Ihre Gesundheit

„Sorge für dich – Verlängere deine Zeit“

so lautet das Motto des diesjährigen bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall. Die Bevölkerung soll mit vielen regionalen Aktionen zur Vorsorge und der Früherkennung sensibilisiert werden. Mehr als eine viertel Millionen Schlaganfälle ereignen sich nach aktuellen Berechnungen in Deutschland jährlich. Ungefähr ein Fünftel der Schlaganfall-Patienten sterben innerhalb von vier Wochen.

IGTV hat den Neurologen PD Dr. Hans-Christian Koennecke, Leiter der Neurologie Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Berlin, nach den Ursachen befragt:

PD Dr. Hans-Christian Koennecke

PD Dr. Hans-Christian Koennecke

Bei mehr als 80 Prozent aller Schlaganfälle handelt es sich um Durchblutungsstörungen, die zu einem Hirninfarkt führen. Häufigste Ursache hierfür ist der Verschluss einer Schlagader (Arterie) im Gehirn durch ein Blutgerinnsel. Diese werden oft aus dem Herzen oder arteriosklerotischen Veränderungen der hirnversorgenden Arterien in das Gehirn abgeschwemmt, was man als Embolie bezeichnet. Das Gerinnsel kann aber auch an einer durch Arteriosklerose geschädigten Arterie im Kopf selbst entstehen.

Hirnblutungen in das Gewebe werden meist durch das Platzen (Ruptur) einer kleineren Hirnarterie verursacht. Bei einer Subarachnoidalblutung kommt es infolge der Ruptur einer Aussackung (Aneurysma) einer größeren Hirnarterie zur Blutung in den flüssigkeitsgefüllten Raum, in dem das Gehirn schwimmend gelagert ist, den Subarachnoidalraum.

Schlaganfall - Das Gehirn Detail

Schlaganfall - Das Gehirn Detail

Wer gehört zur Risikogruppe?

Am stärksten gefährdet sind Patienten mit einem Bluthochdruck, der nicht konsequent behandelt wird. Daneben spielen Zigarettenrauchen, eine Fettstoffwechselstörung und Diabetes mellitus eine wesentliche Rolle. Ein erhöhtes Risiko haben auch Patienten mit bestimmten Herzerkrankungen, wobei hier dem Vorhofflimmern die größte Bedeutung zukommt. Insbesondere in Kombination mit anderen Faktoren wie Herzschwäche, höheres Alter und Bluthochdruck steigt das Schlaganfall-Risiko bei Vorhofflimmern deutlich an.

Welche Vorsorge ist möglich?

Vom Bluthochdruck ist bekannt, dass eine konsequente, früh einsetzende Therapie, bei der systolische Werte unter 140 und diastolische Werte unter 90 mmHg erreicht werden, das Risiko deutlich vermindern. Leider verläuft die Bluthochdruckkrankheit oft über Jahre unbemerkt, da erhöhte Werte meist keine Beschwerden verursachen. Wichtig ist daher die gelegentliche Kontrolle des Blutdrucks, z.B. beim Hausarzt. Aber auch die anderen genannten Risikofaktoren gilt es konsequent zu behandeln bzw. abzustellen (Rauchen).

Eine sehr effektive Vorbeugung von Schlaganfällen gelingt bei Patienten mit Vorhofflimmern durch Medikamente, welche eine stark gerinnungshemmende (‚blutverdünnende’) Wirkung haben.

Der Schlaganfall

Der Schlaganfall

Was gilt es im Notfall zu beachten?

Entscheidender Faktor beim akuten Schlaganfall ist die Zeit. Je länger das Intervall zwischen dem Einsetzen von Schlaganfallsymptomen und dem Beginn der Behandlung ist, desto schlechter stehen die Chancen für eine wirksame Therapie. Betroffene sollten daher sofort den Rettungsdienst (in Berlin über 112) alarmieren, der sie im Idealfall in eine neurologische Klinik mit Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation) bringt, wo unmittelbar eine spezifische Therapie eingeleitet werden kann.

Interview: JK

IGTV hat im vergangenen Jahr ein Interview mit PD Dr. Koennecke zum Thema Schlaganfall geführt, hier das Video.

zum Video Der Schlaganfall

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