Ihre Gesundheit

Bradykardie

Mit diesem Begriff bezeichnen Mediziner das Krankheitsbild einer dauerhaft oder wiederkehrend verlangsamten Herzschlagfrequenz. Hierbei sendet der „körpereigene Herzschrittmacher“ (der sog. Sinusknoten, ein Nervenstrang) nur unzureichende Kontraktionsimpulse an die Herzmuskulatur mit der Folge, dass der Organismus schon bei leichter körperlicher Aktivität nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird. Die Betroffenen verspüren dann Symptome wie Schwindel, Erschöpfung, Kurzatmigkeit und Engegefühl in der Brust. Auch Ohnmachtsanfälle kommen vor.

An Ursachen für eine Bradykardie kommen in Frage:

– Erkrankungen des Sinusknotens (chronotrope Inkompetenz),
– Blockierung der Erregungsleitung der Herzvorhöfe;
– Angeborener Herzfehler oder natürlicher Alterungsprozess;
– Vernarbung des für die Reizleitung relevanten Gewebes nach Herzinfarkt;
– Langsames Vorhofflimmern (Bradyarrhythmie);
– Einnahme bestimmter Medikamente (u.a. Betablocker und Digitalis).

Der Facharzt (Kardiologe) bedient sich verschiedener Untersuchungsmethoden, um Art und Ausprägung einer Bradykardie festzustellen. An erster Stelle ist hier das Elektrokardiogramm (EKG) zu nennen, mit dem die elektrischen Impulse des Herzens in verschiedenen Belastungszuständen und auch über längere Zeiträume aufgezeichnet werden können. Ergänzt wird diese Untersuchung durch Verfahren wie Ultraschalluntersuchung, elektrophysiologischer Test (EPU) oder das Implantieren eines Herzmonitors.

Die Therapie der Erkrankung besteht neben der Umstellung einer ursächlichen Medikation zumeist in der Implantation eines Herzschrittmachers. Dieser Minicomputer, ein elektrischer Impulsgeber, inzwischen meist kleiner und flacher als eine Streichholzschachtel, wird in der Nähe des Brustmuskels unter die Haut gesetzt. Eine oder zwei Elektroden (dünne isolierte Drähte) führen vom Gehäuse zur Muskulatur des Herzens. Der Schrittmacher wird vom Arzt genau auf die individuellen Bedürfnisse programmiert. Hierbei sind verschiedene Arbeitsweisen möglich: Sowohl das permanente Aussenden der „richtigen“ Herzimpulse als auch ein Standby-Betrieb mit ständiger Überwachung der Herzfunktion und Eingriff bei Bedarf, nämlich immer dann, wenn das Herz aus dem richtigen Takt gerät.

Kommentar verfassen