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Ihre Gesundheit

Hohlfuß (Pes excavatus)

Einen Hohlfuß kann man sich praktisch als das Gegenteil des Plattfußes vorstellen: Bei dieser (selten) angeborenen, meist aber erworbenen Fußfehlstellung ist das Längsgewölbe der Fußunterseite stark überhöht, wodurch die natürliche Aufstandsfläche der Fußsohle stark verkleinert ist und somit der Vorfuß (Ballen) und die Ferse übermäßig stark belastet werden. Gleichzeitig ist der Fußrücken (auch als Rist bzw. Spann bezeichnet) stark überhöht, häufig findet sich auch eine Krallenstellung der Zehen. Der überhöhte Fußrücken drückt im Schuh; hier sowie an den übermäßig belasteten Bereichen der Fußsohle bilden sich Druckstellen, die beim Stehen und Gehen heftig schmerzen können. Durch die verkleinerte Aufstandsfläche des Fußes wird der Gang unsicher bis wacklig, die Gefahr für ein Umknicken mit Verstauchungen oder Stürze steigt.

Neben der angeborenen Form kann sich ein Hohlfuß auch im Laufe der Lebenszeit entwickeln. Eine häufige Ursache ist das jahrelange Tragen von ungeeignetem Schuhwerk (zu eng, zu hohe Absätze). Bisweilen wird die langsam fortschreitende Deformation des Fußes auch von Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) verursacht, die eine Schwächung oder Lähmung der sog. kleinen Fußmuskulatur mit sich bringen; hier sind ein nervlich bedingter Muskelschwund (Atrophie) oder ein Absterben von Nervenzellen mit Gewebeveränderungen (amyotrophische Lateralsklerose, Kürzel: ALS) zu nennen.

Ein Hohlfuß lässt sich schon aufgrund des äußeren Erscheinungsbilds leicht diagnostizieren. Der Orthopäde bestimmt den Schweregrad der Fehlstellung mit einem Fußabdruck und ergänzenden Röntgenaufnahmen. Darüber hinaus sollte immer eine detaillierte neurologische Untersuchung vorgenommen werden, um eine mögliche Grunderkrankung des Nervensystems zu erkennen oder auszuschließen.

Zur Behandlung des Hohlfußes stehen grundsätzlich konservative und operative Verfahren zur Verfügung, je nach dem, wie stark die Fehlbildung bereits ausgeprägt ist. Neben der konsequenten Vermeidung von ungeeignetem Schuhwerk können bei leichteren Formen, wenn der Fuß noch flexibel ist, Maßnahmen wie Krankengymnastik, häufiges Barfußlaufen, speziell angepasste Einlagen bzw. Schuhe und das nächtliche Anlegen formender Schienen schon dauerhafte Besserung bringen.

Die Operation einer schweren Hohlfuß-Deformation ist aufwändig, da hierbei möglichst gleichzeitig mehrere Bestandteile des Fußaufbaus (Muskelstränge, Sehnen, Knochen) in Ihrer Position und / oder Proportion zueinander verändert werden müssen, ggfs. auch durch Versteifung einzelner Gelenke. Häufig sind Zweit- oder Dritteingriffe erforderlich. Ziel der Operation(en) ist es, einem natürlichen, gesunden Fuß in Gestalt und Funktion möglichst nahe zu kommen.

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