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Ihre Gesundheit

Nierenkrebs (Nierentumore)

Hierbei ist grundsätzlich zwischen gutartigen Wucherungen (nicht metastasierend) und bösartigen Gewebsveränderungen (metastasierend) zu unterscheiden. Zur erstgenannten Gruppe zählen Onkozytom und (seltener) Angiomyolipom. Da mit zunehmendem Wachstum fast immer eine Gefährdung der Nierenfunktion einhergeht, ist die operative Entfernung der Geschwulst stets angezeigt. Eine sichere Abgrenzung zu bösartigen Wucherungen ist vor allem beim Onkozytom vorab meist nicht sicher möglich; erst während der OP kann entschieden werden, ob hier organerhaltend vorgegangen werden kann oder die ganze Niere entfernt werden muss.

Bösartige Nierentumore treten relativ selten auf, sie machen etwa 2-3 Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen aus. Somit werden in Deutschland jedes Jahr etwa 15.000 Neuerkrankungen registriert, wobei Männer häufiger als Frauen betroffen sind. Die meisten Fälle treten jenseits des 60. Lebensjahres auf. Zumeist handelt es sich hierbei um Nierenzellkarzinome (Hypernephrome), die ihren Ursprung in jedem Teil eines Nephrons (der kleinen Funktionseinheit einer Niere) haben können. Der Mediziner unterscheidet mehrere Unterarten von Nierentumoren hinsichtlich ihres zellulären Aufbaus und Wachstumsverhaltens. Nierentumore können ihren Ursprung auch in anderen Körperregionen haben (Lungen-, Brust- oder schwarzer Hautkrebs).

Wie bei den meisten Krebsformen sind auch die genauen Ursachen für das Entstehen von Nierenkrebs noch nicht genau geklärt. Es lassen sich jedoch verschiedene Risikofaktoren benennen, die das Entstehen eines Nierenkarzinoms begünstigen können: Hierzu zählen (wie eigentlich immer) langjähriges Rauchen, langjähriger Schmerzmittelgebrauch bzw. Missbrauch (vor allem solcher mit dem Wirkstoff Phenacitin), Übergewicht sowie immer wiederkehrender Kontakt mit bestimmten Stoffen wie Asbest, Lösungsmitteln und Treibstoffen. Auch eine genetische Veranlagung (ein Defekt auf dem 3. Chromosom) kommt in Frage, etwa 1 Prozent aller Nierenkrebsfälle lassen sich hierauf zurück führen.

Kleine Nierentumore verursachen in der Regel keine Symptome und werden meist zufällig bei bildgebenden Diagnoseverfahren (CT, MRT, Ultraschall) entdeckt, etwa während der Untersuchungen zur Bestimmung und Entfernung von Nierensteinen. Eine histologische Gewebsbestimmung nach Punktion der Niere schafft Gewissheit. Allgemeine Anzeichen, die einer ärztlichen Abklärung bedürfen, sind häufige Abgeschlagenheit / Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Fieberschübe, ziehende Schmerzen im unteren Rücken sowie Blut im Urin.

Genaue Untersuchungen über Größe, Lage und Stadium des Tumors bestimmen das operative Vorgehen. Dabei wird auch in anderen Körperregionen wie Lunge, Leber, Magen, Knochen und Gehirn vorsorglich nach weiteren Tumoren (Fernmetastasen) gesucht. Kleinere Tumore können mittlerweile zunehmend organerhaltend entfernt werden, bei großen, differenzierten Wucherungen ist zumeist die Entfernung der ganzen Niere mit Nebenniere, Harnleiter und dem umgebenden Fettgewebe erforderlich. In den meisten Fällen ist nur eine der beiden Nieren befallen und nach dessen operativer Entfernung kann die verbliebene Niere, soweit sie voll funktionsfähig ist, deren Funktion komplett ersetzen.

Wenn festgestellt wurde, dass sich der Krebs bereits über die Niere hinaus ausgebreitet hat, kommen die weiteren Behandlungsmöglichkeiten wie Strahlen- und Chemotherapie in Betracht. Die klassische Chemotherapie mit die Zellteilung behindernden Präparaten (Zytostatika) ist bei reinen Nierentumoren zumeist nicht wirksam, jedoch existiert mittlerweile eine Reihe neuartiger Stoffe (so genannte zielgerichtete Krebsmedikamente), die direkt in den Stoffwechsel des jeweiligen Tumortyps eingreifen und so deren Wachstum hemmen, bei weitgehender Schonung anderer (gesunder) Zellen. Im Erprobungsstadium ist derzeit noch eine zusätzliche Immuntherapie mit so genannten Zytokinen, die die körpereigene Immunabwehr dazu stimulieren sollen, noch im Körper verbliebene Krebszellen anzugreifen.

Nach erfolgreicher Operation erfolgen regelmäßige Kontrolluntersuchungen über einen Zeitraum von mehreren Jahren, zunächst einmal pro Quartal, später ein- bis zweimal im Jahr. Diese Untersuchungen umfassen neben einer Blutanalyse eine Sonografie des Bauchraums sowie ein Röntgenbild der Lunge. Entscheidend für den Langzeiterfolg ist neben dieser Nachsorge wie immer auch das Stadium, in dem der Nierentumor entdeckt und entfernt wurde. Bei auf die Niere begrenzten Tumoren ist inzwischen eine 5-Jahres-Überlebensrate von etwa 75 Prozent erreicht.

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