes um verschiedene Ernährungsformen wie Paleo und Low-Carb. Auch Bestsellerautoren haben den Verbrauchern den Verzehr von Getreide, vor allem Weizen und dem darin enthaltenem Klebereiweiß Gluten, wenig schmackhaft gemacht.

Getreide © Rebel - Fotolia.com

Getreide © Rebel – Fotolia.com

Grundsätzlich ist Getreide ein wichtiges Grundnahrungsmittel, das vor allem in der Vollkornvariante wichtige Nährstoffe wie Eisen, Zink, Magnesium und Kupfer, Vitamin E, Folsäure und B-Vitamine liefert. Daneben handelt es sich um einen wichtigen Ballaststofflieferanten. Weizen spielt in unseren Breitengraden seit etwa 10.000 Jahren eine wichtige Rolle in der Ernährung und ist neben Kartoffeln eine wertvolle Kohlenhydratquelle.

Gluten selbst hingegen ist kein Nahrungsmittel als solches, sondern ein Protein, welches natürlicherweise in Weizen und anderen Getreidesorten wie Roggen, Dinkel, Gerste, Emmer und Einkorn vorkommt. Es ist verantwortlich für die guten Backeigenschaften der Getreidesorten.

Menschen, die an einer Unverträglichkeit gegenüber Weizen oder Gluten leiden, müssen sehr genau Zutatenlisten und Rezepte kontrollieren, da Weizen und Gluten längst nicht nur in Brot, Teig- und Backwaren vorkommen, sondern als Trägerstoff und aufgrund anderer technologischer Eigenschaften in einer Vielzahl von Lebensmitteln vorkommen.

Folgende Unverträglichkeiten gegenüber Weizen bzw. Gluten werden derzeit beschrieben:

  • Zöliakie: Autoimmunerkrankung, bei der Gluten eine immunologisch vermittelte Entzündung auslöst, wodurch sich die Darmzotten zurückbilden.

Behandlung: Lebenslanger Verzicht auf Gluten

Verbreitung: etwa 0,3-1% der deutschen Bevölkerung.

  • Weizen-Allergie: Immunologische Reaktion auf Weizenprotein. IgE bzw. T-Zellen vermittelte Reaktion gegen verschiedene Proteine wie: Gliadin, Amylase-Trypsin-Inhibitoren(ATI) oder Thioredoxin.

Behandlung: Lebenslanger Verzicht auf Weizen

Verbreitung: etwa 0,1% der deutschen Bevölkerung

  • Nicht-Zöliakie-Nicht Allergie-Weizensensitivität (früher Glutensensitivität): Symptome: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall sowie allgemeine Beschwerden. Untersuchungen zeigten, dass wahrscheinlich auch hier Amylase-Trypsin-Inhibitoren Verursacher der Beschwerden sind, die natürlicherweise als Abwehr gegen Fressfeinde in Getreide vorkommen und wahrscheinlich entzündungsverstärkend bei anfälligen Menschen wirken kann.

Behandlung: oft reicht eine weizenreduzierte Ernährung

Verbreitung: etwa 0,5-7% der deutschen Bevölkerung

Während bei der Zöliakie und der Weizen-Allergie eine lebenslange gluten- bzw. weizenfreie Diät eingehalten werden muss, reicht es bei einer Sensitivität oft schon aus, die Menge an Getreide zu reduzieren. Häufig wird Dinkel auch besser vertragen, als Weizen oder Roggen.

Menschen, die glauben an einer Zöliakie zu leiden, sollten vor der Diagnose nicht aufhören Gluten zu essen, denn diese kann nur diagnostiziert werden, wenn vorher Gluten verzehrt wurde. Wenn also ein Verdacht auf eine Unverträglichkeit besteht unbedingt einen renommierten Arzt aufsuchen und wissenschaftlich fundierte Test durchführen lassen.

Für alle anderen ist Weizen oder anderes Getreide komplett ungefährlich und ein wertvolles Lebensmittel.

 

Text: Debora Jehkul

Kommentar verfassen

Ernährung

„Saisonales Gemüse: Rhabarber”

Rhabarber zählt zu der Familie der Knöterichgewächse und gehört botanisch, obwohl er in der Küche meist wie Obst behandelt wird, zu den Staudengemüsen. In China wurden die Wurzeln der wild wachsenden Pflanzen schon 2700 v. Chr. als Heilmittel gegen Darmträgheit und die Pest in Form von Pulver eingenommen. Mitte des 18. Jahrhunderts gelangte der Rhabarber nach Europa, wo erstmals seine fleischigen Blattstiele verzehrt wurden. In Südrussland, im Himalaya und in Tibet wächst Rhabarber noch heute wild. In Europa dagegen wird er seit seiner Einführung kultiviert. Meist wird er in Freilandkultur gezogen, um die Ernte zu beschleunigen wird er oftmals mit Folie abgedeckt. Erntezeit ist von April bis Juni. Letzter Erntetag ist traditionell der 24. Juni, danach sollte Rhabarber nicht mehr geerntet werden, da der Oxalsäuregehalt in den Stielen steigt und diese zu faseriger werden.

zum Video >>

„Saisonales Gemüse: Grüne Bohne”

W.R. Wagner - pixelio.de

Die Grüne Bohne (oft auch Gartenbohne genannt) bezeichnet eine Vielzahl (etwa 500 Sorten) verschiedener Bohnen, die in Farbe, Form und Größe unterschiedlich sein können. Allgemein bezeichnet der Begriff Bohnen die ganze Frucht, wobei sowohl der samen, als auch die Hülse gemeint ist.
Die Hülsen der grünen Bohne sind je nach Sorte etwa 4-30 cm lang und können neben grün auch gelb oder violett gefärbt sein, auch die Samen sind in Form und Farbe unterschiedlich.

zum Video >>

„Welches Bockshornklee sollte ich kaufen?”

Bockshornklee, der zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt zählt und seit Jahrtausenden in verschiedenen Kulturen geschätzt wird, erlebt im Jahr 2026 einen bemerkenswerten Aufschwung als beliebte Nahrungsergänzung

zum Video >>