Ihre Gesundheit

Ernährung in der Schwangerschaft – Pränatale Programmierung

Die Schwangerschaft ist eine ganz besondere Zeit, in der sich häufig auch die Ernährungsgewohnheiten der werdenden Mütter ändern. Häufig geht das auch mit Gewichtszunahme einher. Gegen die Meinung vieler, dass man in der Schwangerschaft mehr essen müsste und eine Gewichtzunahme normal sei, gehen die wissenschaftlichen Forschungen davon aus, dass die werdende Mutter nur etwa 200-300 kcal mehr pro Tag benötigt.

© Hannes Eichinger - Fotolia.com

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Allerdings geht es dabei weniger darum, mehr Kalorien zu sich zu nehmen, sondern vielmehr darum, Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte zu verzehren, d.h. Lebensmittel, die in Bezug auf die Kalorien viele Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Diese Stoffe werden vor allem in der Schwangerschaft benötigt, damit Mutter und Kind gut versorgt sind. Dicht an Nährstoffen sind vor allem Obst und Gemüse, sowie Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide. Heißhungerattacken der Mutter können daher rühren, dass bestimmte Nährstoffe fehlen und der Körper so auf das Defizit aufmerksam macht. Diese Defizite können jedoch nicht mit energiereichen und dazu nährstoffarmen Lebensmitteln wie Süßigkeiten oder Fast Food gedeckt werden.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist aber nicht nur für die Entwicklung des Kindes während der Schwangerschaft wirkungsvoll, sondern wirkt sich auch auf die Gesundheit und das essverhalten des Kindes nach der Geburt aus. Bereits in der Schwangerschaft werden die Weichen für den Stoffwechsel des Kindes gestellt. Forschungen zeigen, dass vor allem ein hoher Blutzuckerspiegel und Übergewicht der Mutter sich ungünstig auf die Gesundheit des Ungeborenen auswirken. Das Risiko für Übergewicht und an Typ-2-Diabetes zu erkranken wird dem Kind somit schon in die Wiege gelegt. Etwa ein Drittel aller Schwangeren in den Industrieländern ist übergewichtig oder adipös, somit ist es nicht verwunderlich, dass auch immer mehr Neugeborene schon übergewichtig auf die Welt kommen Frauenärzte sprechen von fetaler Makrosomie, wenn das Gewicht des Ungeborenen in der 40. Schwangerschaftswoche bei mehr als etwa 4350 Gramm liegt. Normal sind 2800-4200 Gramm. Jedoch ist nicht nur das Geburtsgewicht des Kindes ein Risikofaktor, sondern auch eine schnelle Gewichtzunahme nach der Geburt. Besonders gefährdet sind Kinder, deren Mutter in der Schwangerschaft neben Übergewicht auch an Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) leiden.

© wibaimages - Fotolia.com

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Um dem Teufelskreis des Übergewichts zu entfliehen, sollten Frauen, spätestens ab dem Zeitpunkt, zu dem der Kinderwunsch auftritt, anfangen sich ausgewogen zu ernähren und sich moderat zu bewegen. Grundsätzlich sollte in dieser Zeit auf einen gesunden Lebensstil geachtet werden. Ab der Schwangerschaft sollte auch auf eine moderate Gewichtzunahme geachtet werden. Für Normalgewichtige gilt, dass sie in der gesamten Schwangerschaft bis zu 16kg zunehmen können. Übergewichtige sollten jedoch je nach Ausprägung der Überernährung höchstens 7-11 kg zunehmen. Vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft wirkt sich eine starke Gewichtszunahme auf die spätere Gesundheit des Kindes aus. Tatsächlich erhöht sich der Energiebedarf auch erst ab dem 4ten Monat (Wichtig ist vor allem, dass Mutter und Kind mit allen Nährstoffen versorgt sind, so dass Radikaldiäten während einer Schwangerschaft nicht geeignet sind).

Neben der Neigung zu Übergewicht können Mütter ihren Kindern aber auch Geschmäcker ‚antrainieren‘. Kinder treten schon im Mutterleib mit verschiedenen Geschmacksrichtungen in Kontakt und übernehmen so die Essgewohnheiten der Mutter. Während Kinder, dessen Mütter sich ausgewogen und mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen ernährt, auch oft als Kinder geschmacksoffener sind, sind Kinder, die eher eine einseitige Ernährung gewohnt sind, auch oft wählerischer und unbekannten Geschmäckern kritischer gegenüber. So kann es sich für das Wohl des Kindes positiv auswirken, wenn die werdende Mutter (auch gegen ihre eigenen Vorlieben) auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung umstellt. Weiterhin kommt das natürlich auch der Mutter selbst zugute.

Text: Debora Jehkul

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