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Schultergelenk

Das Schulter- oder Gleno-Humeral-Gelenk ist ein Kugelgelenk an der Schnittstelle vom Oberarmknochen (Humerus) mit dem Schulterblatt (Scapula), dem dreieckigen flachen Knochen auf der Rückseite des Brustkorbs. Es ist für eine große, dreidimensionale Bewegungsfreiheit vorgesehen.

Fünf Gelenke und 26 Muskeln machen das komplexe Bewegungsspiel der menschlichen Schulter möglich. Oft macht man sich nicht bewusst, dass die meisten Armbewegungen das Ergebnis eines Zusammenspiels mehrerer Gelenkabschnitte im Schulterbereich sind.
Das eigentliche Schultergelenk ist enorm beweglich, das es in seinen Drehmöglichkeiten kaum durch knöcherne Strukturen beschränkt wird. Es ist dadurch aber auch eine besonders sensible und verletzungsgefährdete Körperpartie. Das Schultergelenk wird vom Kopf des Oberarmknochens und von der Gelenkpfanne des Schulterblatts gebildet. Durch die schmale Pfanne und die lockere Führung des Gelenkes ist die Beweglichkeit in der Schulter sehr groß. Die Gelenklippe (Labrum) erhöht die Stabilität, indem sie die eigentliche Gelenkfläche erweitert. Verschiedene Muskeln und Sehnen, die das Gelenk umgeben, sorgen für zusätzliche Stabilität. Sie bilden die Rotatorenmanschette, die den oberen Teil des Oberarmknochens auf drei Seiten umgibt.

Bei Beschwerden im Schulterbereich sind zur Diagnose von Erkrankungen oder Verletzungen meist eingehende Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (Ultraschall, Kernspin) erforderlich. In jedem Fall ist die Früherkennung von Problemstellungen durch den Facharzt hilfreich, um die natürliche Funktion des Gelenks schnell und möglichst komplikationsfrei wieder herstellen zu können.

instabile Schulter

Hierbei hat das Schultergelenk keine sichere Führung mehr, es „schwimmt“. Der Oberarmkopf bleibt bei der Bewegung des Armes, vor allem unter Belastung, nicht mehr in der Gelenkpfanne zentriert, sondern wandert.

Ursache
Bei der der angeborenen Instabilität, ist das gesamte Stützgewebe des Körpers schwach und entsprechend sind die Kapsel und Bänder des Schultergelenkes lax und weit.

Symptome
Spürbar wird die Instabilität durch Schmerzen unter Belastung. Häufig kommt ein unsicheres Gefühl hinzu, mit Angst vor einer Verrenkung beim Anheben des Armes zur Seite und gleichzeitiger Außendrehung.

Therapie
Zur Stabilisierung des gesamten Schultergelenkes und zur Stärkung der Schultergürtel- und Schulterblattmuskulatur sollte ein spezielles Krafttraining unter physiotherapeutischer Anleitung durchgeführt werden, ergänzt durch Übungen in Eigenregie.
Im Falle einer chronischen Instabilität mit wiederholten Verrenkungen oder bei der ersten Luxation beim jungen Menschen ist eine Operation sinnvoll. Dabei wird die Gelenklippe (Labrum) wieder am Pfannenrand angenäht und die überdehnten Bänder werden gestrafft. Der Eingriff erfolgt auf minimal-invasivem, arthroskopischem Wege.

Schulterdachenge (Engpass-Syndrom, Impingement)

Frei übersetzt bezeichnet Impingement (engl.) einen Engpass oder eine Einklemmung von Gewebe unter dem Schulterdach. Das Impingement-Syndrom wird als häufigste Ursache für chronische Schulterschmerzen, vor allem beim seitlichen Abspreizen des Armes, angesehen. Durch knöcherne Vorsprünge am Schulterdach oder am Schultereckgelenk entstehen Entzündungen sowie Einrisse an der Rotatorenmanschette und am Schleimbeutel.

Ursache
Mögliche Ursachen sind zum einen starke, aber auch einseitige Beanspruchungen der Schulter in Beruf, Alltag und Sport und zum anderen eine geschwächte, nicht ausgeglichene Muskulatur des Schultergürtels und der Wirbelsäule.

Symptome
Neben den Beschwerden beim Abspreizen des Armes treten Schmerzen auch während der Nachtruhe auf, so dass man nicht auf der Seite liegen kann. Ferner kann der Griff zur Gesäßtasche oder auf den Autorücksitz, sowie das Heben von schweren Gegenständen mit gestrecktem Arm starke Schmerzen hervorrufen.

Therapie
Im Akutstadium ist die absolute Schonung des Armes mit gleichzeitiger Verabreichung von entzündungshemmenden Medikamenten, ggfs. auch als Injektion, notwendig. Danach kann mit einem physiotherapeutischen Programm zur Stärkung und zum Aufbau der Muskulatur begonnen werden. Bleiben die Bewerden trotz Behandlung bestehen, ist eine operative (arthroskopische) Erweiterung des Schulterdaches mit Entfernung des entzündeten Gewebes erforderlich.

instabile Schulter

Hierbei hat das Schultergelenk keine sichere Führung mehr, es „schwimmt“. Der Oberarmkopf bleibt bei der Bewegung des Armes, vor allem unter Belastung, nicht mehr in der Gelenkpfanne zentriert, sondern wandert.

Ursache
Die unfallbedingte Instabilität entsteht durch eine Verrenkung (Luxation, „Auskugeln“) der Schulter, die bei wiederholten Verrenkungen in ein chronisches Stadium übergehen kann.

Symptome
Spürbar wird die Instabilität durch Schmerzen unter Belastung. Häufig kommt ein unsicheres Gefühl hinzu, mit Angst vor einer Verrenkung beim Anheben des Armes zur Seite und gleichzeitiger Außendrehung.

Therapie
Zur Stabilisierung des gesamten Schultergelenkes und zur Stärkung der Schultergürtel- und Schulterblattmuskulatur sollte ein spezielles Krafttraining unter physiotherapeutischer Anleitung durchgeführt werden, ergänzt durch Übungen in Eigenregie.
Im Falle einer chronischen Instabilität mit wiederholten Verrenkungen oder bei der ersten Luxation beim jungen Menschen ist eine Operation sinnvoll. Dabei wird die Gelenklippe (Labrum) wieder am Pfannenrand angenäht und die überdehnten Bänder werden gestrafft. Der Eingriff erfolgt auf minimal-invasivem, arthroskopischem Wege.

Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Hierbei bildet sich in der Sehnenkappe der Schulter (Rotatorenmanschette) eine Kalkansammlung, welche im Ultraschall und Röntgenbild erkennbar ist.

Ursache
Die genaue Ursache ist unklar. Eine Rolle spielen Stoffwechselstörungen, Hormonumstellungen und erbliche Faktoren. Eine Kalkablagerung in der Schulter hat jedoch nichts mit einer generellen Verkalkung der Gefäße zu tun.

Symptome
Die Beschwerden entsprechen denen des Impingements, das heißt, starke, teilweise unerträgliche Schmerzen vor allem in der Ruheposition.

Therapie
Im Akutstadium verschafft eine gezielte Spritze unter das Schulterdach, in Kombination mit Schonung, Kühlung und Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten, Linderung. Langfristig ist das Ziel der Behandlung die Entfernung des Kalkherdes. Auf nicht-operativem Wege ist dies durch die Stoßwellenbehandlung möglich, die eine Erfolgsquote von 60-70% aufweist.
Die operative Entfernung des Kalkherdes erfolgt auf arthroskopischem, minimal-invasivem Weg.

Knorpelverschleiß im Schultergelenk (Arthrose)

Kopf und Pfanne der meisten Gelenke sind von glatten Knorpelschichten überzogen, die ein reibungsloses Gleiten des Gelenkes ermöglichen. Unter Knorpelverschleiß (Arthrose) versteht man einen zunehmenden Verschleiß mit Einrissen bzw. Aufbruch dieser Knorpelschichten.

Ursache
Es gibt verschiedene Ursachen, wobei die häufigste die genetisch bedingte Arthrose ist. Weitere Ursachen für eine Arthrose sind: Rheumatische Erkrankungen, Unfallfolgen, Stoffwechselstörungen oder auch langjährige Überbelastung des Gelenks, etwa in Ausübung bestimmter Berufe, Sportarten oder durch Krafttraining.

Symptome
Eine Arthrose weist sich vor allem durch starke Schmerzen in Ruhe und Bewegung aus, so dass häufig schmerzstillende Medikamente eingenommen werden müssen. Gleichzeitig verschlechtert sich die Kraft und Beweglichkeit des Gelenkes.

Therapie
Im Rahmen der konservativen Therapie gibt es folgende Möglichkeiten der Behandlung: Physiotherapie, Elektrotherapie, Wärme, Signaltherapie, entzündungshemmende Medikamente, Knorpelaufbautabletten/Spritzen, Eigenbluttherapie usw.
Das Spektrum operativer Behandlungsmöglichkeiten beinhaltet eine arthroskopische Knorpelglättung, Knorpeltransplantation oder das Einbringen angezüchteter Knorpelzellen. Im Spätstadium der Arthrose hilft dann der Einbau eines künstlichen Gelenkes. Dabei werden Kopf und/oder Pfanne gegen eine Prothese aus Metall und Kunststoff ausgetauscht. Die Haltbarkeit dieser Kunstgelenke ist mittlerweile extrem lang.

Schultergelenkentzündung (Schultersteife, „Frozen Shoulder“)

Mit diesem Begriff werden verschiedene degenerative Vorgänge der Bestandteile des Schultergelenks (Knochen, Muskeln, Sehnen, Schleimbeutel) zusammengefasst. Durch entzündliche Vorgänge schrumpft die Gelenkkapsel und wird immer enger, so dass die Beweglichkeit des Gelenkes mehr und mehr abnimmt. Entzündungen des Schultergelenks treten vornehmlich im höheren Lebensalter auf; hier sind schätzungsweise zehn Prozent der Bevölkerung von derartigen, schmerzbedingten Bewegungseinschränkungen der Schulter betroffen.

Ursache
Die Schultersteife ist die Folge von Schmerzen, die nach verschiedenen Schultererkrankungen oder als Folge von Verletzungen und Operationen auftreten können. In manchen Fällen entsteht die „Frozen Shoulder“ auch als selbständige Erkrankung durch hormonelle Umstellungen, Blutzucker- oder Fettstoffwechselstörungen. Auch hier kommt es zu einer entzündlichen Kapselschrumpfung.

Symptome
Die Beweglichkeit der Schulter ist erheblich eingeschränkt, wobei vor allem die Drehung des Armes, z.B. beim Griff in den Nacken oder hinter den Rücken, stark behindert ist. Das Schultergelenk kann aufgrund des Entzündungsvorgangs anschwellen und sich heiß anfühlen.

Therapie
Im Rahmen der manuellen Therapie, einer speziellen Form der Physiotherapie, erfolgt die sanfte, passive Aufdehnung der Gelenkkapsel im schmerzfreien Bereich. Das Dehnen in den Schmerz hinein, insbesondere beim selbständigen Üben, muss unbedingt vermieden werden, da dies den Entzündungsprozess fördert. Begleitend zur Physiotherapie sollten entzündungshemmende Medikamente und nach individuell angepasster Dosierung eingenommen werden.
Bleibt die Schulter trotz mehrmonatiger Physiotherapie steif und schmerzhaft, hilft eine Operation. Auf arthroskopischem Wege wird gezielt die zu enge Gelenkkapsel aufgetrennt. Dieses Verfahren hat die früher übliche Narkosemobilisation abgelöst.

Sehnenriss am Schultergelenk (Rotatorenmanschettenruptur)

Die Rotatorenmanschette besteht aus vier zusammenhängenden Muskeln und Sehnen, die sich vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen und dort halbkreisförmig ansetzen. Dies sind im Einzelnen der Obergrätenmuskel (Muskulus supraspinatus), der Untergrätenmuskel (M. infraspinatus), der kleine runde Armmuskel (M. teres minor) sowie der Unterschulterblattmuskel (M. subscapularis).
Neben der Zentrierung des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne dienen diese Muskeln der Seitwärtshebung sowie Außen-Innendrehung des Armes, auch, um die Hand für bestimmte Bewegungen zu positionieren.

Ursache
Die Hauptursache für einen Riss sind ein Sturz auf die Schulter oder eine plötzlich einwirkende Kraft, zum Beispiel das unerwartete Aufhalten einer schweren Tür oder die geschulterte Last eines massiven Möbelstücks. Daneben kann ein Riss der Rotatorenmanschette auch eine Verschleißerscheinung als Folge jahrelanger Überkopfarbeit (KFZ-Gewerbe etc.) oder intensiv betriebener Sportarten (Tennis, Golf, Handball etc.)

Symptome
Hauptsymptom ist die schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Armes. Ferner zeigt sich eine verminderte Kraft beim Heben des Armes über den Kopf oder beim Anheben von schwereren Gegenständen.

Therapie
Ist die Sehne komplett gerissen, sollte sie operativ wieder am Knochen befestigt werden, da ansonsten ein frühzeitiger Gelenkverschleiß eintreten kann. Bei Teileinrissen kann auch ein konservativer Behandlungsversuch sinnvoll sein.

Verletzungen der Bizepssehne

Die Sehne des Bizepsmuskels ist am oberen Pfannenrand, zusammen mit der Gelenklippe, dem Labrum, befestigt. Diese Befestigung am Pfannenrand kann sowohl im vorderen als auch im hinteren Bereich beschädigt werden.

Ursache
Bestimmte körperliche Belastungen, z.B. wiederholte Überkopfbewegungen beim Tennis oder Volleyball, können eine Verletzung der Bizepssehnenbefestigung hervorrufen.

Symptome
Es treten Schmerzen in der Aushol- oder Durchzugsphase beim Wurf oder Schlag auf. Auch das Tragen von schweren Gegenständen vor dem Körper ist schmerzhaft. Auch bestimmte Kraftübungen, z. B. Bank- oder Nackendrücken, können nicht mehr schmerzfrei ausgeführt werden.

Therapie
Im Anfangsstadium ist die Entzündung der Sehne das Problem. Hier kann durch Elektrotherapie, Massagen, Spritzen, entzündungshemmende Medikamente, Lasertherapie und Schonung des Armes eine Linderung der Beschwerden erreicht werden.
In leichteren Fällen reicht die Glättung der Sehne und des Labrums aus. Ist der Riss jedoch zu weit fortgeschritten, wird die Sehne operativ auf arthroskopischem Wege wider neu eingenäht.

Dieser Artikel ist entstanden in Zusammenarbeit mit Praxis Dr. Dirk Jung

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