100-prozentigen Sonnenschutz gibt es nicht

Sonnenbrand gilt als Hauptursache für Hautkrebs. Verantwortlich hierfür sind die aggressiven UVB-Strahlen der Sonne. Besonders Kinder sind gefährdet. Ohne geeigneten Sonnenschutz sollte man daher gar nicht mehr ins Freie gehen.

Endlich Sommer, endlich Urlaub! Wer träumt jetzt nicht von ausgiebigen Sonnenbädern am Strand? Wären da nicht die UV-Strahlen, die der Haut bei zu viel Sonne schaden können. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe erkranken jährlich 140.000 Menschen an Hautkrebs. Die erhöhte UV-Strahlung aufgrund der immer dünner werdenden Ozonschicht und das vermehrte Sonnenbaden gelten als Hauptursache hierfür. Wer sich zu intensiv der Sonne aussetzt, erhöht sein Hautkrebsrisiko um ein Vielfaches. So gilt die Anzahl der Sonnenbrände, die ein Mensch bis zum 18. Lebensjahr erleidet, als ein entscheidender Faktor für das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken.

All das weiß heute jedes Kind: Etwa 88 Prozent der deutschen Bevölkerung schützt ihre Haut ganz bewußt vor Sonnenstrahlen. Bleibt die Frage, welcher Sonnenschutz der richtige ist. Ganz einig sind sich die Experten da leider nicht. Ein guter Schutz gegen zu viel Sonne ist sicherlich ein schattiges Plätzchen sowie leichte, weite Kleidung und ein Sonnenhut, der auch das Gesicht, die Ohren und den Nacken schützt. Aber auch im Schatten sollte man eingecremt sein.

Optimaler Sonnenschutz
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände empfiehlt, eine Sonnencreme zu wählen, die zu Hauttyp, Alter und zur Intensität der Strahlung passt. Auch Unverträglichkeiten oder die Einnahme von Medikamenten, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen, müssen berücksichtigt werden. Sonnenschutz-Sprays sind beliebt, werden aber oft zu dünn aufgetragen. Wer zu „Mallorca-Akne“ neigt, sollte fett- und emulgatorfreie Sonnenschutzmittel wählen. Durch Schwitzen, Baden oder Abtrocknen kann Sonnencreme abgerieben werden, deshalb oft nachcremen. Dieses Nachcremen verlängert die Schutzzeit aber nicht.
Ganz wichtig: die UV-Strahlen können auch den Augen schaden. Eine gute Sonnenbrille mit UV-Filter ist deshalb wichtig – auch für Kinder.

snorkelersDie Haut von Kindern reagiert besonders empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung. Kleinkinder sollten deshalb die Sonne möglichst meiden. Ältere Kinder brauchen sonnendichte Kleidung, eine Sonnenbrille und einen Sonnenhut mit Nackenschutz.

Sonnencrems im Test
Pünktlich zur Feriensaison hat die Stiftung Warentest 21 Lichtschutzmittel mit Schutzfaktor 30 getestet. Zehn von ihnen bekamen die Note „Gut“. Bestnoten gab es nur für Mittel, bei denen der Lichtschutzfaktor stimmte, das UVA/UVB-Verhältnis ausgewogen war, wenn die Haut gut mit Feuchtigkeit versorgt wurde und der Sonnenschutz sich im Wasser nicht zu schnell auflöste. Erfreulich: Es gibt „guten“ Schutz schon für 2,50 Euro pro 100 ml (Rossmann / Sun Ozon Sonnen Milch)

Gerade für blasse Mitteleuropäer mit empfindlicher Haut und Wassersportler, die den ganzen Tag draußen sind, empfiehlt die Stiftung einen (wasserfesten) Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF). Der LSF gibt an, wie gut ein Präparat vor UVB-Strahlung schützt – vorausgesetzt, die Sonnencreme wird rechtzeitig und in ausreichender Menge aufgetragen. Ein Erwachsener braucht für den ganzen Körper etwa drei Esslöffel Sonnenmilch! Je höher der Faktor, desto länger wirkt der Sonnenschutz. Zur Berechnung wird der Faktor mit der Eigenschutzzeit multipliziert. Diese beträgt in der Regel 10 bis 15 Minuten. Eine Sonnencreme mit LSF 30 erlaubt also theoretisch einen Aufenthalt in der Sonne von maximal fünf Stunden (30 x 10 Minuten). Experten zufolge filtert eine Creme mit Faktor 15 bereits 90 Prozent der UVB-Strahlung heraus, bei höheren Faktoren nimmt die Schutzwirkung nur noch geringfügig zu.


neue Kennzeichnung von Sonnenschutzmitteln

Problematisch ist, dass der Lichtschutzfaktor sich bisher nur auf die Sonnenbrand ausloesende UVB-Strahlung bezieht und die ebenso gefaehrliche UVA-Strahlung vernachlaessigt. Aus diesem Grund hat die Europaeische Kommission neue Empfehlungen für eine klare, zuverlaessige Kennzeichnung von Sonnenschutzmitteln formuliert. Zur besseren Aufklaerung der Verbraucher soll kuenftig auch der UVA-Filter auf dem Etikett zu finden sein. Außerdem sollen die Schutzkategorien insgesamt klarer definiert werden: Von „Basis“ (Lichtschutzfaktor 6-10) „mittel“ (LSF 15-25), „hoch“ (30 und 50) bis „sehr hoch“ (LSF 50plus). Und „Sunblocker“ sollte kuenftig gar nicht mehr auf der Tube stehen – einen 100-prozentigen Sonnenschutz gegen UV-Strahlung gibt es sowieso nicht.

Sonnenschutz durch Kleidung
Was nur wenige wissen: auch die Kleidung schuetzt nicht wirklich vor der schaedlichen UV-Strahlung. Ein normales helles T-Shirt hat bestenfalls einen UPF (Ultra Violet Protection Factor) von 10. Optimal waere eine Wert jenseitz der 30. Es gibt jedoch spezielle Textilien, die mittels spezieller Sonnenschutz-technologie einen Schutzfaktor von 50 erreichen und sort, woe sie getragen werden, eine gute Alternative zum Eincremen bieten.

Ganz neu sind auch spezielle Sonnenschutzfolien, die zu Kleidungsstuecken, Schirmen, Markisen oder Zelten verarbeitet werden koennen und einen nahezu vollstaendigen Schutz vor schaedlichen Strahlen bieten. Wenn diese neuartigen Filter sich durchsetzen, werden sie ein ganz unbeschwertes Sonnenbad an Strand und Solarien zulassen.

Den aktuellen Test der Stiftung Warentest und weitere Tipps zum Sonnenbaden finden Sie im Internet unter www.test.de

[Text: SW | Foto: © Marzanna Syncerz - fotolia]

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