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Sprunggelenk


Das Sprunggelenk stellt die Verbindung zwischen den Knochen des Unterschenkels, nämlich Schienbein und Wadenbein (Tibia und Fibula) und der Oberseite des großen Fußgelenkknochens (Talus) her. Es funktioniert als eindimensionales Scharniergelenk.
Die Oberflächen des Gelenks, also jene Teile von Bein- und Fußknochen, die aufeinander treffen, sind mit einer gleitfähigen Knorpelschicht überzogen. Der Knorpel wiederum ist von einer Flüssigkeit absondernden Membran umgeben. Mit dieser Gelenkschmiere wird die Reibung vermindert bzw. die Gleitfähigkeit erhöht. Insgesamt werden vier Gelenkflächen unterschieden, die das Gesamtgelenk bilden. Dies sind zum einen die Innenseiten an den unteren Vorsprüngen von Schienbein und Wadenbein (medialer und lateraler Malleolus), zum anderen die Unterseite des Schienbeinendes, die das „Dach“ der Gelenkpfanne bildet, und schließlich als Gegenstück die walzenförmige Oberseite (Trochea) des Fußgelenkknochens (Talus).

Um dem Sprunggelenk die nötige Stabilität zu verleihen (es muss die Last des praktisch ganzen Körpers tragen), wird es von zahlreichen starken Bändern gehalten, die sich grob in äußere und innere Bänder (mediales und laterales Band) unterteilen lassen. Das Gelenk ist damit in der Lage, sich auf der Längsachse nach vorn zu senken (Strecken des Fußes, Plantarflexion) sowie sich nach hinten zu heben (Anziehen des Fußes nach oben, Dorsalflexion).

Plattfuß (Pes planus)

Als Plattfuß bezeichnet man eine von Geburt an vorhandene oder auch später erworbene Fehlstellung des Fußes. Während bei der normalen Ausformung des Fußes das Stehen und Gehen über die Hauptauflagebereiche Vorderfußballen, Fußaußenkante und Hacken (Ferse) erfolgt und zwischen diesen Bereichen ein Hohlraum verbleibt, der keinen Bodenkontakt hat, ist beim Plattfuß das sogenannte Längsgewölbe am Innenrand der Fußsohle abgeflacht, so dass beim Stehen oder Gehen praktisch die gesamte Fußunterseite auf dem Boden aufliegt. Diese Form bleibt auch im unbelasteten Zustand bestehen; hier liegt der Unterschied zum sogenannten Senkfuß, wo das Fußgewölbe noch als solches erkennbar ist und sich nur unter Belastung absenkt.
Das plattfüßige Stehen und Gehen bedingt eine Überbeanspruchung der Ferse bei gleichzeitiger Minderbelastung des Fußballens, hieraus folgt meist eine entsprechende Verformung mit breiterer, konvex gerundeter Ferse und schmalerem Fußballen. Auch bestimmte Fußknochen (Sprungbein und Fersenbein) zeigen hier charakteristische Lageveränderungen.
Ein Plattfuß kann im selteneren Fall familiär bedingt und angeboren sein, meist zusammen mit anderen Fehlbildungen des Skeletts. Viel häufiger jedoch ist der Fall des erworbenen Plattfußes. Neben einer (ggfs. vererbten) Schwäche des Fußhalteapparates (Bindegewebe, Bänder, Muskeln) sind weitere Ursachen möglich: Dauerhaft falsche und / oder zu hohe Belastung der Füße (Übergewicht, einengendes Schuhwerk), Bewegungsmangel, Krankheiten wie Kinderlähmung, Rachitis, Arthrose im Fußgelenk, Unfälle mit Knochenbruch im Fußbereich, Erkrankungen der Unterschenkelsehne.

Da plattfüßigen Menschen die Federkraft der Fußsohle fehlt, ist deren Gang oft schwerfällig oder stampfend. Es fehlt das schwungvolle Wippen. Zudem verursachen Plattfüße oftmals chronische Bewegungsschmerzen, die von der Fußsohle über den Wadenbereich bis zu den Oberschenkeln und Hüften, manchmal sogar bis in den Rücken ausstrahlen können.

Zur Diagnose und Behandlung von Plattfüßen ist der Gang zum Facharzt für Orthopädie angezeigt. Er stellt die Diagnose anhand des äußeren Erscheinungsbilds beim Stehen und Gehen sowie eines Sohlenabdrucks, der die Belastungsverhältnisse in den einzelnen Bereichen der Fußsohle widerspiegelt. Bei Bedarf wird ein ergänzendes Röntgenbild erstellt, welches typische Veränderungen im Winkel der Fußknochen zueinander zeigt.

Häufig wird die Auffassung vertreten, dass ein Plattfuß, solange er keine Beschwerden verursacht, auch nicht behandelt werden muss. Diese pauschale Aussage greift indes zu kurz, denn unsere Füße müssen das Gewicht des Körpers durch das ganze Leben tragen, und wir werden immer älter. Daher sollte von Geburt an auf gesunde Füße geachtet werden. Angeborene Plattfüße können mit gutem Erfolg gleich in den ersten Lebenswochen operativ korrigiert werden. Bei kleinen Kindern ist der Stützapparat des Fußes noch schwach, daher zeigen diese häufig eine Kombination von Platt- und Knickfuß (Abknicken des Fußgelenkes nach innen, in Längsrichtung gesehen). Angepasstes Schuhwerk, genug Bewegung und ggfs. unterstützende Einlagen helfen, die wachsenden Füße in die richtige Form zu bringen. Auch der Plattfuß bei Erwachsenen kann mit krankengymnastischen Übungen zur Verbesserung der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur sowie Einlagen oder orthopädischen Maßschuhen erfolgreich behandelt werden. In schweren Fällen, etwa wenn ein Plattfuß Folge einer Arthrose im Fußgelenk ist, hilft eine Operation.

Klumpfuß (Pes varus)

Unter dem Begriff Klumpfuß versteht man eine zumeist angeborene, umfassende Fehlbildung des Fußes. Sie kann einen oder beide Füße betreffen, ferner kann jedes krankhafte Einzelmerkmal des Klumpfußes unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die wichtigsten Komponenten, die hier zusammen kommen sind der Spitzfuß (verkürzte Achillessehne, Fersenhochstand, Fußspitze zeigt nach unten), der Sichelfuß (Vorfuß und Zehen sind nach innen verdreht) und der Hohlfuß (Längsgewölbe des Fußes ist erhöht). Betroffen sind neben den Knochen also auch Muskeln, Sehnen und Bänder. Die Fehlstellungen sind zumeist versteift und lassen sich nicht durch manuellen Druck ausgleichen. Somit ist ein auch nur annähernd normaler Gebrauch des Fußes bzw. der Füße nicht möglich. Nach der angeborenen Hüftgelenkverrenkung (Dysplasie) ist der Klumpfuß die zweithäufigste angeborene Missbildung: In Deutschland ist etwa eines von 1.000 Neugeborenen betroffen, Jungen doppelt so häufig wie Mädchen. Bei etwa fünf Prozent der Klumpfußfälle sind weitere Deformationen des Skeletts oder auch neurologische Defekte vorhanden, so dass eine umfassende Untersuchung wichtig ist.

Die genauen Ursachen für diese angeborene Fehlbildung sind noch nicht genau bekannt. Neben erblichen Aspekten werden Lageanomalien und / oder Fruchtwassermangel während der Schwangerschaft, Umweltfaktoren, Rauchen / Genussmittel / Medikamentenmissbrauch der Schwangeren sowie ein Missverhältnis in der Entwicklung von Muskel- und Bindegewebe beim ungeborenen Kind diskutiert.

Die komplexe Fehlbildung kann schon bei der Erstuntersuchung des Neugeborenen aufgrund des Erscheinungsbildes diagnostiziert werden. Zumeist werden dann Röntgenaufnahmen gemacht, um die genaue Schwere der einzelnen Verformungen sowie den Krankheitsverlauf beurteilen zu können. Hieraus ergibt sich dann auch die Therapieform und Abfolge. Ein unbehandelter Klumpfuß verformt sich während der Wachstumsjahre noch weiter, so dass eine nachhaltige Behandlung in jedem Fall erforderlich ist.

Ziel einer jeden Therapieform ist die möglichst umfassende Herstellung der normalen Fußfunktionen. Hierbei ist essentiell wichtig, dass unverzüglich nach der Diagnosestellung mit der Behandlung begonnen und diese konsequent bis zum Wachstumsabschluss durchgeführt wird, unter aktiver Mitarbeit des Betroffenen. Im Prinzip geht es darum, die komplexe Fehlstellung nach und nach durch das Einwirken zielgerichteter kleiner Kräfte über einen längeren Zeitraum zu korrigieren. Dies erfolgt meist mittels sogenannter redressierender Etappengipsverbände, die erst in täglichen, später in längeren Abständen gewechselt werden, mit fortlaufend angepasster Korrekturstellung. Ergänzende krankengymnastische Übungen helfen bei Aufbau und Dehnung der fehlerhaften Muskulatur. Im Anschluss an die Gipstherapie geht es darum, die korrigierte Fußstellung möglichst bis zum Abschluss der Wachstumsphase genau so zu erhalten, hierbei helfen speziell angepasste Schienen und / oder Einlagen. Ergänzende Operationen (etwa Verlängerung der Achillessehne) können hinzu kommen. Die meisten mit der Klumpfußverformung Geborenen sind nach der Wachstumsphase nicht mehr behandlungsbedürftig und können ihre Füße normal benutzen, auch zu sportlichen Aktivitäten.

Spitzfuß (Pes equinus)

Hierbei handelt es sich um eine Fehlstellung des Fußes, die sich durch einen sog. Fersenhochstand bemerkbar macht: Nicht der ganze Fuß berührt beim Stehen und Gehen den Boden, sondern nur der vordere Auflagenbereich, der Zehenballen. Ein natürliches Abrollen des Fußes von vorn nach hinten ist unmöglich, ebenso kann die Ferse nicht auf den Boden gebracht werden. Da sich ein bildhafter Vergleich mit vielen Säugetierarten, die natürlicherweise nur mit dem Vorderfuß auftreten herstellen lässt, wird die Fehlbildung auch als Pferdefuß, lat. Pes equinus, bezeichnet. In der Anatomie des Menschen ist diese Fußhaltung nicht vorgesehen und unvorteilhaft: Sie verhindert einerseits den stabilen Stand bzw. den sicheren Gang und birgt außerdem die Gefahr von orthopädischen Folgeschäden, etwa Verkrümmungen der Wirbelsäule. Die Verformung kann nicht spontan durch passives Bewegen (Drücken, Ziehen) verändert werden. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass ein Spitzfuß immer behandelt werden sollte.

Man unterscheidet zwischen angeborenem und erworbenem Spitzfuß. Ersterer kann eine Folge von Zwangsfehlhaltungen im Mutterleib sein, ferner kommen ein angeboren ausgerenktes Kniegelenk oder eine Unterentwicklung der Unterschenkelknochen als Ursachen in Betracht. Für einen in späteren Jahren ausgebildeten Spitzfuß gibt es viele mögliche Ursachen, die meistens mit einem verkürzten Wadenmuskel bzw. einer verkürzten Achillessehne zu tun haben: Spastische Kinderlähmung als Folge eines Geburtstraumas, neurologische Störungen (etwa nach Schlaganfall), Unfallfolgen mit Muskellähmungen im Wadenbereich, mechanische Ursachen wie lange Bettlägerigkeit, bei der der Fuß nicht richtig abgestützt wird oder fixierende Gipsverbände nach Frakturen. Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch die Ausbildung eines Spitzfußes als Folge jahrelangen und überwiegenden Tragens von Schuhen mit hohen Absätzen, wovon typischerweise Frauen betroffen sind.

Der Facharzt für Orthopädie diagnostiziert die Fehlbildung anhand der typischen Fußhaltung sowie dem Gangbild des Betroffenen und wird nach den Ursachen forschen. Röntgenbilder geben Auskunft, inwieweit die Fußknochen an der Fehlbildung beteiligt sind, bei Bedarf können ergänzende Aufnahmen Aufschluss darüber geben, ob weitere Teile des Skeletts (Wirbelsäule, Hüfte, Knie) bereits von der Fehlstellung in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Weitere Untersuchungen betreffen die möglicherweise geschädigte Muskulatur. Mittels der sog. Elektromyographie wird die von einem Muskel abgeleitete elektrische Spannung gemessen, so können verkrampfte oder gelähmte Muskelstränge entdeckt werden.

Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten des Spitzfußes richten sich nach der Ursache der Fehlstellung. Bei Kindern wie Erwachsenen wird zunächst mit krankengymnastischen Übungen versucht, den Fuß durch Dehnen der verkürzten Unterschenkelmuskulatur seiner Normalstellung näher zu bringen. Ergänzend kann der Fuß durch Gipsverbände für einen bestimmten Zeitraum in der erwünschten Stellung fixiert werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann die Achillessehne operativ verlängert werden. Im höheren Alter wird die Fehlstellung häufig durch eine Operation korrigiert, bei der das obere Sprunggelenk des Fußes versteift wird (Arthrodese), um den Fuß der gewünschten Position näher zu bringen. Zwar kann der betroffene Fuß danach nicht mehr in Längsachse gebeugt werden, dennoch ist das Stehen und Gehen dank der wieder hergestellten richtigen Grundposition erleichtert. Orthopädische Maßschuhe mit festem Halt, ggfs. mit Höhenausgleich, sind dann ein weiteres wichtiges Hilfsmittel, um einen möglichst sicheren Gang zu ermöglichen.

Hammerzehe und Krallenzehe (Digitus malleus)

Als Hammerzeh wird die dauerhafte Deformation einer oder mehrerer Zehen bezeichnet, bei der das Mittelglied nach oben gewölbt und das Endglied nach unten gebogen ist. Dagegen ist beim Krallenzeh das Zehengrundgelenk überstreckt oder ausgerenkt, bei gleichzeitiger Beugung des Mittel- und Endgelenkes. Betroffen sind zumeist die zweite und dritte Zehe. In der medizinischen Praxis wird zwischen flexiblen und fixierten Hammerzehen unterschieden; Die flexible Hammerzehe lässt sich noch passiv, also durch Druck von außen, in die Normalstellung bringen, während es im weiteren Verlauf der Erkrankung meist zu einer Versteifung der Verkrümmung kommt, die sich nicht spontan korrigieren lässt. Häufig steht die Ausbildung von Hammerzehen im Zusammenhang mit weiteren Fußmissbildungen wie Hallux valgus (Fehlstellung der großen Zehe) oder Spreizfuß.

Häufigste Ursache für derartige Deformationen ist das Tragen von unpassendem Schuhwerk (zu eng, zu hohe Absätze) über einen längeren Zeitraum und ohne ausgleichende Phasen des Barfußlaufens und bewussten, vollständigen Abrollens der Füße bis über die Zehenspitzen. Die Zehen werden durch falsches Schuhwerk innen an die Schuhspitze gestoßen und zusammengeschoben, wobei sie sich verkrümmen. Die Fußmuskulatur, die eigentlich für das Bewegen der Zehen zuständig ist, verkümmert bzw. verkürzt sich, bis die gekrümmten Zehen in der unnatürlichen Position verbleiben. In selteneren Fällen können derartige Deformierungen auch Folge von Unfallverletzungen im Unterschenkel- oder Fußbereich sein. Auch neurologische Störungen mit Lähmungen können zu derartigen Zehenverkrümmungen führen.

Neben dem nachteiligen kosmetischen Aspekt (die verkrümmten Zehen stehen dem Idealbild einer gleichmäßig und geradlinig geformten Zehenreihe entgegen) führt die Deformation früher oder später zu schmerzhaften Beschwerden beim Gehen, bedingt durch die veränderten Belastungsverhältnisse des Vorfußes und Schwielenbildung. Die durch die Krümmung verkürzten Zehen brauchen mehr Platz in der Höhe und drücken an die Schuhdecke, es bilden sich an allen Vorsprüngen Verdickungen der Hornhaut (Schwielen) bis hin zu auf die Knochen drückenden, kegelförmigen Hühneraugen. Die Schmerzen können so stark sein, dass das Gehen schon nach ein paar Metern unmöglich wird. Im fortgeschrittenen Stadium können sich die völlig verkrümmten Zehen auch übereinander schieben und sich aus ihrem Grundgelenk ausrenken (luxieren).

Der Orthopäde kann die Erkrankung schnell anhand des äußeren Erscheinungsbildes (Stellung, Schwielenbildung) diagnostizieren; ein ergänzendes Röntgenbild zeigt eventuelle arthrotische Veränderungen der Gelenke. Bei den Behandlungsmöglichkeiten wird grundsätzlich zwischen konservativen und operativen Therapien unterschieden. Bei noch beweglichen Zehen wird man zunächst stets versuchen, durch Fußpflegemaßnahmen (Abtragen der Schwielen, Hühneraugenentfernung) sowie durch druckentlastende Pflaster, Zehengymnastik und Einlagen der fortschreitenden Verkrümmung entgegen zu wirken. Darüber hinaus muss ungeeignetes Schuhwerk fortan konsequent gemieden werden. Zur dauerhaften Beseitigung der Fehlstellung ist dann oftmals noch eine Operation erforderlich. Es existieren verschiedene Verfahren, wobei es auf die Erfahrung des behandelnden Arztes ankommt, die individuell am besten geeignete Methode auszuwählen. Es können Sehnen verkürzt oder Knochenteile abgetragen werden, um die Zehe(n) wieder in eine natürliche Position zu bringen. Nach der Operation werden die behandelten Glieder mittels Drähten oder Verbänden für einige Zeit in der neuen Haltung fixiert, bis man die Belastung des Fußes wieder auf das normale Maß steigern kann.

Hohlfuß (Pes excavatus)

Einen Hohlfuß kann man sich praktisch als das Gegenteil des Plattfußes vorstellen: Bei dieser (selten) angeborenen, meist aber erworbenen Fußfehlstellung ist das Längsgewölbe der Fußunterseite stark überhöht, wodurch die natürliche Aufstandsfläche der Fußsohle stark verkleinert ist und somit der Vorfuß (Ballen) und die Ferse übermäßig stark belastet werden. Gleichzeitig ist der Fußrücken (auch als Rist bzw. Spann bezeichnet) stark überhöht, häufig findet sich auch eine Krallenstellung der Zehen. Der überhöhte Fußrücken drückt im Schuh; hier sowie an den übermäßig belasteten Bereichen der Fußsohle bilden sich Druckstellen, die beim Stehen und Gehen heftig schmerzen können. Durch die verkleinerte Aufstandsfläche des Fußes wird der Gang unsicher bis wacklig, die Gefahr für ein Umknicken mit Verstauchungen oder Stürze steigt.

Neben der angeborenen Form kann sich ein Hohlfuß auch im Laufe der Lebenszeit entwickeln. Eine häufige Ursache ist das jahrelange Tragen von ungeeignetem Schuhwerk (zu eng, zu hohe Absätze). Bisweilen wird die langsam fortschreitende Deformation des Fußes auch von Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) verursacht, die eine Schwächung oder Lähmung der sog. kleinen Fußmuskulatur mit sich bringen; hier sind ein nervlich bedingter Muskelschwund (Atrophie) oder ein Absterben von Nervenzellen mit Gewebeveränderungen (amyotrophische Lateralsklerose, Kürzel: ALS) zu nennen.

Ein Hohlfuß lässt sich schon aufgrund des äußeren Erscheinungsbilds leicht diagnostizieren. Der Orthopäde bestimmt den Schweregrad der Fehlstellung mit einem Fußabdruck und ergänzenden Röntgenaufnahmen. Darüber hinaus sollte immer eine detaillierte neurologische Untersuchung vorgenommen werden, um eine mögliche Grunderkrankung des Nervensystems zu erkennen oder auszuschließen.

Zur Behandlung des Hohlfußes stehen grundsätzlich konservative und operative Verfahren zur Verfügung, je nach dem, wie stark die Fehlbildung bereits ausgeprägt ist. Neben der konsequenten Vermeidung von ungeeignetem Schuhwerk können bei leichteren Formen, wenn der Fuß noch flexibel ist, Maßnahmen wie Krankengymnastik, häufiges Barfußlaufen, speziell angepasste Einlagen bzw. Schuhe und das nächtliche Anlegen formender Schienen schon dauerhafte Besserung bringen.

Die Operation einer schweren Hohlfuß-Deformation ist aufwändig, da hierbei möglichst gleichzeitig mehrere Bestandteile des Fußaufbaus (Muskelstränge, Sehnen, Knochen) in Ihrer Position und / oder Proportion zueinander verändert werden müssen, ggfs. auch durch Versteifung einzelner Gelenke. Häufig sind Zweit- oder Dritteingriffe erforderlich. Ziel der Operation(en) ist es, einem natürlichen, gesunden Fuß in Gestalt und Funktion möglichst nahe zu kommen.

Spreizfuß (Pes transversoplanus)

Der Spreizfuß ist die am häufigsten anzutreffende Fußfehlstellung beim Menschen. Man versteht darunter einen verbreiterten Vorfuß durch ein Auseinanderweichen der Knochenstrahlen der fünf Zehen. Normalerweise zeigt die menschliche Fußunterseite einen nach oben gewölbten Bogen, das sog. Quergewölbe, im Bereich des Vorfußballens, so dass beim Stehen und Gehen die Hauptbelastungspunkte im Bereich des Grundgelenks der großen (ersten) und der fünften Zehe liegen. Das Quergewölbe wird durch Muskeln und Bänder gebildet und aufrecht erhalten. Häufig ist dieses Gewölbe jedoch nicht vorhanden (durchgetreten), so dass auch unter den Grundgelenken der weiteren Zehen deutliche Druckpunkte mit Schwielenbildung vorhanden sind. Da diese Bereiche physiologisch nicht für so hohe Druckbelastung vorgesehen sind, kann es hier zu chronischen, belastungsabhängigen Schmerzen kommen. Da zudem, um die Schmerzen zu mindern, der ganze Gang unnatürlich verändert wird, drohen Folgeschäden an anderen Bereichen des Skeletts.

Ein Spreizfuß ist nur selten angeboren, wenn, dann meist in Verbindung mit weiteren Fußdeformitäten wie Plattfüßen. Hier liegt zumeist eine erbliche Schwäche von Muskulatur und Bindegewebe vor. Meistens jedoch entwickelt sich die Fehlstellung durch lang andauernde Überbelastung der Füße und / oder das Tragen von falschem Schuhwerk (zu enge Spitze, zu hohe Absätze). Betroffen sind demnach häufig Frauen, übergewichtige Menschen oder solche mit stehintensiven Tätigkeiten auf zumeist harten Böden (Verkäufer, Köche, Ärzte etc.). Die Diagnose stellt der Facharzt für Orthopädie anhand des äußeren Erscheinungsbildes mit verbreitertem Vorderfuß, abgesenktem Quergewölbe und vermehrter Schwielenbildung unter allen Zehengrundgelenken. Ergänzende Röntgenaufnahmen zeigen ggfs. pathologische Veränderungen des Knochenbaus (anormale Winkel zwischen erstem und zweitem Mittelfußknochen, breitere Auffächerung des Mittelfußes).

In der medizinischen Praxis herrscht die Meinung vor, dass ein Spreizfuß, solange er keine Beschwerden verursacht, auch nicht behandlungsbedürftig ist. Es muss jedoch bedacht werden, dass durch fortwährendes Tragen von zu engem, spitz zulaufendem Schuhwerk eine dauerhafte Zehendeformierung verursacht werden kann, mit Ausbildung von Hammer- bzw. Krallenzehen und der oft sehr schmerzhaften Schiefstellung der großen Zehe (Hallux valgus). Bei Schmerzen durch die unnatürliche Druckverteilung helfen spezielle Einlagen, Schuhpolster und Verbände zur Entlastung des durchgedrückten Quergewölbes, unterstützt durch Fußgymnastik. Unabdingbar ist das Tragen von bequemem, nicht einengendem Schuhwerk. Bei schwerer Ausprägung der Fehlstellung mit drohenden Folgeschäden kommt auch eine Operation in Betracht, bei der die Position der Mittelfußknochen verändert wird. Hier können dann auch Folgefehlstellungen der Zehen gleich mit korrigiert werden.

Hackenfuß (Pes calcaneus)

Bei dieser eher seltenen Fehlstellung des Fußes ist, bedingt durch eine Schädigung bzw. Nichtfunktion der Wadenmuskulatur die Ferse steil gestellt und nur der hintere Teil des Fußes berührt beim Stehen und Gehen den Boden. Die Belastungsbereiche des Vorderfußes (Zehenballen) sind weich und ohne Schwielen, da nicht oder nur gering in Gebrauch. Meist ist die Fußsohle zusätzlich nach außen angehoben (Pronation, Einwärtskantung). Dem Betroffenen ist es unmöglich, den ganzen Fuß flächig auf den Boden zu senken, auch das normale Abrollen über die Fußspitze ist aufgrund des Ausfalls der Wadenmuskulatur gestört. Somit kann der Hackenfuß als das Gegenteil vom Spitzfuß verstanden werden.

Ein Hackenfuß kann angeboren oder erworben sein. Für die erstgenannte Variante kommen erbliche Faktoren in Betracht (sog. Wachstumsdeformität mit Muskelungleichgewicht), ebenso Zwangsfehlstellungen des werdenden Kindes im Mutterleib oder angeborene Fehlbildungen von Wirbelsäule und Rückenmark (Spina bifida). Bildet sich in späteren Jahren ein Hackenfuß aus, ist die zumeist eine Folge von Unfällen mit Verletzung von Schienbeinnerv, Wadenmuskulatur und Achillessehne (Durchtrennung, Überdehnung). Auch eine länger andauernde Fixierung eines verletzten Fußes durch Gips oder Verbände kann das Entstehen einer Hackenfuß-Fehlstellung begünstigen. Ferner kommen neurologische Erkrankungen mit spastischen Lähmungserscheinungen als Ursache in Frage.
Da durch das ausschließliche Belasten des Hackens beim Stehen und Gehen ein fehlerhaftes Gangbild mit einer Beugestellung der Knie- und Hüftgelenke und einer vermehrten Beckenkippung entsteht, hat diese Fehlstellung mit der Zeit somit negative Auswirkungen auf das gesamte Skelettsystem. Daher ist eine Behandlung dringend geboten, je geringer die Fehlstellung noch ausgeprägt ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung. Der Orthopäde stellt die Diagnose „Hackenfuß“ aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes, des Gangablaufs und durch ergänzende Röntgenaufnahmen, ggfs. auch von Knie- und Hüftgelenken, um etwaige Auswirkungen auf das übrige Skelettsystem beurteilen zu können.
Ein angeborener Hackenfuß bessert sich oft bald von selbst, ohne dass eine spezielle Therapie eingeleitet werden muss. Für die übrigen und später erworbenen Fälle kommt zunächst eine konservative Behandlung mit Gymnastik und Dehnübungen sowie der sog. Redressionstherapie mit dehnenden Gipsverbänden und Schienen in Betracht. Kann hiermit keine ausreichende Besserung der Fehlstellung erreicht werden, kann auch operativ vorgegangen werden, etwa durch Verkürzung der Achillessehne oder Versteifung der Bestandteile des unteren Sprunggelenks (Triple-Athrodese) mit anschließender Krankengymnastik zur Stärkung der Muskulatur. Eine Operation bessert die Gesamterscheinung der Fußstellung deutlich, kann jedoch die Fehlhaltung meist nicht gänzlich beseitigen.

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