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Ihre Gesundheit

Badelandschaft, Therme – förderlich für die Gesundheit

Endlich hat der Sommer Einzug gehalten: die Sonne strahlt, die Temperaturen animieren lockere Kleidung zu tragen und es regt sich der Wunsch ein Schwimmbad zu besuchen.
Das Angebot an Schwimmbädern, Thermen, Spassbädern etc. ist sehr vielseitig.

Endlich hat der Sommer Einzug gehalten: die Sonne strahlt, die Temperaturen animieren lockere Kleidung zu tragen und es regt sich der Wunsch ein Schwimmbad zu besuchen.

Das Angebot an Schwimmbädern, Thermen, Spassbädern etc. ist sehr vielseitig. Wir wollten die Eigenschaften von Bädern und deren Aspekte in Bezug auf unsere Gesundheit näher erkunden und haben uns mit dem Architekten Oliver Langhammer (G + B, Hamburg) unterhalten:

Welche gesundheitsschützenden Aspekte wurden bzw. werden bei Ihrer Planung beim Bau von Thermen berücksichtigt?

Man sollte unterscheiden zwischen den Maßnahmen, die notwendig sind um Unfälle und Verletzungen in Bädern zu vermeiden und den Angeboten und Besonderheiten eines Bades, die der körperlichen und geistigen Gesundheit des Badegastes förderlich sein können.

Grundriss der Ebene 1 Badepark Bentheim

Grundriss der Ebene 1 Badepark Bentheim

Bei der Planung eines Bades sind diverse DIN-Normen, Bauvorschriften und Richtlinien im Bäderbau zu beachten, die die Sicherheit des Badegastes und des Personals sicherstellen sollen. Diese reichen von der Qualitätssicherung des Wassers und der Luft, der Rutschfestigkeit der Böden und der Höhe von Geländern bis zu den Vorschriften zu Barrierefreiheit, Brandschutz, Arbeitsstätten u.v.m. . Die Aufgabe des Architekten liegt bei all den Normen und Richtlinien nun eher darin, den Badegast nicht spüren zu lassen, wie reglementiert dieser Lebensbereich eigentlich ist. Der architektonische Entwurf muss all diese Aspekte in sich aufnehmen. Am Ende muss alles ganz leicht und selbstverständlich wirken. Die Atmosphäre eines Bades darf nicht unter den Regeln leiden. Um dies zu gewährleisten, muss man diese Bestimmungen sehr gut kennen und ihre Anwendung beherrschen um spielerisch mit ihnen umgehen zu können; eine der Kernkompetenzen des Architekten. Am sensibelsten in diesem Punkt sind sicher Eltern kleinerer Kinder, Senioren und behinderte Menschen. Im Grunde legt deren Wohl den Maßstab für die Sicherheit in einem Bad fest. Barrierefreiheit ist heute der Standard im Bäderbau und der Beaufsichtigung kleiner Kinder wird von mir so hohe Priorität beigemessen, dass die Badeaufsicht in der Regel immer in unmittelbarer Nähe des Kleinkinderbereiches positioniert wird.

Zu den Angeboten und Besonderheiten eines Bades, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben können, zählt neben den Wasser-, Schwimm-, Sauna- und Wellnessangeboten natürlich auch die räumlich-architektonische Qualität des Bades.

Querschnitt West-Ost Badepark Bentheim

Querschnitt West-Ost Badepark Bentheim

Die Umgebung eines Bades sollte anregend wirken ohne aufzuregen – Entspannung und Freude an Wasser und Bewegung ohne Rummel. Unterschiedliche Abstufungen und Ausprägungen einer bestimmen Grundstimmung, eines Grundthemas der Gestaltung, wenn sie so wollen, bieten Abwechslung ohne in gestalterische Beliebigkeit abzugleiten. Der Badegast soll die Möglichkeit erhalten eigene Erfahrungen im im Umgang mit dem Element Wasser und seinem Körper machen zu können. Die architektonische Gestaltung muß diesem Umstand Rechnung tragen. Die Qualität von Materialien und Oberflächen, Proportionen, Lichtführung und Farbigkeit ist gerade hier von entscheidender Bedeutung um körperliches und geistiges Wohlbefinden zu fördern.

In welchem Umfang konnten entspannungsunterstützende Merkmale – wie z. B. Farbgebung, Beduftung oder optische Reize – in die Planung eingebracht werden?

Das Konzept des Badepark Bentheim hatte von Anfang an einen starken Bezug zur umliegenden landschaftlichen und baulichen Tradition. Das Gelände liegt in der Bentheimer Parklandschaft und nimmt die vor Ort charakteristischen Sandsteinmauern als Thema für den Entwurf des Gebäudes auf. Heller, sandfarbener Klinker, grau-grünlich lasiertes Eichenholz und die Farben von Pflaumen, hellem Hollunder und frischem Blattgrün nehmen Materialität und Farbigkeit der Umgebung auf und transportieren sie in den Innenraum.

Die Saunen erhalten ihren spezifischen Charakter durch eine an den zu verwendenden Essenzen orientierten Gestaltung. So gibt es eine Blütensauna, eine Erdsauna oder auch eine Waldsauna. Insgesamt herrscht eine entspannt- heitere Grundstimmung in einem zurückhaltenden farblichen Grundton, der nicht einer gewissen Eleganz entbehrt und der gezielt mit zum Teil kräftigen aber nie grellen Naturtönen akzentuiert wird. Ein Wortkunstprojekt begleitet die Besucher durch das Gebäude und stellt durch Begriffsneubildungen eine Beziehung zur Naturlyrik des 19. Jahrhunderts her. Das Bad wird als gestalterische Einheit erlebt und wahrgenommen.

Worauf kann und sollte der Besucher achten?

Nun, das hängt natürlich entscheidend vom persönlichen Fokus des Gastes ab. Ist er primär am Schwimmsport interessiert, dann sollte das Bad über eine ausreichende Anzahl von Schwimmbahnen verfügen und am besten ein 50m Becken haben. Ist er ein Erholungssuchender, dann ist die Qualität der räumlichen und architektonischen Gestaltung entscheidend für einen Besuch. Kinder sollten Ihrem Alter entsprechende echte Spiel- und Erfahrungsräume angeboten bekommen und keine Alibispritzfiguren und lieblose Kinderbereiche. Barrierefreiheit sollte unbedingt eingefordert werden. Im Allgemeinen erkennt man die Qualität eines Bäderbetriebs schon an der Haltung des Empfangspersonals, der Qualität des Speisenangebots und ähnlichen sekundären Merkmalen. Tritt der Servicegedanke hier zu Tage, dann kann man sicher sein, dass die Badleitung ambitioniert ist, die Badeaufsicht pflichtbewusst und umsichtig agiert und für die notwendige Sicherheit im Bad Sorge trägt.

Welche Visionen existieren Ihrerseits für die Planung künftiger Bäder?

Ich denke meine Visionen am liebsten im städtischen Kontext. Das müssen aber nicht immer Großstädte sein. Hier begeistern mich Konzepte der Funktionsmischung, also dem Auflösen scheinbarer Unvereinbarkeiten. Ich träume von Bädern in der Stadt. Vielleicht sogar gestapelt. Die Funktionen übereinander angeordnet mit spannenden Räumen, Ein- und Ausblicken. Wie im antiken Rom, wo Bäder selbstverständliche Treffpunkte des Alltages waren und doch heute ganz anders gedacht werden müssen. Öffentliche Bäder sind Ihrem Wesen nach leider immer defizitär, d. h. für die Kommunen, die Bäder bauen, geht es in wirtschaftlicher Hinsicht nicht um das Geld verdienen, sondern um das verringern des Defizits. Und hier setzen meine Visionen an. Die Grundversorgung mit Schwimm- und Freizeitangeboten wollen und müssen die Kommunen erfüllen. Ich träume also vom Bad als kommunalen Treffpunkt. Für mich sind Bäder ein Teil des öffentlichen Raumes. Ich träume von der Verquickung mit anderen öffentlichen Funktionen, wie der städtischen Bücherei, einer Kita oder mit privatwirtschaftlichen Einrichtungen wie einem Sportclub, Läden und Geschäften, einem Theater oder einer Kochschule, vielleicht auch dem Bahnhof. Die Verbindung zu Ärzten und Kliniken mit einer stärker auf die gesundheitliche Vorsorge hin ausgerichteten Haltung, ermöglicht neue Denkansätze. Krankenkassen als Investoren im Bäderbereich wären eine spannende Sache. Alle diese Gedanken kreisen um den Ansatz, dass das Bad ein Teil des öffentliche Raumes ist. Das begleitet mich ständig bei meiner Arbeit. Meiner Ansicht nach muss man ein Bad im Innenraum wie einen Außenraum denken und im Außenraum wie in einem Innenraum. Ein Bad muss zum Herumwandeln, zum sich spontan Niedersetzens, zum Betrachten einladen. Großzügige Räume sich abwechseln mit kleinteiligen Bereichen. Eben wie in den öffentlichen Räumen kleinerer Städte, nur kompakter und vertikaler. Und erst die sorgfältige Detaillierung der Außenräume, die Spannung, die zwischen Natur und Möblierung entsteht, ermöglicht eine hohe Aufenthaltsqualität.

Welche Rolle spielt die mediale Anbindung im Entspannungsbad der Zukunft?

Genau in der unkonventionellen Kombination von Funktionen liegen auch mediale Potentiale. Sollten sich die e-books weiter am Markt durchsetzen, könnte die Bibliothek ja eine Filiale mit Leseliegen im Bad einrichten. Wasserdichte Leseinseln bieten plätschernde Lesespannung. Ein Bad mit Bahnhof kombiniert bietet Konferenzräume mit Konferenzbecken an. Ein Club nutzt die Nachtstunden und die LED- Lichtanlage der Becken für Ihre Belange. Seniorengruppen geben Kurse in Wassergymnastik und übernehmen anschließend die ehrenamtliche Betreuung von Kindern. Alles vermittelt durch die Wasserkita deren Mitglieder über soziale Netzwerke im Internet im Austausch stehen. Hier muss man munter drauf los „spinnen“. Das Bad soll als selbstverständlicher Bestandteil des Alltages genutzt werden. Um sich dort aufzuhalten, sich zu treffen, Hausaufgaben zu machen oder zu feiern. Die Attraktivität des Wassers muss man nutzen und mit neuen Funktionen verquicken damit soziale Interaktion auf unkonventionelle Weise hergestellt werden kann. Darin sehe ich die Zukunft des Bades.

Interview:  JK

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