Ihre Gesundheit

Die Darmflora/ Enterotypen

In der Naturheilkunde wird der Darmflora schon seit langem große Bedeutsamkeit zugeschrieben. Ein gesunder Darm soll vor unzähligen Krankheiten schützen. Therapieformen wie Fastenkuren, Darmsymbioselenkung und die Hydrocolontherapie werden seit jeher praktiziert. Von der Schulmedizin wurden diese Therapieformen lange Zeit eher belächelt. Seit einigen Jahren findet jedoch ein Umdenken statt. Die Darmflora ist ein wichtiger neuer Forschungsgegenstand geworden, der ständig neue Erkenntnisse liefert.

Mit einer Länge  von etwa 6 Metern und einer gesamt Oberfläche von ca. 400qm liefert der Darm zahlreichen Mikroorganismen ein Zuhause. Insgesamt trägt jeder Mensch etwa 150 bis 200 von 1000 möglichen bakteriellen Spezies in sich.
Während vor der Geburt der Darm noch steril ist, siedeln sich die ersten Bakterien direkt nach der Geburt an. Am Anfang wachsen vor allem die Bifidus- und Milchsäurebakterien, die Krankheitserreger abwehren. Mit der Erweiterung der Nahrung verändert sich auch die Darmflora. Wahrscheinlich ist der Grundstock der überwiegenden Bakterien schon zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr gelegt.

Darmbakterien

Erstaunlich ist, dass die Verteilung der Bakterienstämme nicht zufällig ist, sondern nur drei Enterotypen vorkommen. Unter Enterotypen versteht man eine Mischung unterschiedlicher Bakterienspezies, in der eine Bakteriengattung dominiert.
Welche dieser Gemeinschaften in uns lebt, kann vermutlich Auswirkungen auf unser Leben haben:

  • Typ 1 hat als Leitbakterien Becteroides, welche schnell Zucker abbauen und an den Körper weitergeben.
  • Typ 2 Prevotella, die an der Verstoffwechslung von Proteinen beteiligt ist.
  • Typ 3 hat Ruminococcus, die sogar für andere unverdauliche Cellulose aufspalten können und diese damit für den Körper verwertbar machen können. Ander vorkommende Bakterien Sorgen für übel riechende Gase.

Welche Faktoren für die Zusammensetzung verantwortlich gemacht werden können, ist jedoch noch nicht ganz verstanden. Sowohl das Immunsystem, die Ernährung, die Umwelt und Chemikalien werden als Hauptfaktoren untersucht. Auch die Einnahme von Medikamenten wie z.B. Antibiotika steht wahrscheinlich in großem Zusammenhang mit der Besiedelung.
Als gesichert gilt, dass die Art der Ernährung die Zusammensetzung der Bakterienstämme im großen Teil bestimmt. So haben Menschen, die sich hauptsächlich von stark verarbeiteten Produkten ernähren oft eine weniger vielfältige Darmflora, als Menschen, die häufig zu frischen Lebensmitteln greifen. Ein weiterer Faktor ist der Verzehr von Fleisch. Untersuchungen ergaben, dass Fleischliebhaber häufig von Bakterien des Enterotyps 1 besiedelt sind, während Vegetarier häufiger Bakterien des Typen 2 beherbergen. Am häufigsten kommt jedoch der Typ 3 vor, dessen Bakteriengemeinschaft sich auf die Verwertung der Nahrung des Allesessers spezialisiert hat.
Auch wenn die Ernährung für die Darmflora eine wichtige Rolle spielt, kann durch eine kurzfristige Umstellung der Ernährungsgewohnheiten keine neue Besiedelung des Darms erreicht werden. Forscher gehen davon aus, dass das Darmmilieu erst durch langfristige Ernährungsweise geprägt wird.
Weiterhin wird derzeit untersucht, inwieweit die Enterotypen in Zusammenhang mit Übergewicht, Psyche und anderen Krankheiten stehen.

Text: Debora Jehkul

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Ernährung

„Kartoffel”

Halina Zaremba pixelio

Die Speisekartoffel wird oft als ‚typisch deutsch‘ bezeichnet, dabei gehört sie zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln weltweit. Vor allem die reichhaltigen Nährstoffe und die vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten machen sie so wertvoll und beliebt: ob als Beilage, als Salat oder Suppe sogar als Kartoffelbrot, Trunk oder Schnaps.
Weltweit sind heute um die 5000 verschiedenen Kartoffelsorten bekannt, davon sind in Deutschland etwa 130 Sorten bedeutsam. Kriterien für die Sorteneinteilung sind u.a. der Zeitpunkt der Ernte, so unterscheidet man zwischen Früh- Mittelfrüh- und Spätkartoffel. Ein weiteres Einteilungskriterium ist die Kochfestigkeit, hier unterscheidet man zwischen festkochend, vorwiegend festkochend und mehligkochend.

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„Der Weihnachtsbraten ohne Rotkohl – kaum vorstellbar!”

Rainer Sturm

Der Rotkohl ist nicht nur mit dem Weißkohl eng verwandt, er enthält sogar etwa die gleiche Bandbreite an Nähr- und Wirkstoffen. Rotkohl, Weißkohl und Wirsing machen zusammen etwa ein Drittel unserer heimischen Gemüseproduktion aus und haben dabei den Vorteil, bei guter Luftfeuchtigkeit (wie etwa in Schleswig-Holstein) und in schweren Böden hohe Erträge zu liefern.

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„Saisonales Gemüse : Chicorèe”

© rdnzl - Fotolia.com

Chicorèe gehört zu der Familie der Korbblütler und ist eine Variante der „Wilden Zichorie“, zu der auch der Radicchio und die Endivie gehört. Es handelt sich bei diesem Gemüse um die Triebe der Zichorienwurzeln, die früher ausschließlich für die Herstellung des Zichorien-Kaffee genutzt wurde. Erst im 19ten Jahrhundert wurde herausgefunden, dass die Wurzel unter Lichtausschluss die schmackhaften weißen Triebe hervorbringt. Die Dunkelheit verhindert die Bildung von Chlorophyll nur so bekommt der Chicorée seinen genussvollen leicht bitter-herben Geschmack.

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