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Ihre Gesundheit

Mückenplage 2010 – ein echtes Problem?

Die Hitzewellen, die in Deutschland über mehrere Wochen für Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsiuis gesorgt haben scheinen überwunden. Da erscheint auch schon die nächste Beeinträchtigung des Sommers: die Mückenplage 2010. Diverse Medien kündigen für den Spätsommer in diesem Jahr ein starkes Aufkommen von Mücken an. Den Berichten zu Folge ist die Ursache für die Mückenschar der strenge Winter 2009/2010. Die Redaktion IGTV hat sich an das Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der FU Berlin gewandt und den unabhängigen wissenschaftlichen Berater Dr. Burkhard Bauer hierzu befragt.

Dr. Burkhard Bauer

Dr. Burkhard Bauer

Stimmt es, dass uns in Deutschland eine Mückenplage für dieses Jahr droht, die ihren Ursprung im starken vergangenen Winter hat?

Wir haben während des Frühsommers d. J. vermehrt Berichte und Klagen über erhebliche Belästigungen durch Mücken zur Kenntnis genommen. Es gibt mehrere Ursachen für die im Vergleich zu den Vorjahren (2008, 2009) erhöhte Mückenplage.

  • Ein strenger Winter ist per se keine günstige Voraussetzung für das massenhafte Auftreten von Mücken. Wir hatten zwar über einen Zeitraum von 2 – 3 Monaten strengen Frost. Allerdings waren der Boden und die temporären Gewässer (Kleingewässer, die immer wieder nach längeren Trockenperioden austrocknen) durch eine hohe Schneedecke isoliert, sodass eventuelle Larvenstadien der Mücken nicht abgetötet wurden. Außerdem überwintern viele Mückenarten im Eizustand, die gegen Austrocknung und Kälte widerstandsfähig sind.
  • Temporäre Kleingewässer stellen ideale Brutplätze für die an Feuchtigkeit/Wasser gebundene Entwicklung von Mücken dar. In diesem Jahr waren  diese Gewässer bis in den Mai hinein mit Wasser gefüllt, sodass sich die Larvenstadien entwickeln, verpuppen konnten. Daraus resultierten schließlich zahlreiche Mücken, dren Auftreten zu den eingangs erwähnten Beschwerden führte.
  • Aufgrund der lang andauernden Trockenphase  im Juni/Juli d. J. sind die meisten Kleingewässer ausgetrocknet. Dis auf weiteres ist deshalb nicht mit einer weiteren Mückenplage zu rechnen. Falls aber diese Gewässer durch ergiebige Niederschläge wieder aufgefüllt werden und falls die Temperaturen bis in den Frühherbst 20° Grad oder mehr erreichen, dann wäre es denkbar, dass es doch noch zu einer zweiten „Welle“ von Mücken kommt.
Der Übeltäter - die Mücke  © Grischa Georgiew - Fotolia.com

Der Übeltäter - die Mücke © Grischa Georgiew - Fotolia.com

Existieren Unterschiede im Brutverhalten der Mückenarten und resultieren daraus besondere Resistenzen?

Die bei uns vorkommenden Mückenarten überwintern in der Regel in Form von Entwicklungsstadien in oder in der Nähe von Kleingewässern. Ausnahme ist hier die sogenannte Hausmücke, die als Imago (= adultes Insekt) in feuchten und kühlen Kellern überwintern kann. Während dieser Zeit ist sie nicht aktiv, nimmt also auch kein Blut auf. Erst mit dem Anstieg der Temperaturen im Frühling wird sie wieder aktiv.

Welches ist der effizienteste Schutz gegen den Mückenstich?

  • Es werden immer wieder Mückenschutzmittel angeboten, die klinisch nicht getestet wurden. Deren Wirkung soll darin bestehen, dass die Mücken durch den Geruch von einer Blutaufnahme bei der so „geschützten“ Person abgehalten werden. Diese Produkte laufen unter dem Begriff „Repellentien“. Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) führt auf ihrer website klinisch getestete und wirksame Repellentien auf, die bei Auslandsaufenthalten zum Schutz gegen Mückenstiche empfohlen werden. Diese Mittel wirken auch gegen unsere einheimischen Mückenarten.
  • Helle, luftige Kleidung reduziert zu einem gewissen Maß die Anzahl der anfliegenden Mücken.
  • Im Handel werden auch Bettnetze angeboten. Dabei wird zwischen insektizidfreien und behandelten Bettnetzen unterschieden. Die unbehandelten Netze wirken als mechanische Barriere, d. h. die Mücken fliegen zwar an das Netz, können es aber aufgrund seiner geringen Maschenweite nicht durchdringen. Die behandelten Bettnetze sind mit zugelassenen Insektiziden aus der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide (Ausgangspunkt ist das hier von Chrysanthemen gewonnene Pyrethrum) imprägniert worden. Nach einem wenige Minuten anhaltenden Kontakt mit diesem behandelten Netz sterben die Mücken ab. Es gibt offiziell von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) nach WHOPES zugelassene, behandelte Bettnetze. Diese Netze können wiederholt gewaschen werden und haben bei Ausbringung in Innenräumen eine Remanenz von mehreren Jahren.

Für weitere Informationen steht Ihnen der Informationsdienst Wissenschaft zur Verfügung.

Interview: JK          Foto: BB

3 Kommentare zu “Mückenplage 2010 – ein echtes Problem?”

  • Flo sagt:

    Ich meine, dass die verschiedenen Mückenschutzmitte, auch diese, die man zu hause verwendet, und die nicht getestet sind, könnten auch die Gesundheit der Menschen sehr stark schaden

  • Rene sagt:

    Ungefaehr dieses Problem hat mir ebenfalls schon etliche Stunden geraubt.

  • Was nützen mir Bettnetze und Fensternetze, wenn ich vor lauter Mücken und Co meinen Garten nicht mehr genießen kann, weil ich zerstochen werde.
    Wir haben uns ein Capelarium auf die Terrasse bauen lassen, eine Konstruktion wie sie aus Australien und Kanada bekannt sind.
    unsere insektenfreie Terrasse nutzen wir jetzt von Morgens bis spät Abends an den schönsten Tagen des Jahres, ohne Mücken und andere Insekten. Wir grillen im Capelarium, sonnen uns und lachen uns über die Mücken, die außen auf dem Cape sitzen kaputt. Fazit: absolut mehr Lebensqualität im Garten ohne Mücken auch für die Kinder.

    Beste Grüße
    Sabine

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