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Reizdarmsyndrom

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Prof.Dr. Stefan Müller-Lissner von der Park-Klinik Weissensee erläutert im Filmbeitrag Symptome und Therapiemöglichkeiten des Reizdarmsyndroms – ein Leiden, von dem weit mehr Deutsche betroffen sind, als man gemeinhin vermutet.

Das Reizdarmsyndrom, lat. Colon irritable, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Man nimmt an, dass bis zu 30% der erwachsenen Bevölkerung (sogar jeder zweite aller Patienten mit Magen-Darmbeschwerden) in der Bundesrepublik Deutschland unter einem Reizdarmsyndrom leiden. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Ein Reizdarmsyndrom tritt typischerweise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals in Erscheinung.

Die Behandlung des Reizdarmes richtet sich nach den jeweils vorherrschenden Symptomen mit dem Ziel, Schmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung zu beseitigen oder zumindest deutlich zu lindern. In Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung und den vorwiegenden Symptomen wird ein individueller Therapieplan erstellt. Wichtig für den Behandlungserfolg ist, dass die Betroffenen über den gutartigen Charakter des Reizdarmsyndroms aufgeklärt werden, insbesondere um Ängste vor einer schweren Erkrankung (v.a. Krebsangst) zu nehmen. Bei vielen Patienten mit milden bis mäßig starken Beschwerden genügt neben der sorgfältigen Information oft schon eine Anpassung der Ernährung mit ballaststoffreicher Kost zur Behandlung.

Ist darüber hinaus die Gabe von Medikamenten erforderlich, kommen je nach Beschwerdebild krampflösende Präparate (Spasmolytika, Muskelrelaxantien), pflanzliche und synthetische Ballaststoffe bzw. Quellmittel und Durchfall hemmende Substanzen in Frage. Ballaststoffe und Quellmittel werden vor allem bei Verstopfung eingesetzt. Bei hartnäckiger Verstopfung kann zu Beginn auch eine Kombination mit anderen Abführmitteln erforderlich werden. Vor der langzeitigen Anwendung, besonders von reizenden Abführmitteln, muss indes dringend abgeraten werden. Die Kombination von Stuhlquellmitteln als Basistherapie und Spasmolytika sowie Loperamid als Bedarfsmedikamenten kann beim Diarrhoe- (Durchfall) dominanten Reizdarmsyndrom einen günstigen Effekt haben.
Zur Schmerzbehandlung werden neben Spasmolytika gelegentlich auch Antidepressiva eingesetzt, wobei die schmerzlindernde Wirkung dieser Medikamente ausgenützt wird, die bei einer sehr viel geringeren Dosis einsetzt als sie zur Behandlung einer Depression erforderlich wäre.

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