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Patellaspitzensyndrom (Larsen-Johannson-Krankheit, Jumpers Knee)

Beim Patellaspitzensyndrom handelt es sich um eine chronische, schmerzhafte, degenerative Überlastungserkrankung des Übergangs von der Patellasehne zum Knochen an der unteren Spitze der Kniescheibe. Die untere Spitze der Kniescheibe, an der die Sehnen von Muskeln ansetzen, schmerzt bei Belastung – häufig werden diese Beschwerden mit Schmerzen im Kniegelenk verwechselt. Typischerweise betrifft das Leiden junge, sportlich aktive Menschen und hier besonders jene, die eine Sportart mit hohem Sprunganteil betreiben (Ballsportarten wie Hand-, Volley- oder Basketball, Hochsprung, Weitsprung etc.) Bei derartigen Sprüngen, besonders aber bei der nachfolgenden Landung, kommt es zu einer maximalen Zugbeanspruchung der Kniescheibensehne, wobei die Häufigkeit und Intensität der Belastung, aber auch der Trainingszustand eine wesentliche Rolle bei der Ausprägung der Erkrankung spielen. Des weiteren kommen angeborene Faktoren wie eine Fehlbildung der Kniescheibe (Hochstand, Patella alta), Wachstumsstörungen oder eine Schwäche der Bänder in Betracht.

Je nach Ausprägung der Überlastung treten die Schmerzen am unteren Rand der Kniescheibe nur zu Beginn einer Belastung, während und nach der Belastung oder sogar permanent bei normalen Bewegungsabläufen wie etwa Treppensteigen auf. Eine Schwellung kann hinzu kommen. Bleibt die Überlastung über lange Zeit unbehandelt, kann sich ein Knochenstück aus der Kniescheibe herauslösen und absterben. Bei der ärztlichen Untersuchung ist eine solche Knochenerosion im Röntgenbild zu erkennen, mit einer MRT- Aufnahme („Kernspin“) oder Ultraschalluntersuchung (Sonografie) wird zusätzlich die entzündliche Veränderung des Sehnenansatzes sichtbar. Meist ergibt die Befragung zur Krankenvorgeschichte (Anamnese) auch eindeutige Hinweise auf eine chronische Überbelastung.

Für die Therapie des Patellaspitzensyndroms gibt es mehrere Ansätze. An vorbeugenden Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung sind regelmäßige Dehn- und Aufwärmübungen der Beinmuskulatur vor einer körperlichen Belastung, das Einhalten ausreichender Regenerationsphasen und bei Vorliegen einer Fehlstellung auch das Tragen von Schuheinlagen zu nennen. Bei akuten Beschwerden muss die belastende Tätigkeit ausgesetzt werden; daneben wird versucht, mittels Kälte- bzw. Wärmeanwendungen, Physiotherapie, Ultraschall- und Stoßwellentherapie sowie Massagen eine Besserung der Beschwerden zu erreichen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Sehnenansatz durch lokale Stoffwechselaktivierung (Durchblutung) zu regenerieren. Zudem soll die Zugspannung am Sehnenansatz durch Lockern der Oberschenkelmuskulatur reduziert werden. Unterstützen kann man den Prozess durch örtliche Applikation der bekannten entzündungshemmenden Präparate mit den Wirkstoffen Diclofenac und / oder Ibuprofen. Manchmal wird gewünscht, das Abklingen der Entzündung durch Injektionen kortisonhaltiger Substanzen zu beschleunigen; dies muss jedoch sehr bewusst und maßvoll geschehen, da Kortison das Sehnengewebe schädigt, was bis zum Absterben führen kann.

Kann trotz längerer Belastungspause und richtig durchgeführter konservativer Therapie keine Beschwerdefreiheit und somit Sportfähigkeit erreicht werden, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Dabei werden Sehnengleitgewebe, degeneriertes Gewebe oder Nervenenden in der Sehnenumgebung entfernt oder die Sehnenspitze neu positioniert. Welche Verfahren im individuellen Fall geeignet sind, hängt vom Ausmaß der Sehnenveränderung ab. Bestehen Veränderungen lediglich am Sehnenansatz, ist eine minimalinvasive Eröffnung des Kniegelenks (Arthroskopie) mit teilweiser Ablösung der Sehne und Entfernung des degenerativen Areals sinnvoll. Bei stärkerem bzw. langstreckigem Sehnenschaden oder bei partieller Sehnennekrose ist eine offene Operation notwendig. Die Nachbehandlung mit Physiotherapie und langsamer Belastungssteigerung muss individuell festgelegt werden. Sie ist abhängig vom ursprünglichen Sehnenschaden und der durchgeführten Operation.

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