Ihre Gesundheit

Gesundheitsgefahr durch Legionellen

Sicher haben Sie irgendwann schon einmal von der so genannten Legionärskrankheit gehört. Doch woher stammt dieser Begriff und was verbirgt sich dahinter?

Legionellen - gefährliche Bakterien... © fotoliaxrender

Legionellen – gefährliche Bakterien…
© fotoliaxrender

Tatsächlich bezieht sich der Name Legionärskrankheit auf ein Ereignis aus der jüngeren Vergangenheit: Im Juli 1976 erkrankten in der US-amerikanischen Stadt Philadelphia zahlreiche Delegierte eines Kongresses der American Legion, einer Veteranenorganisation der US Army, an einer schweren Form von Lungenentzündung; über 30 von ihnen starben. Alle Betroffenen hatten sich zuvor stundenlang im selben Veranstaltungsort, einem alten Hotel, aufgehalten. Die Suche nach der Ursache dieser Epidemie ergab schließlich, dass eine bis dato nicht gekannte Bakterienform für die zahlreichen Krankheitsfälle verantwortlich war. Die Bakterien waren über die kontaminierte Klimaanlage des Hotels verbreitet und von den Gästen eingeatmet worden. Die Wissenschaft gab diesen Bakterien den Namen Legionellae.

Heute sind fast fünfzig Arten dieser Kleinlebewesen bekannt und man weiß, dass sie in geringer Zahl weltweit im Wasser vorkommen. Zur Gefahr für die menschliche Gesundheit können Legionellen dann werden, wenn sie sich in Wassersystemen, die vom Menschen genutzt werden, massenhaft vermehren. Ideale Wachstumsbedingungen finden die Bakterien bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad, während sie im über 60 Grad heißen Wasser absterben. Die Aufnahme in den menschlichen Körper erfolgt zumeist durch das Einatmen von verwirbelten oder dampfenden Wassertröpfchen – also etwa beim Duschen oder in der Sauna, aber auch durch klimatisierte Raumluft.

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...befinden sich gelegentlich auch im Trinkwasser.

…befinden sich gelegentlich auch im Trinkwasser.
© stefan_weis

Was eine Legionelleninfektion beim Menschen bewirkt, ist wesentlich vom individuellen Gesundheitsstatus abhängig. In manchen Fällen wird die Infektion überhaupt nicht bemerkt, weil sich keine Krankheitssymptome zeigen. Da hat dann das Immunsystem wieder ganze Arbeit geleistet. Ist dieses jedoch durch Vorerkrankungen geschwächt oder medikamentös herunter gefahren, etwa nach einer Organtransplantation oder während einer Chemotherapie, können die Folgen schwerwiegend bis tödlich sein. Die Palette möglicher Krankheitsverläufe reicht von milden, erkältungsähnlichen Beschwerden über Symptome einer echten Grippe bis hin zu den rund zehn Prozent der Betroffenen, die eine schwere Lungenentzündung mit Brustschmerzen, hohen Fieberschüben, Übelkeit, Schüttelfrost und manchmal Verwirrtheitszuständen entwickeln. Die Sterblichkeitsrate dieser schweren Form liegt ebenfalls bei etwa zehn Prozent.

Während leichte Verläufe einer solchen Legionellose rein symptomatisch behandelt werden können (Husten-, Fieber- und ggfs. Schmerzmittel), kommen, wenn eine Lungenentzündung vorliegt, Antibiotika zum Einsatz, zumeist Präparate mit dem Wirkstoff Levofloxacin. Klassisches Penicillin ist hier gänzlich unwirksam. Entscheidend für den Krankheitsverlauf ist auch, dass der Erregertyp möglichst frühzeitig bestimmt und mit der Behandlung unverzüglich begonnen wird. Die Ausheilungsphase kann mehrere Wochen bis Monate dauern.

Eine vorbeugende Impfung gegen die Legionellengefahr gibt es nicht. Vorbeugen kann man jedoch, indem man dafür sorgt, dass das Warmwasser, welches man nutzen möchte, häufig über 60 Grad heiß ist und die Warmwasserleitungen damit gründlich durchgespült werden.

Ein praktisches Beispiel: Sie kommen ins Hotel und wollen duschen. Sie wissen nicht, seit wie langer Zeit das Warmwasser schon in den Leitungen steht. Also lassen Sie das Warmwasser erstmal eine Minute oder etwas länger voll aufgedreht strömen und verlassen sofort nach Öffnen des Ventils das Bad, wobei sie die Tür hinter sich schließen, um den entstehenden Dampf nicht einzuatmen. Zwischenzeitlich öffnen Sie ein Fenster, um für Durchzug zu sorgen. Dann schließen Sie wieder das Warmwasserventil und lassen den Dampf abziehen. Nun sollte das Risiko einer Legionelleninfektion erheblich vermindert sein.

Text: Alexander Strauch

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