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Ihre Gesundheit

Hammerzehe und Krallenzehe (Digitus malleus)

Als Hammerzeh wird die dauerhafte Deformation einer oder mehrerer Zehen bezeichnet, bei der das Mittelglied nach oben gewölbt und das Endglied nach unten gebogen ist. Dagegen ist beim Krallenzeh das Zehengrundgelenk überstreckt oder ausgerenkt, bei gleichzeitiger Beugung des Mittel- und Endgelenkes. Betroffen sind zumeist die zweite und dritte Zehe. In der medizinischen Praxis wird zwischen flexiblen und fixierten Hammerzehen unterschieden; Die flexible Hammerzehe lässt sich noch passiv, also durch Druck von außen, in die Normalstellung bringen, während es im weiteren Verlauf der Erkrankung meist zu einer Versteifung der Verkrümmung kommt, die sich nicht spontan korrigieren lässt. Häufig steht die Ausbildung von Hammerzehen im Zusammenhang mit weiteren Fußmissbildungen wie Hallux valgus (Fehlstellung der großen Zehe) oder Spreizfuß.

Häufigste Ursache für derartige Deformationen ist das Tragen von unpassendem Schuhwerk (zu eng, zu hohe Absätze) über einen längeren Zeitraum und ohne ausgleichende Phasen des Barfußlaufens und bewussten, vollständigen Abrollens der Füße bis über die Zehenspitzen. Die Zehen werden durch falsches Schuhwerk innen an die Schuhspitze gestoßen und zusammengeschoben, wobei sie sich verkrümmen. Die Fußmuskulatur, die eigentlich für das Bewegen der Zehen zuständig ist, verkümmert bzw. verkürzt sich, bis die gekrümmten Zehen in der unnatürlichen Position verbleiben. In selteneren Fällen können derartige Deformierungen auch Folge von Unfallverletzungen im Unterschenkel- oder Fußbereich sein. Auch neurologische Störungen mit Lähmungen können zu derartigen Zehenverkrümmungen führen.

Neben dem nachteiligen kosmetischen Aspekt (die verkrümmten Zehen stehen dem Idealbild einer gleichmäßig und geradlinig geformten Zehenreihe entgegen) führt die Deformation früher oder später zu schmerzhaften Beschwerden beim Gehen, bedingt durch die veränderten Belastungsverhältnisse des Vorfußes und Schwielenbildung. Die durch die Krümmung verkürzten Zehen brauchen mehr Platz in der Höhe und drücken an die Schuhdecke, es bilden sich an allen Vorsprüngen Verdickungen der Hornhaut (Schwielen) bis hin zu auf die Knochen drückenden, kegelförmigen Hühneraugen. Die Schmerzen können so stark sein, dass das Gehen schon nach ein paar Metern unmöglich wird. Im fortgeschrittenen Stadium können sich die völlig verkrümmten Zehen auch übereinander schieben und sich aus ihrem Grundgelenk ausrenken (luxieren).

Der Orthopäde kann die Erkrankung schnell anhand des äußeren Erscheinungsbildes (Stellung, Schwielenbildung) diagnostizieren; ein ergänzendes Röntgenbild zeigt eventuelle arthrotische Veränderungen der Gelenke. Bei den Behandlungsmöglichkeiten wird grundsätzlich zwischen konservativen und operativen Therapien unterschieden. Bei noch beweglichen Zehen wird man zunächst stets versuchen, durch Fußpflegemaßnahmen (Abtragen der Schwielen, Hühneraugenentfernung) sowie durch druckentlastende Pflaster, Zehengymnastik und Einlagen der fortschreitenden Verkrümmung entgegen zu wirken. Darüber hinaus muss ungeeignetes Schuhwerk fortan konsequent gemieden werden. Zur dauerhaften Beseitigung der Fehlstellung ist dann oftmals noch eine Operation erforderlich. Es existieren verschiedene Verfahren, wobei es auf die Erfahrung des behandelnden Arztes ankommt, die individuell am besten geeignete Methode auszuwählen. Es können Sehnen verkürzt oder Knochenteile abgetragen werden, um die Zehe(n) wieder in eine natürliche Position zu bringen. Nach der Operation werden die behandelten Glieder mittels Drähten oder Verbänden für einige Zeit in der neuen Haltung fixiert, bis man die Belastung des Fußes wieder auf das normale Maß steigern kann.

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