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Plattfuß (Pes planus)

Als Plattfuß bezeichnet man eine von Geburt an vorhandene oder auch später erworbene Fehlstellung des Fußes. Während bei der normalen Ausformung des Fußes das Stehen und Gehen über die Hauptauflagebereiche Vorderfußballen, Fußaußenkante und Hacken (Ferse) erfolgt und zwischen diesen Bereichen ein Hohlraum verbleibt, der keinen Bodenkontakt hat, ist beim Plattfuß das sogenannte Längsgewölbe am Innenrand der Fußsohle abgeflacht, so dass beim Stehen oder Gehen praktisch die gesamte Fußunterseite auf dem Boden aufliegt. Diese Form bleibt auch im unbelasteten Zustand bestehen; hier liegt der Unterschied zum sogenannten Senkfuß, wo das Fußgewölbe noch als solches erkennbar ist und sich nur unter Belastung absenkt.
Das plattfüßige Stehen und Gehen bedingt eine Überbeanspruchung der Ferse bei gleichzeitiger Minderbelastung des Fußballens, hieraus folgt meist eine entsprechende Verformung mit breiterer, konvex gerundeter Ferse und schmalerem Fußballen. Auch bestimmte Fußknochen (Sprungbein und Fersenbein) zeigen hier charakteristische Lageveränderungen.
Ein Plattfuß kann im selteneren Fall familiär bedingt und angeboren sein, meist zusammen mit anderen Fehlbildungen des Skeletts. Viel häufiger jedoch ist der Fall des erworbenen Plattfußes. Neben einer (ggfs. vererbten) Schwäche des Fußhalteapparates (Bindegewebe, Bänder, Muskeln) sind weitere Ursachen möglich: Dauerhaft falsche und / oder zu hohe Belastung der Füße (Übergewicht, einengendes Schuhwerk), Bewegungsmangel, Krankheiten wie Kinderlähmung, Rachitis, Arthrose im Fußgelenk, Unfälle mit Knochenbruch im Fußbereich, Erkrankungen der Unterschenkelsehne.

Da plattfüßigen Menschen die Federkraft der Fußsohle fehlt, ist deren Gang oft schwerfällig oder stampfend. Es fehlt das schwungvolle Wippen. Zudem verursachen Plattfüße oftmals chronische Bewegungsschmerzen, die von der Fußsohle über den Wadenbereich bis zu den Oberschenkeln und Hüften, manchmal sogar bis in den Rücken ausstrahlen können.

Zur Diagnose und Behandlung von Plattfüßen ist der Gang zum Facharzt für Orthopädie angezeigt. Er stellt die Diagnose anhand des äußeren Erscheinungsbilds beim Stehen und Gehen sowie eines Sohlenabdrucks, der die Belastungsverhältnisse in den einzelnen Bereichen der Fußsohle widerspiegelt. Bei Bedarf wird ein ergänzendes Röntgenbild erstellt, welches typische Veränderungen im Winkel der Fußknochen zueinander zeigt.

Häufig wird die Auffassung vertreten, dass ein Plattfuß, solange er keine Beschwerden verursacht, auch nicht behandelt werden muss. Diese pauschale Aussage greift indes zu kurz, denn unsere Füße müssen das Gewicht des Körpers durch das ganze Leben tragen, und wir werden immer älter. Daher sollte von Geburt an auf gesunde Füße geachtet werden. Angeborene Plattfüße können mit gutem Erfolg gleich in den ersten Lebenswochen operativ korrigiert werden. Bei kleinen Kindern ist der Stützapparat des Fußes noch schwach, daher zeigen diese häufig eine Kombination von Platt- und Knickfuß (Abknicken des Fußgelenkes nach innen, in Längsrichtung gesehen). Angepasstes Schuhwerk, genug Bewegung und ggfs. unterstützende Einlagen helfen, die wachsenden Füße in die richtige Form zu bringen. Auch der Plattfuß bei Erwachsenen kann mit krankengymnastischen Übungen zur Verbesserung der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur sowie Einlagen oder orthopädischen Maßschuhen erfolgreich behandelt werden. In schweren Fällen, etwa wenn ein Plattfuß Folge einer Arthrose im Fußgelenk ist, hilft eine Operation.

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