Hier geht es zum GewinnspielGewinnspiel
Ihre Gesundheit

Rosazea / Rosacea

Unter dem Begriff Rosazea (ältere Bezeichnungen sind Kupferfinnen, Rotfinnen oder Couperose) versteht man eine entzündliche, chronische, in Schüben verlaufende Hauterkrankung, die zumeist ausschließlich das Gesicht betrifft. Die Krankheit manifestiert sich typischerweise im höheren Lebensalter jenseits von 40 Jahren und kann eine erhebliche kosmetische Beeinträchtigung darstellen. Es werden verschiedene Stadien bzw. Schweregrade unterschieden: Bei der frühen oder leichten Form (erythematös) sind betroffene Bereiche der Gesichtshaut gerötet, ähnlich wie bei einem Sonnenbrand; kleine erhabene Pickel (Papeln) können hinzu kommen. Die schwerere Form (papulopustulös) zeigt zahlreiche, oft gruppierte, eitrig entzündete Papeln und Quaddeln, die über Wochen bestehen bleiben. Im Gegensatz zur Akne haben diese Erscheinungen ihren Ursprung aber nicht im Haarbalg. Im weit fortgeschrittenen Stadium (Rosacea conglobata) zeigt sich eine verdickte, wellige, großporige Haut mit vernarbten bzw. zusammengewachsenen Entzündungsknoten und deutlich sichtbaren Blutgefäßen (rote Äderchen). Vom schwersten Stadium sind fast ausschließlich Männer betroffen, die zudem als weiteres Krankheitsbild eine Wucherung des Gewebes der Talgdrüsen im Nasenbereich entwickeln können, so das sich die Nase unförmig vergrößert („Knollnase“, „Kartoffelnase“). Schließlich sei noch die okuläre Form erwähnt, bei der die Krankheit den Augenbereich mit Lidern und auch das Auge selbst betrifft (Bindehaut- bzw. Hornhautentzündung).

Die Ursache(n) für das Entstehen der Erkrankung sind bisher nur unzureichend geklärt. Diskutiert werden eine genetische Veranlagung, Störungen in der Regulation der Blutversorgung im Gesichtsbereich, eine nervlich (neurogen) bedingte Entzündungsneigung sowie Beteiligung von Haarbalgmilben. Des weiteren wird ein Zusammenhang mit der Zusammensetzung des Hautfetts (Talg) sowie mit Störungen im Magen-Darm-Bereich vermutet. Es scheint so zu sein, dass psychische Faktoren (Stress, Ärger, Trauer) akute Schübe auslösen bzw. verstärken können, genau wie lange Sonnen-, Hitze- oder Kälteeinwirkung, scharfe Speisen sowie der Konsum von Kaffee, Schwarztee oder Alkoholika (gefäßerweiternde Wirkung).

Die Rosazea-Erkrankung ist nicht ursächlich heilbar, lässt sich aber gut behandeln. Der wohl wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Therapie besteht darin, dass der Facharzt für Dermatologie die richtige Diagnose stellt, was wegen der Ähnlichkeit der Symptome zu anderen Hauterkrankungen (seborrhoisches Ekzem, Akne, Mundrose, auch Schuppenflechte) häufig nicht einfach ist, da auch Mischformen mehrerer Erkrankungen vorkommen. Manchmal muss eine kleine Hautprobe genommen werden (Biopsie), die dann feingeweblich untersucht wird.

Der nächste Schritt ist das Identifizieren und künftige konsequente Meiden von individuell krankheitsverstärkend wirkenden Stoffen, Situationen und Speisen. Zur täglichen Gesichtsreinigung und -Pflege sollten nur milde, hautschonende Mittel verwendet werden, hier ist eine persönliche Beratung hilfreich. Leichtere Verläufe lassen sich lokal mit antibiotikahaltigen und entzündungshemmenden Cremes behandeln, nicht jedoch mit Kortisonpräparaten, da diese hier symptomverstärkend wirken. Bei Bedarf können die Medikamente auch eingenommen werden.  Der behandelnde Arzt muss entscheiden, welche Kombination von Präparaten und Wirkstoffen im Einzelfall angezeigt ist.

Die unschönen Äderchen, Unebenheiten und Gewebswucherungen können chirurgisch oder mittels Lasertherapie beseitigt oder gemildert werden, dies erfolgt zumeist schrittweise, also in mehreren Sitzungen. Auch hier kann beim Facharzt geklärt werden, was machbar ist.

Kommentar verfassen