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Ihre Gesundheit

Meniskopathie (Meniskusschaden)

Dieser Sammelbegriff meint krankhafte, fortschreitend degenerative (durch Abbau von Substanz) oder traumatische (durch kleine Brüche bzw. Risse) Veränderungen der zwei halbmondförmigen Knorpelscheiben (Menisken) im Kniegelenk. Nicht gemeint sind hier akute Meniskusschäden durch mechanische Einwirkung (Meniskusruptur = Riss, „Sportverletzung“). Die Menisken passen die unterschiedlichen Oberflächenformen vom Schienbeinknochen (Tibia) und Oberschenkelknochen (Femur) aneinander an, sie wirken zusammen mit dem Knorpelgewebe auf den Gelenkflächen der Knochen stoßdämpfend und stabilisierend.

Eine chronisch verlaufende Meniskopathie kann zum einen genetisch (erblich, familiär) bedingt in unterschiedlichem Ausmaß auftreten, aber auch verschiedene über einen längeren Zeitraum betriebene Sportarten (Fußball, Tennis, Skilaufen und -springen etc.) kommen als Ursache in Frage, genau wie berufliche Tätigkeiten, die mit einer dauernd hohen Belastung der Kniegelenke einher gehen: Bergmann, Ofensetzer, Fliesen- Teppich- oder Parkettleger, Rangierarbeiter und allgemein Tätigkeiten unter besonders beengten Raumverhältnissen verursachen einen vorzeitigen Meniskenverschleiß – dies mag auch erklären, warum allgemein Männer häufiger mit Meniskusproblemen zu tun haben als Frauen. Die halbmondförmigen, auf den Schienbeinkopfgelenkflächen nur wenig verschiebbaren Knorpelscheiben (hier besonders der Innenmeniskus) werden in verstärktem Maße belastet. Dadurch können sich allmählich Deformierungen, Ernährungsstörungen des Gewebes sowie degenerative Veränderungen mit Einbuße an Elastizität und Gleitfähigkeit der Menisken ausbilden.

Ein derart vorgeschädigter Meniskus kann beim Aufrichten aus kniender Stellung, bei Drehbewegungen, beim Treppensteigen oder auch beim ganz normalen Gehen von seinen natürlichen Befestigungspunkten ganz oder teilweise gelöst werden, was sich durch plötzliche heftigste Schmerzen, manchmal mit Verlust der Bewegungsfähigkeit (Gelenkblockade) bemerkbar macht; man spricht hier von Spontanlösung aus Gelegenheitsursache. Typisches Anzeichen ist auch ein schnappendes Gelenkgeräusch. Die berufsbedingte Meniskopathie kann als Folgeschaden zu Arthrosis deformans (Gelenkdeformierung durch Neubildung von Knochengewebe) führen. Ein chronischer Meniskusschaden kann auch lange Zeit unbemerkt verlaufen oder aber mit chronischen Schmerzen am Gelenkspalt (mittig oder seitlich) und späteren Funktionsstörungen einhergehen. Ferner kann sich Gewebswasser im Kniegelenk sammeln; ein solcher Gelenkerguss kann das Bild eines „Reizknies” hervorrufen. Der Gelenkspalt ist dann häufig wulstartig geschwollen, überwärmt und druckschmerzhaft.

Der Facharzt für Orthopädie ist der richtige Ansprechpartner um heraus zu finden, welche Schädigung des Kniegelenkes vorliegt. Neben der Befragung zur Vorgeschichte der Beschwerden (dauerhafte Belastungen, frühere Unfälle) geben äußerliche Untersuchungen (Betrachten, Drücken, Bewegungstests) sowie bildgebende Verfahren wie Röntgen und MRT („Kernspin“) Aufschluss darüber, was im Kniegelenk nicht in Ordnung ist. Auch eine Untersuchung der durch Punktion abgezapften Gelenkflüssigkeit sowie die klassische Innenansicht des Gelenks durch Spiegelung (Arthroskopie) können sinnvoll sein.

Die Therapie richtet sich nach dem individuellen Schadensbild. Mittlerweile werden Schädigungen der Menisken nicht nur arthroskopisch, also durch Gelenkspiegelung, festgestellt, sondern auch auf diesem Wege behandelt: Das Erhalten noch verwendbaren Gewebes hat hierbei Vorrang vor dem Entfernen. Nur stark geschädigte Anteile des Meniskus, etwa beim so genannten Korbhenkelriss, werden heute beseitigt, während Risse an der Meniskusbasis, vor allem bei jüngeren Patienten, vorzugsweise wieder angenäht werden. Den Meniskus zu erhalten, liegt im Trend, da die Langzeitergebnisse besser sind als nach einer Entfernung. Daher beschreitet und erprobt man in der Orthopädie auch neue Wege wie das Einpflanzen von menschlichen Spender-Menisken oder künstlichen Transplantaten. In jedem Fall ist die Nachbehandlung durch Krankengymnastik nach einem operativen Eingriff am Knie wichtig, um die ursprüngliche Bewegungsfähigkeit des Gelenks zurück zu bringen und die Oberschenkelmuskulatur zu stärken. Bandagen unterstützen den Heilungsprozess.

 

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