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Ihre Gesundheit

Spitzfuß (Pes equinus)

Hierbei handelt es sich um eine Fehlstellung des Fußes, die sich durch einen sog. Fersenhochstand bemerkbar macht: Nicht der ganze Fuß berührt beim Stehen und Gehen den Boden, sondern nur der vordere Auflagenbereich, der Zehenballen. Ein natürliches Abrollen des Fußes von vorn nach hinten ist unmöglich, ebenso kann die Ferse nicht auf den Boden gebracht werden. Da sich ein bildhafter Vergleich mit vielen Säugetierarten, die natürlicherweise nur mit dem Vorderfuß auftreten herstellen lässt, wird die Fehlbildung auch als Pferdefuß, lat. Pes equinus, bezeichnet. In der Anatomie des Menschen ist diese Fußhaltung nicht vorgesehen und unvorteilhaft: Sie verhindert einerseits den stabilen Stand bzw. den sicheren Gang und birgt außerdem die Gefahr von orthopädischen Folgeschäden, etwa Verkrümmungen der Wirbelsäule. Die Verformung kann nicht spontan durch passives Bewegen (Drücken, Ziehen) verändert werden. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass ein Spitzfuß immer behandelt werden sollte.

Man unterscheidet zwischen angeborenem und erworbenem Spitzfuß. Ersterer kann eine Folge von Zwangsfehlhaltungen im Mutterleib sein, ferner kommen ein angeboren ausgerenktes Kniegelenk oder eine Unterentwicklung der Unterschenkelknochen als Ursachen in Betracht. Für einen in späteren Jahren ausgebildeten Spitzfuß gibt es viele mögliche Ursachen, die meistens mit einem verkürzten Wadenmuskel bzw. einer verkürzten Achillessehne zu tun haben: Spastische Kinderlähmung als Folge eines Geburtstraumas, neurologische Störungen (etwa nach Schlaganfall), Unfallfolgen mit Muskellähmungen im Wadenbereich, mechanische Ursachen wie lange Bettlägerigkeit, bei der der Fuß nicht richtig abgestützt wird oder fixierende Gipsverbände nach Frakturen. Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch die Ausbildung eines Spitzfußes als Folge jahrelangen und überwiegenden Tragens von Schuhen mit hohen Absätzen, wovon typischerweise Frauen betroffen sind.

Der Facharzt für Orthopädie diagnostiziert die Fehlbildung anhand der typischen Fußhaltung sowie dem Gangbild des Betroffenen und wird nach den Ursachen forschen. Röntgenbilder geben Auskunft, inwieweit die Fußknochen an der Fehlbildung beteiligt sind, bei Bedarf können ergänzende Aufnahmen Aufschluss darüber geben, ob weitere Teile des Skeletts (Wirbelsäule, Hüfte, Knie) bereits von der Fehlstellung in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Weitere Untersuchungen betreffen die möglicherweise geschädigte Muskulatur. Mittels der sog. Elektromyographie wird die von einem Muskel abgeleitete elektrische Spannung gemessen, so können verkrampfte oder gelähmte Muskelstränge entdeckt werden.

Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten des Spitzfußes richten sich nach der Ursache der Fehlstellung. Bei Kindern wie Erwachsenen wird zunächst mit krankengymnastischen Übungen versucht, den Fuß durch Dehnen der verkürzten Unterschenkelmuskulatur seiner Normalstellung näher zu bringen. Ergänzend kann der Fuß durch Gipsverbände für einen bestimmten Zeitraum in der erwünschten Stellung fixiert werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann die Achillessehne operativ verlängert werden. Im höheren Alter wird die Fehlstellung häufig durch eine Operation korrigiert, bei der das obere Sprunggelenk des Fußes versteift wird (Arthrodese), um den Fuß der gewünschten Position näher zu bringen. Zwar kann der betroffene Fuß danach nicht mehr in Längsachse gebeugt werden, dennoch ist das Stehen und Gehen dank der wieder hergestellten richtigen Grundposition erleichtert. Orthopädische Maßschuhe mit festem Halt, ggfs. mit Höhenausgleich, sind dann ein weiteres wichtiges Hilfsmittel, um einen möglichst sicheren Gang zu ermöglichen.

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