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Ihre Gesundheit

Klumpfuß (Pes varus)

Unter dem Begriff Klumpfuß versteht man eine zumeist angeborene, umfassende Fehlbildung des Fußes. Sie kann einen oder beide Füße betreffen, ferner kann jedes krankhafte Einzelmerkmal des Klumpfußes unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die wichtigsten Komponenten, die hier zusammen kommen sind der Spitzfuß (verkürzte Achillessehne, Fersenhochstand, Fußspitze zeigt nach unten), der Sichelfuß (Vorfuß und Zehen sind nach innen verdreht) und der Hohlfuß (Längsgewölbe des Fußes ist erhöht). Betroffen sind neben den Knochen also auch Muskeln, Sehnen und Bänder. Die Fehlstellungen sind zumeist versteift und lassen sich nicht durch manuellen Druck ausgleichen. Somit ist ein auch nur annähernd normaler Gebrauch des Fußes bzw. der Füße nicht möglich. Nach der angeborenen Hüftgelenkverrenkung (Dysplasie) ist der Klumpfuß die zweithäufigste angeborene Missbildung: In Deutschland ist etwa eines von 1.000 Neugeborenen betroffen, Jungen doppelt so häufig wie Mädchen. Bei etwa fünf Prozent der Klumpfußfälle sind weitere Deformationen des Skeletts oder auch neurologische Defekte vorhanden, so dass eine umfassende Untersuchung wichtig ist.

Die genauen Ursachen für diese angeborene Fehlbildung sind noch nicht genau bekannt. Neben erblichen Aspekten werden Lageanomalien und / oder Fruchtwassermangel während der Schwangerschaft, Umweltfaktoren, Rauchen / Genussmittel / Medikamentenmissbrauch der Schwangeren sowie ein Missverhältnis in der Entwicklung von Muskel- und Bindegewebe beim ungeborenen Kind diskutiert.

Die komplexe Fehlbildung kann schon bei der Erstuntersuchung des Neugeborenen aufgrund des Erscheinungsbildes diagnostiziert werden. Zumeist werden dann Röntgenaufnahmen gemacht, um die genaue Schwere der einzelnen Verformungen sowie den Krankheitsverlauf beurteilen zu können. Hieraus ergibt sich dann auch die Therapieform und Abfolge. Ein unbehandelter Klumpfuß verformt sich während der Wachstumsjahre noch weiter, so dass eine nachhaltige Behandlung in jedem Fall erforderlich ist.

Ziel einer jeden Therapieform ist die möglichst umfassende Herstellung der normalen Fußfunktionen. Hierbei ist essentiell wichtig, dass unverzüglich nach der Diagnosestellung mit der Behandlung begonnen und diese konsequent bis zum Wachstumsabschluss durchgeführt wird, unter aktiver Mitarbeit des Betroffenen. Im Prinzip geht es darum, die komplexe Fehlstellung nach und nach durch das Einwirken zielgerichteter kleiner Kräfte über einen längeren Zeitraum zu korrigieren. Dies erfolgt meist mittels sogenannter redressierender Etappengipsverbände, die erst in täglichen, später in längeren Abständen gewechselt werden, mit fortlaufend angepasster Korrekturstellung. Ergänzende krankengymnastische Übungen helfen bei Aufbau und Dehnung der fehlerhaften Muskulatur. Im Anschluss an die Gipstherapie geht es darum, die korrigierte Fußstellung möglichst bis zum Abschluss der Wachstumsphase genau so zu erhalten, hierbei helfen speziell angepasste Schienen und / oder Einlagen. Ergänzende Operationen (etwa Verlängerung der Achillessehne) können hinzu kommen. Die meisten mit der Klumpfußverformung Geborenen sind nach der Wachstumsphase nicht mehr behandlungsbedürftig und können ihre Füße normal benutzen, auch zu sportlichen Aktivitäten.

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