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Ihre Gesundheit

Morbus Crohn

Mit diesem Begriff, benannt nach dem US-amerikanischen Internisten Burrill Bernard Crohn (1884–1983), wird eine chronische Erkrankung des Magen-Darm-Traktes bezeichnet, die in der medizinischen Systematik zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zählt, genau wie etwa die Colitis ulcerosa. Die Erkrankung kann in unterschiedlichen Schweregraden vorliegen und verläuft typischerweise in Schüben. Von der Speiseröhre bis zum Darmausgang kann der gesamte Verdauungsstrang betroffen sein; meist sind es jedoch einzelne Abschnitte des Darms, unterteilt durch gesunde Bereiche. Es zeigen sich Häufungen der Entzündungen im unteren Abschnitt des Dünndarms (terminales Ileum) mit etwa 30 Prozent aller Fälle, sowie im Übergangsbereich vom Dünndarm zum Dickdarm (Ileocolon) mit 40 Prozent sowie im Dickdarm und Analkanal mit 25 Prozent. Die Häufigkeit von Neuerkrankungen liegt derzeit weltweit bei fünf von 100.000 Menschen. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen, für Europa wird die höchste Krankheitsrate in Schweden registriert.

Wie immer, wenn die genauen Ursachen für eine Erkrankung noch nicht bekannt sind, kommt eine Vielzahl möglicher Ursachen ins Spiel, so auch beim Bemühen um eine Erklärung für das Entstehen von Morbus Crohn. Es scheint eine erbliche Veranlagung zu geben; neben auffälligen Häufungen von Erkrankungen innerhalb einer Familie zeigt etwa die Hälfte aller Patienten eine Mutation eines bestimmten Gens auf dem 16. Chromosom. Es müssen aber weitere begünstigende Faktoren hinzu kommen, etwa bestimmte Nahrungsbestandteile (hier besonders raffinierte Kohlehydrate wie Weißzucker), Störungen des Immunsystems oder psychische Faktoren wie häufiger Stress, Frust, Wut und Trauer.

Die typischen Symptome eines Entzündungsschubs sind wässriger Durchfall, verbunden mit krampfartigen Bauchschmerzen und manchmal leichtem Fieber. Mit den Durchfällen ist ein rascher Verlust von Flüssigkeit, Eiweißen und Elektrolyten verbunden, es kommt zu Mangelerscheinungen, wenn der Verlust nicht schnell ausgeglichen wird. Die Betroffenen fühlen sich allgemein matt und krank. Im Blutbild zeigt sich häufig ein für Entzündungsvorgänge typischer erhöhter Anteil weißer Blutkörperchen (Leukozyten) bei gleichzeitig verminderter Anzahl roter Blutkörperchen (Erythrozyten), auch Anämie genannt.

Um die Diagnose Morbus Crohn sicher zu stellen, muss der behandelnde Arzt andere Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik sicher ausschließen. So kommt Labordiagnostik (Blut-, Stuhl- und Gewebeuntersuchungen) ebenso zur Anwendung wie die Befragung des Patienten zu seiner Vorgeschichte (Anamnese). Ferner wird eine komplette Darmspiegelung (Koloskopie) gemacht, oft gleich in Kombination mit einer Magenspiegelung. Ergänzend sind eine Röntgenuntersuchung des Verdauungstraktes unter Zugabe von Kontrastmittel sowie die Ultraschalldiagnose (Sonografie) möglich. Es geht darum, die betroffenen Abschnitte des Darms und den Entzündungsgrad festzustellen. Manchmal verwachsen auch Darmabschnitte miteinander oder bilden röhrenartige Verbindungen (Fisteln) zu Nachbarorganen oder zur Hautoberfläche.

Die Krankheit ist bisher nicht ursächlich heilbar, also zielen alle Therapien darauf ab, die Intensität und somit die Stärke der Beschwerden bei einem Krankheitsschub zu vermindern, sowie die beschwerdefreien Intervalle zu strecken. Komplikationen sollen vermieden und Operationen (Entfernung zerstörter Darmabschnitte) herausgezögert oder gar nicht notwendig werden. Im akuten Schub erfolgt die Behandlung des Durchfalls mit so genannten Antidiarrhoika plus Gabe entzündungshemmender Präparate auf Kortisonbasis. Bei allgemein hoher Entzündungsaktivität können auch so genannte Immunsuppressiva verordnet werden, dies sind Wirkstoffe, die die Aktivität des körpereigenen Immunsystems bremsen. In passender Dosierung wird hiermit auch oftmals eine erfolgreiche Langzeittherapie gemacht, mit dem Effekt kürzerer, weniger intensiver Krankheitsschübe und längeren beschwerdefreien Intervallen. In den meisten Fällen wird irgendwann jedoch eine Operation notwendig, bei der ein durch die lang andauernde Entzündung irreversibel geschädigter Darmabschnitt entfernt wird. Unbedingt muss eine solche Operation beim Auftreten lebensbedrohlicher Komplikationen erfolgen, hierzu zählen ein Darmverschluss (Ileus), ein Darmdurchbruch (Perforation) oder starke Blutungen. Unterstützt wir die medikamentöse Therapie durch die richtige Ernährung, das Stichwort hierzu lautet leichte Vollkost. Hierin sind Kohlehydrate (fein gemahlenes Vollkornbrot, Nudeln, Reis, Kartoffeln) ebenso vorgesehen wie leicht verträgliches Gemüse, Salate und Obst. Auf stark Zuckerhaltiges sowie auf Weißmehlprodukte sollte hingegen verzichtet werden. Dass Alkoholexzesse und Tabakkonsum alle Therapiebemühungen zunichte machen können, muss eigentlich nicht mehr gesondert erwähnt werden. Im Rahmen der Gesamttherapie sollte immer eine Beratung durch einen Ernährungsspezialisten stattfinden; viele Ernährungstipps finden Sie außerdem auf den Seiten dieses Portals.

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