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Ihre Gesundheit

Spreizfuß (Pes transversoplanus)

Der Spreizfuß ist die am häufigsten anzutreffende Fußfehlstellung beim Menschen. Man versteht darunter einen verbreiterten Vorfuß durch ein Auseinanderweichen der Knochenstrahlen der fünf Zehen. Normalerweise zeigt die menschliche Fußunterseite einen nach oben gewölbten Bogen, das sog. Quergewölbe, im Bereich des Vorfußballens, so dass beim Stehen und Gehen die Hauptbelastungspunkte im Bereich des Grundgelenks der großen (ersten) und der fünften Zehe liegen. Das Quergewölbe wird durch Muskeln und Bänder gebildet und aufrecht erhalten. Häufig ist dieses Gewölbe jedoch nicht vorhanden (durchgetreten), so dass auch unter den Grundgelenken der weiteren Zehen deutliche Druckpunkte mit Schwielenbildung vorhanden sind. Da diese Bereiche physiologisch nicht für so hohe Druckbelastung vorgesehen sind, kann es hier zu chronischen, belastungsabhängigen Schmerzen kommen. Da zudem, um die Schmerzen zu mindern, der ganze Gang unnatürlich verändert wird, drohen Folgeschäden an anderen Bereichen des Skeletts.

Ein Spreizfuß ist nur selten angeboren, wenn, dann meist in Verbindung mit weiteren Fußdeformitäten wie Plattfüßen. Hier liegt zumeist eine erbliche Schwäche von Muskulatur und Bindegewebe vor. Meistens jedoch entwickelt sich die Fehlstellung durch lang andauernde Überbelastung der Füße und / oder das Tragen von falschem Schuhwerk (zu enge Spitze, zu hohe Absätze). Betroffen sind demnach häufig Frauen, übergewichtige Menschen oder solche mit stehintensiven Tätigkeiten auf zumeist harten Böden (Verkäufer, Köche, Ärzte etc.). Die Diagnose stellt der Facharzt für Orthopädie anhand des äußeren Erscheinungsbildes mit verbreitertem Vorderfuß, abgesenktem Quergewölbe und vermehrter Schwielenbildung unter allen Zehengrundgelenken. Ergänzende Röntgenaufnahmen zeigen ggfs. pathologische Veränderungen des Knochenbaus (anormale Winkel zwischen erstem und zweitem Mittelfußknochen, breitere Auffächerung des Mittelfußes).

In der medizinischen Praxis herrscht die Meinung vor, dass ein Spreizfuß, solange er keine Beschwerden verursacht, auch nicht behandlungsbedürftig ist. Es muss jedoch bedacht werden, dass durch fortwährendes Tragen von zu engem, spitz zulaufendem Schuhwerk eine dauerhafte Zehendeformierung verursacht werden kann, mit Ausbildung von Hammer- bzw. Krallenzehen und der oft sehr schmerzhaften Schiefstellung der großen Zehe (Hallux valgus). Bei Schmerzen durch die unnatürliche Druckverteilung helfen spezielle Einlagen, Schuhpolster und Verbände zur Entlastung des durchgedrückten Quergewölbes, unterstützt durch Fußgymnastik. Unabdingbar ist das Tragen von bequemem, nicht einengendem Schuhwerk. Bei schwerer Ausprägung der Fehlstellung mit drohenden Folgeschäden kommt auch eine Operation in Betracht, bei der die Position der Mittelfußknochen verändert wird. Hier können dann auch Folgefehlstellungen der Zehen gleich mit korrigiert werden.

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