Fasten hat eine lange Tradition. Während viele Menschen mit dem Begriff Fasten vor allem die Gewichtsreduktion in Zusammenhang bringen, dient das Fasten in verschiedenen Religionen, wie auch in modernen Fastenkursen vor allem der Besinnung auf das Wesentliche.
Ganzheitliche Fastenkuren beinhalten nicht nur den Verzicht auf feste Nahrung, sondern dienen daneben auch, alte und/ oder ungeliebte Lebensmuster abzulegen. So wird neben dem Verzicht auf feste Nahrung oft auch auf Genussmittel und bestimmte Lebensgewohnheiten verzichtet. Darüber hinaus stehen auch Achtsamkeitstraining und Bewegungseinheiten auf dem Plan. Viel Zeit an der frischen Luft in der Natur gehört ebenfalls dazu.
Fasten eignet sich neben der Gewichtsreduktion auch dafür Stoffwechselprozesse zu normalisieren. Besonders Menschen mit Adipositas, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und einer gestörten Glukosetoleranz können von Fastenkuren einen Nutzen ziehen.
Auch Schmerzpatienten profitieren erfahrungsgemäß vom Fasten. Patienten mit Migräne oder Rheuma z.B. berichten häufig, dass während der Fastenkur die Schmerzen gelindert werden. In vielen Fällen bleibt der positive Effekt nach einer ein- bis zweiwöchigen Fastenzeit noch bis zu einem Jahr bestehen.
Weiterhin wirkt sich Fasten auch positiv auf die Psyche aus. Gerade in Kombination mit Entspannungstraining und Meditation kann die Konzentration an Stresshormonen messbar sinken. Das Nervensystem schaltet auf Regeneration und Erholung. Häufig entstehen in der Fastenzeit neue Ideen und Ansätze die Lebensgewohnheiten nachhaltig zu ändern.
Definiert ist Fasten nach der Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung als der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für begrenzte Zeit. Grundsätzlich gibt es jedoch keine einheitliche Definition des Fastens, weshalb es auch verschiedenen Arten des Fastens gibt.
Eine beliebte Fastenart ist z.B. der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel wie Süßigkeiten oder Fleisch. Bei anderen Arten des Fastens werden nur bestimmte Lebensmittel für einen bestimmten Zeitraum verzehrt, wie z.B. beim Obstfasten, Rohkostfasten und Basenfasten. Ein weiterer Ansatz ist das intermittierte Fasten. Hier wird für bestimmte Intervalle auf fest Nahrung verzichtet. Ein Intervall kann bis zu 24 Stunden dauern. Intermittiertes Fasten wird häufig zum Lifestyle und ist somit nicht unbedingt zeitlimitiert.
In Deutschland ist vor allem das Heilfasten nach Buchinger bekannt und wird von Fastentrainern umgesetzt. Dabei wird komplett auf feste Nahrung verzichtet, es werden pro Tag etwa 250 -300 kcal in Form von Honig, Fruchtsäften und Gemüsebrühen verzehrt. Weiterhin werden kalorienfreie Getränke von etwa 3 Litern pro Tag in Form von Wasser und Fruchtsäften verzehrt.
Fasten eignet sich hervorragend, um alte Lebensmuster aufzubrechen. Ein Großteil der Menschen, die eine Fastenkur machen, kann auch danach noch von der positiven Wirkung zehren und nehmen die Kur als Anlass Lebensgewohnheiten nachhaltig zu ändern. Grundsätzlich sollte eine längere Fastenkur immer in Begleitung eines professionellen Fastenkursleiters gemacht werden, um von allen positiven Aspekten des Fastens profitieren zu können.
Text: Debora Jehkul




