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Ihre Gesundheit

Reflux (Sodbrennen)

Wohl jeder kennt das Phänomen, dass aufgenommene Nahrung aus dem Magen zurück in die Speiseröhre fließen kann, was sich, sofern dieser Mageninhalt bereits von der zur Verdauung notwendigen Magensäure zersetzt wurde, mit einem brennenden Gefühl hinter dem Brustbein bemerkbar macht, eben dort, wo die Speiseröhre (Ösophagus) verläuft. Dieser Rückfluss (Reflux) kann durch viele Umstände hervorgerufen werden und ist ungefährlich, solange es eine seltene, nur ganz sporadisch auftretende Erscheinung bleibt, die sich einem direkt voraus gegangenen Ereignis (ungewöhnlich fettes oder reichhaltiges Essen, viel Essen zu später Stunde – kurz vor dem Schlafengehen, übermäßiger Alkoholgenuss etc.) zuordnen lässt. Auch Schwangere bereichten häufig über Sodbrennen, welches hier durch die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft und den erhöhten Druck auf den Magen durch die wachsende Gebärmutter verursacht wird.

Medizinisch relevant wird ein Reflux, wenn er regelmäßig über einen längeren Zeitraum oder in typischen Situationen immer wieder auftritt. Hier droht eine durch die aggressive Magensäure hervorgerufene chronische Entzündung und Schädigung der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagitis), die schlimmstenfalls zu Speiseröhrenkrebs entarten kann. Chronische „Wiederkäuer“ schädigen durch das saure Aufstoßen außerdem den Zahnschmelz. Man muss sich den Unterschied im Aufbau der verschiedenen Schleimhäute klar machen: Das Innere des Magens ist für den permanenten Kontakt mit Säuren vorbereitet, die Schleimhaut der Speiseröhre hingegen nicht!

Die Ursache für ein Auftreten von Sodbrennen über einen längeren Zeitraum sollte also ärztlich abgeklärt werden. Zunächst wird der behandelnde Arzt fragen, wie lange die Beschwerden bereits bestehen und in welchen Situationen sie auftreten. Wichtig ist auch, welche Medikamente werden ständig eingenommen werden und welche Vorerkrankungen bestehen. Nach dieser Befragung erfolgt als Standarduntersuchung eine Inspektion der Speiseröhre und des Magens bis zum Zwölffingerdarm mittels einer flexiblen Kamera, die so genannte Ösophago-Gastro-Duodendoskopie. Die Spiegelung dauert nur wenige Minuten, wird aber heute meist unter einer Kurzzeitnarkose durchgeführt: Dem Patienten bleibt der höchst unangenehme Würgreiz und das Panikgefühl durch das „verschluckte“ Endoskop erspart, zudem kann der Arzt Speiseröhre und Magen in Ruhiglage leichter inspizieren. Es zeigt sich, ob, und wenn ja, wie stark die Speisröhrenschleimhaut entzündet oder bereits degeneriert ist. Außerdem finden sich Antworten auf die Fragen, ob auch eine Entzündung der Magenschleimhaut bzw. ein Geschwür (Ulcus) vorliegen oder eine Anomalie am Schließmuskel des Mageneingangs besteht. Ferner wird der Arzt eine Gewebeprobe aus dem Magen entnehmen, um diese auf das Vorhandensein bestimmter Bakterien (Heliobacter pylori) zu untersuchen. Dieses Bakterium begünstigt das Entstehen von Magengeschwüren bis hin zum Magenkrebs, kann jedoch durch eine Kombinationstherapie verschiedener Antibiotika wirksam bekämpft werden.

Bei leichten Reflux-Beschwerden hilft oftmals schon eine Änderung der Lebens- und Essgewohnheiten: Nicht zu viel, zu fett, zu spät, zu viel Süßes, zu scharf gewürzt. Zwischen dem letzten Essen am Abend und dem Zubettgehen sollten mindestens drei Stunden liegen. Hilfreich ist es, das Kopfende des Bettes etwa höher zu stellen, um so den Rückflussdruck zu vermindern. Auch Getränke sollten kritisch hinterfragt werden. Was vermehrt die Beschwerden: Kaffee, Schwarztee, kohlensäurehaltige Mineralwässer und Limonanden, Fruchtsäfte, Bier? Beobachten und den / die Auslöser künftig möglichst meiden.

Stärkeres Sodbrennen muss medikamentös behandelt werden, meist kommen hier Präparate aus der Gruppe der so genannten Protonenpumpenhemmer zum Einsatz, die die Produktion von Magensäure herabsetzen. Liegt eine funktionale Schwäche des Muskels am Mageneingang (Ösophagussphinkter) oder eine Ausstülpung des Mageneingangs in bzw, neben die Speiseröhre (Hernie) vor, so dass die medikamentöse Therapie zur dauerhaften Besitigung des Refluxes nicht ausreicht, können diese Fehlbildungen durch eine Operation beseitigt werden, die seit einigen Jahren minimalinvasiv durchgeführt wird: Die so genannte laparoskopische Fundoplication.

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