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	<title>ihre-gesundheit.tv &#187; Körper</title>
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		<title>allergisches Asthma</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 22:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>astrauch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Begriff Asthma ist griechischen Ursprungs (wörtlich etwa: „schweres Atmen“) und bezeichnet eine entzündliche Erkrankung der Atemwegswände, besonders der feinen Verästelungen (Bronchien) mit meist lang andauerndem (chronischem) Verlauf. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff Asthma ist griechischen Ursprungs (wörtlich etwa: „schweres Atmen“) und bezeichnet eine entzündliche Erkrankung der Atemwegswände, besonders der feinen Verästelungen (Bronchien) mit meist lang andauerndem (chronischem) Verlauf.</p>
<p>Bei einem Asthmaanfall führt ein äußerer Reiz zu einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, begleitet von einer übermäßigen Produktion zähen Schleims. Auf diese Weise kommt es zu einer Verengung der Atemwege (Bronchospasmus) mit Husten, Engegefühl in der Brust und akuter Atemnot, die lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Vor allem die Ausatmung ist massiv beeinträchtigt und häufig von einem pfeifenden Geräusch begleitet. Die Betroffenen können in Panik geraten. Typisch für das Leiden ist auch das Fehlen jeglicher Symptome in der beschwerdefreien Zeit. In Deutschland ist Asthma bronchiale die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern; etwa zehn Prozent sind betroffen, Jungen etwa doppelt so häufig wie Mädchen. Unter den Erwachsenen finden sich hierzulande immerhin noch etwa 5 Prozent Asthmatiker.</p>
<div id="attachment_13647" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-13647" href="http://www.ihre-gesundheit.tv/koerper/allergisches-asthma/attachment/pollen-wolfgang-colditz_pixelio-de/"><img class="size-medium wp-image-13647" title="Pollen-Wolfgang Colditz_pixelio.de" src="http://www.ihre-gesundheit.tv/wp-content/uploads/2012/02/Pollen-Wolfgang-Colditz_pixelio.de_-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ein häufiges Allergen: Birkenpollen  Foto: Wolfgang Colditz/pixelio.de</p></div>
<p>In der medizinischen Praxis wird zwischen <em>allergischem</em> und <em>nicht-allergischem</em> Asthma unterschieden, wobei diese Einteilung auf die Substanzen oder Vorgänge abzielt, die bei den Betroffenen individuell einen Asthmaanfall hervorrufen. Beim hier zu erörternden <em>allergischen</em> Asthma besteht eine Überempfindlichkeit gegen einen oder mehrere Stoffe bzw. Stoffgruppen; diese kann erblich bedingt oder erworben sein. Das irritierte Immunsystem des Körpers bekämpft Substanzen, die zumeist nicht schädlich für den Organismus sind und somit nicht angegriffen werden müssten (sog. Allergene). Typische Beispiele für solche Allergene in der Atemluft sind Tierhaare und -Speichel, Schimmelpilzsporen, Ausscheidungen der Hausstaubmilbe, Vogelfedern, Blüten- und Gräserpollen sowie Aromate (Parfüme, Lösungsmittel) und Feinstaub; doch auch die natürlichen oder zugesetzten Inhaltsstoffe mancher Lebensmittel können allergische Asthmaanfälle auslösen. Bei den meisten Asthmatikern zeigen sich erhöhte Werte von Immunglobulin E (IgE). IgE ist ein Antikörper, der eigentlich der Immunabwehr dient, jedoch auch an allergischen Reaktionen beteiligt ist.</p>
<p>Somit stellt allergisches Asthma eine mögliche Symptomform als allergische Reaktion des Körpers auf bestimmte allergene Substanzen dar, doch beileibe nicht die einzige: Häufig manifestiert sich allergisches Asthma zusammen mit anderen allergischen Reaktionen wie Pollenallergie („Heuschnupfen“) oder Reaktionen der Haut bzw. des Magen-Darmtraktes bei Lebensmittelallergien. In der Mehrzahl der Fälle zeigt sich allergisches Asthma im Kindes- und Jugendalter; ein erstmaliges Auftreten im Erwachsenenalter kommt wesentlich seltener vor. Dann ist es zumeist berufsbedingt, durch lang anhaltenden, wiederkehrenden Kontakt mit bestimmten Substanzen (Mehlstaub, Holzstaub, Zementstaub, Nickel, Lösungsmittel u.a.). Üblicherweise zeigen sich die asthmatischen Atembeschwerden bereits wenige Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen (Sofortreaktion). Seltener ist das Auftreten der Symptome erst nach mehreren Stunden (Spätreaktion).</p>
<p>Der behandelnde Arzt diagnostiziert ein Asthmaleiden nach der geschilderten Symptomatik, durch Abhören des Brustraumes auf typische Verengungsgeräusche und er wird verschiedene Lungenfunktionstests durchführen. Zudem müssen andere Atemwegserkrankungen mit teils ähnlichen Symptomen ausgeschlossen werden, wie etwa eine akute Bronchitis, Keuchhusten oder Mukoviszidose. Bei der Erstdiagnose wird zudem oft ein Röntgenbild angefertigt, um den aktuellen Lungenzustand bildlich darzustellen. Ein Bluttest zeigt bei Vorliegen einer Allergie erhöhte Werte bestimmter Antikörper; mit den ggfs. folgenden Allergietests lassen sich die auslösenden Substanzen bestimmen.</p>
<p>In jeder Asthmatherapie geht es sowohl darum, die auslösenden Substanzen vorbeugend konsequent zu meiden als auch zuverlässige Hilfe durch die passenden Medikamente in der individuell bestmöglich abgestimmten Kombination und Dosierung parat zu haben, wenn es dennoch zu einem Asthmaanfall kommen sollte. Mittel der Wahl sind hier schnell wirkende, die Bronchien erweiternde (krampflösende) Inhalationssprays aus der Stoffgruppe der sog. Beta-2-Sympathomimetika (Salbutamol u.a.), sowie lokal wirksame Kortikosteoride (Fluticason u.a.) zur Bekämpfung des ursächlichen Entzündungsstatus der Bronchialschleimhaut. Sie bilden auch einen Grundpfeiler der Dauertherapie, unabhängig vom Akutstatus. Daneben finden Medikamente aus der Stoffgruppe der sog. Antileukotriene zunehmend Beachtung. Diese Substanzen blockieren bestimmte Botenstoffe, die an der Entzündungsreaktion der Bronchialschleimhaut beteiligt sind. Ein weiterer Therapieansatz ist die Möglichkeit der Hyposensibilisierung gegen Asthma auslösende Substanzen &#8211; ein Verfahren, dass auch bei vielen Heuschnupfenpatienten erfolgreich angewendet wird.</p>
<p>Besonders Kinder entwickeln nach ausführlicher Unterweisung (Asthmaschule) oftmals große Sorgfalt und Verantwortungsgefühl im Umgang mit ihren individuell zusammengestellten Asthmapräparaten, sie haben auch Spaß am täglichen Messen ihres aktuellen Lungenvolumens mittels Peak-Flow-Meter („Puster“) und protokollieren die Verlaufskurve. Art, Menge und Dauer der Medikamentengabe richten sich nach dem individuellen Schweregrad der Erkrankung. Eine ergänzende Physiotherapie mit Atemübungen zum bewussten richtigen Atmen in der beschwerdefreien Zeit wie auch im Akutfall ist sinnvoll. Oftmals verschwindet das Asthma aus Kindertagen bei Heranwachsenden, mehr als die Hälfte der kindlichen Asthmapatienten sind als Erwachsene beschwerdefrei. Dennoch behalten ihre so genannten unteren Atemwege lebenslang eine erhöhte Infektanfälligkeit.</p>
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		<title>Insektengiftallergie</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 22:01:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mit diesem Begriff werden verschiedene Formen und Schweregrade von allergischen Reaktionen auf Insektengifte zusammengefasst, die sich nach Stichen von Bienen, Wespen, Hornissen oder Hummeln zeigen können.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit diesem Begriff werden verschiedene Formen und Schweregrade von allergischen Reaktionen auf Insektengifte zusammengefasst, die sich nach Stichen von Bienen, Wespen, Hornissen oder Hummeln zeigen können. Hierbei ist nicht die eigentliche Giftigkeit (Toxizität) des Stoffgemischs oder die insgesamt in den Körper gelangte Giftmenge problematisch, sondern, wie bei allen Allergieformen, die bei manchen Menschen überempfindliche Reaktion des Immunsystems (Typ I – Sofortreaktion).</p>
<div id="attachment_13650" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-13650" href="http://www.ihre-gesundheit.tv/koerper/insektengiftallergie/attachment/hornisse-rita_pixelio-de/"><img class="size-medium wp-image-13650" title="Hornisse-Rita_pixelio.de" src="http://www.ihre-gesundheit.tv/wp-content/uploads/2012/02/Hornisse-Rita_pixelio.de_-300x240.jpg" alt="" width="300" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Hornisse - gefährlich für Allergiker   Foto: Rita/pixelio.de</p></div>
<p>Anders ausgedrückt: Niemand muss besorgt sein, dass die Giftmenge auch vieler Insektenstiche eine akute Lebensgefahr darstellen könnte; die alte Volksweisheit etwa, wonach sieben Hornissenstiche ein Pferd und drei einen Menschen töten sollen, ist völliger Unsinn. Um eine lebensbedrohliche Giftkonzentration im Körper zu erreichen, müsste ein gesunder Erwachsener in kurzer Zeit mehrere hundert mal gestochen werden. Problematisch ist vielmehr, dass bei etwa fünf Prozent der Bevölkerung das körpereigene Immunsystem auf Insektenstiche allergisch, also stark überempfindlich reagiert. Hierzu braucht es keine genetische Veranlagung; durch Sensibilisierung (Bildung von Immunglobulin E-Antikörpern) des Immunsystems kann jeder Mensch nach einem oder wiederholten Insektenstichen irgendwann den Allergiestatus entwickeln. Tückisch ist hierbei, dass man nach Insektenstichen in der Vergangenheit zwischenzeitlich zum Allergiker geworden sein kann, ohne davon zu wissen. Ein erneuter Stich kann dann unerwartet heftige Reaktionen auslösen, ohne dass die Betroffenen sofort die richtigen Gegenmittel parat haben.</p>
<p>Eine leichte lokale (auf die Einstichstelle begrenzte) Rötung, Schwellung und Schmerzempfindung ist die normale Abwehrreaktion des Körpers auf das durch den Stachel ins Unterhautgewebe gepumpte Gift des Insekts. Alles, was darüber hinaus geht, muss als allergische Reaktion angesehen werden. Hier werden verschiedene Schweregrade unterschieden:</p>
<p>- Gesteigerte lokale Reaktion: Wenn beispielsweise nach einem Stich in die Fußsohle der ganze Fuß anschwillt, schmerzt und sich heiß anfühlt;</p>
<p>- leichte allgemeine (generalisierte) Reaktion: Quaddelbildung (Nesselsucht) am ganzen Körper, verteilter Juckreiz, Übelkeit, Schweißausbrüche, Angstgefühl;</p>
<p>- mäßige bis schwere allgemeine Reaktion: Die vorgenannten Symptome, zusätzlich Erbrechen, Schwellungen von Lippen und / oder Augenlidern, Engegefühl im Brustbereich, Atemnot, Panik, Durchfall, Benommenheit;</p>
<p>- lebensbedrohlicher Schockzustand (anaphylaktischer Schock): Zu den vorgenannten Symptomen zusätzlich Krämpfe, Herzbeschwerden und Blutdruckabfall bis zum Kreislaufkollaps mit Bewusstlosigkeit. Ein Fall für den Notarzt!</p>
<p>Je schneller sich nach einem Insektenstich gesteigerte Allergiesymptome zeigen, desto schwerer verlaufen diese für gewöhnlich. In Deutschland werden pro Jahr Todesfälle im zweistelligen Bereich infolge schwerer allergischer Reaktion nach Insektenstich(en) dokumentiert.</p>
<p>Wenn Sie bei sich ungewöhnlich starke Reaktionen nach einem Insektenstich bemerken, ist ein Besuch beim Facharzt für Allergologie (viele Dermatologen etwa haben diese Zusatzqualifikation) ratsam, um den Allergiestatus und die auslösenden Stoffe bestimmen zu lassen. Nach der Befragung zur Vorgeschichte (Anamnese) ist die Standard-Testmethode der so genannte Prick-Test, bei dem wässrige Lösungen bekannter Allergene, hier also Insektengifte, tropfenweise auf den Unterarm gegeben und dann mit einer kleinen Klinge eingeritzt werden. Zeigt sich an einer oder mehreren Stellen binnen kurzem eine starke Schwellung, sind der oder die Stoffe identifiziert. Ergänzend kann noch ein Bluttest gemacht werden, bei dem nach insektengiftspezifischen Antikörpern gesucht wird.</p>
<p>Wenn festgestellt wurde, dass eine Allergie gegen Insektenstiche bestimmter Arten besteht, muss man sich fortan gegen die möglichen schweren Komplikationen bei einem erneuten Stich wappnen. Neben einfachen Verhaltensregeln zur Vermeidung von Stichen (nicht barfuß über blühende Wiesen laufen, kein Anlocken hungriger Wespen durch Verzehr von Speisen / zuckerhaltigen Getränken im Freien, kein wildes Umherschlagen zur Insektenabwehr etc.) sollte man stets ein individuell angepasstes Set an Notfallmedikamenten mit sich führen. Dies sind üblicherweise ein Antihistaminikum sowie kortison- und adrenalinhaltige Inhalationssprays oder Fertigspritzen. Die effektive Anwendung dieser Präparate muss vom Arzt erklärt werden, um sie im Fall der Fälle richtig und sicher einsetzen zu können.</p>
<p>Zur weiterführenden Therapie einer Insektengiftallergie kann der Arzt eine so genannte Hyposensibilisierung vorschlagen. Diese Behandlung wird auch als spezifische Immuntherapie bezeichnet; sie hat das Ziel, die krankhaft gesteigerte Empfindlichkeit gegen bestimmte Allergene dauerhaft herabzusetzen. Über einen längeren Zeitraum wird eine langsam gesteigerte Menge des Allergens unter die Haut (meist im Oberarm) gespritzt. Im Idealfall zeigt sich irgendwann eine Unempfindlichkeit (Immunität) gegen den Stoff. Die Erfolgsquote der Hyposensibilisierung bei Insektengiftallergie ist hoch (um die 90 Prozent). Ob diese Methode geeignet ist, muss individuell mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden, bestimmte Dauermedikationen wegen anderer Erkrankungen können das Risiko einer Schockreaktion erhöhen.</p>
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		<title>Lebensmittelallergie &#8211; Nahrungsmittelunverträglichkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 22:01:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>astrauch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Begriffe Nahrungsmittelunverträglichkeit bzw. Nahrungsmittelintoleranz umfassen als Sammelbezeichnungen eine Vielzahl an möglichen Reaktionen des menschlichen Körpers nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel – mit ebenso vielfältigen Ursachen und Symptomen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Begriffe Nahrungsmittelunverträglichkeit bzw. Nahrungsmittelintoleranz umfassen als Sammelbezeichnungen eine Vielzahl an möglichen Reaktionen des menschlichen Körpers nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel – mit ebenso vielfältigen Ursachen und Symptomen.</p>
<p>Da die Begriffe Nahrungsmittelunverträglichkeit und Nahrungsmittel- bzw. Lebensmittelallergie im täglichen Sprachgebrauch gern synonym verwendet oder verwechselt werden, muss an dieser Stelle zunächst klar gesagt werden, dass dies zwei ganz verschiedene medizinische Sachverhalte sind. Allergien treten insgesamt auch viel häufiger auf als echte Unverträglichkeiten; während hierzulande schätzungsweise ein Fünftel der Bevölkerung etwa mit einer Pollenallergie („Heuschnupfen“) zu tun hat, sind nur etwa vier Prozent von einer eindeutig festgestellten Nahrungsmittelunverträglichkeit betroffen.</p>
<p>Was aber ist nun der Unterschied zwischen einer Nahrungsmittelallergie und einer Nahrungsmittelunverträglichkeit? Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert das Immunsystem auf an sich harmlose Bestandteile in unserem Essen. Zumeist sind dies bestimmte Eiweiße (Proteine); das Immunsystem erkennt und behandelt diese so, als wären es gefährliche Krankheitserreger, die in den Körper eingedrungen sind und schnellstens unschädlich gemacht werden müssen. Es werden Antikörper produziert, die dafür sorgen, dass bestimmte Botenstoffe wie Histamin ausgeschüttet werden. Als Folge kann sich dann die Haut röten und jucken, können Schleimhäute anschwellen oder die Darmtätigkeit gestört werden. Eine derartige Allergie zeigt sich in aller Regel nicht schon nach dem Erstkontakt des Organismus mit einem Nahrungsmittel. So fällt etwa die relativ bekannte Überempfindlichkeit gegen das Getreide-Klebereiweiß Gluten (Zöliakie) in die Kategorie der Allergien bzw. Autoimmunerkrankungen.</p>
<div id="attachment_13653" class="wp-caption alignleft" style="width: 203px"><a rel="attachment wp-att-13653" href="http://www.ihre-gesundheit.tv/koerper/lebensmittelallergie-nahrungsmittelunvertraeglichkeit/attachment/milchglas-thorben-wengert_pixelio-de/"><img class="size-medium wp-image-13653" title="Milchglas-Thorben Wengert_pixelio.de" src="http://www.ihre-gesundheit.tv/wp-content/uploads/2012/02/Milchglas-Thorben-Wengert_pixelio.de_-193x300.jpg" alt="" width="193" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Auch Milch wird von vielen nicht vertragen   Foto: Thorben Wengert/pixelio.de</p></div>
<p>Die Nahrungsmittelunverträglichkeit hingegen hat nichts mit einer Reaktion des Immunsystems zu tun, es werden keine Antikörper gebildet. Auch Vergiftungserscheinungen (toxische Reaktionen) sind „normale“, auch individuell dosisabhängige Reaktionen des Körpers auf giftige (toxische) Bestandteile im Essen und somit keine Nahrungsmittelunverträglichkeit im engeren Sinne. Also, als Nahrungsmittelunverträglichkeit sind nur jene Unverträglichkeitsreaktionen des Körpers definiert, die weder eine immunologische noch eine toxische Ursache haben. Sie werden folgendermaßen eingeteilt:</p>
<p>-    Enzymdefekte oder Enzymmängel (Enzymopathien): Hier besteht ein angeborener oder erworbener Defekt; die Betroffenen können bestimmte    Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln nicht oder nicht vollständig verdauen. Bekannte Beispiele sind etwa die Milchunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), Zuckerunverträglichkeit (Saccharoseintoleranz) oder Histamin-Intoleranz (HIT, Histaminose);</p>
<p>-    pharmakologische Reaktionen: Viele Nahrungsmittel enthalten Substanzen, die medizinisch wirksam (pharmakologisch aktiv) sind, wie etwa Tomaten (Tryptamin), Schokolade (Phenylethylamin), Nüsse (Serotonin), Kaffee (Coffein) oder der Geschmacksverstärker Glutamat. Wird beim Verzehr derartiger Stoffe ein individuell unterschiedlicher Schwellenwert überschritten, zeigen sich Unverträglichkeitssymptome;</p>
<p>-    pseudoallergische Reaktionen: Diese haben in ihrer Symptomatik starke Ähnlichkeit mit Allergien, aber andere Ursachen. Sie können sich als Reaktion auf Inhalts- oder Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln zeigen (bestimmte Emulgatoren, Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Säuerungsmittel);</p>
<p>-    subjektive Reaktionen: Hier besteht bei den Betroffenen eine stark ausgeprägte Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel mit Ekelempfinden, Übelkeit oder Ausschlag ohne einen objektiv nachvollziehbaren Grund. Dies kann etwa mit frühkindlichen Prägungen zu tun haben und führt in den psychosomatischen Bereich.</p>
<p>Die Symptomatik bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ist breit gefächert und kann in ihrer Ausprägung individuell sehr unterschiedlich sein. Typische Symptome sind Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall, Juckreiz, Hautrötung und Quaddelbildung (Nesselsucht), Schnupfen und Atembeschwerden, Kopfschmerzen und Fieber sowie Schockzustände (allergischer, anaphylaktischer Schock).</p>
<p>Um nun ein oder mehrere Nahrungsmittel bzw. deren Inhaltsstoffe als unverträglich zu identifizieren, muss der behandelnde Arzt zunächst durch Befragung und verschiedene Tests andere Ursachen (wie Allergien oder Stoffwechselkrankheiten) ausschließen. Hilfreich ist hierbei, wenn man als Betroffener schriftlich festhält, was man wann und in welcher Menge gegessen bzw. getrunken hat und wann sich welche Symptome in welcher Ausprägung zeigten. In aller Regel besteht die wirksamste Therapie darin, die Verzehrmenge der als unverträglich erkannten Stoffe künftig deutlich zu reduzieren oder diese ganz zu meiden.</p>
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		<title>Hausstauballergie</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 22:01:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wenn man von einer Hausstauballergie spricht, ist damit primär nicht ein gesteigertes Sauberkeitsverlangen oder eine ekelartige Abscheu vor dem normalen Staubanfall im Haushalt gemeint.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man von einer Hausstauballergie spricht, ist damit primär nicht ein gesteigertes Sauberkeitsverlangen oder eine ekelartige Abscheu vor dem normalen Staubanfall im Haushalt gemeint. Nein, die so genannte Hausstauballergie muss korrekterweise als Hausstaubmilbenallergie oder als Schimmelpilzsporenallergie bezeichnet werden.</p>
<p>Hausstaub fällt in geschlossenen Räumen ständig an und ist ein Gemisch verschiedenster Stoffe: Enthalten sind etwa Fasern / Abrieb von Kleidung, Heimtextilien und Möbelstoffen, Essenkrümel, Pflanzenteilchen, Mineralkörnchen (abbröselnder Putz bzw. von draußen hereingetragen), Haare und Hautschuppen von Mensch und Tier sowie Bakterien, Viren und Schimmelpilzsporen. Der Mensch als Hausbewohner produziert also selbst ständig Staubpartikel und verteilt diese durch die ganz normalen Bewegungsabläufe überall im Haus. Ebenso ist es unvermeidlich, dass ständig Staubpartikel eingeatmet werden. Auch Schadstoffpartikel in der Raumluft (Ausdünstungen wie Lösungsmittel aus Farben, Weichmacher aus Teppichböden, Druckerpartikel etc.) binden sich zumeist an Teichen des Hausstaubs.</p>
<div id="attachment_13658" class="wp-caption alignleft" style="width: 214px"><a rel="attachment wp-att-13658" href="http://www.ihre-gesundheit.tv/koerper/hausstauballergie/attachment/hausstaub-olga-meier-sander_pixelio-de/"><img class="size-medium wp-image-13658" title="Hausstaub-olga meier-sander_pixelio.de" src="http://www.ihre-gesundheit.tv/wp-content/uploads/2012/02/Hausstaub-olga-meier-sander_pixelio.de_-e1327334389181-204x300.jpg" alt="" width="204" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Hausstaub - ein potentieller Allergieauslöser   Foto: Olga Meier-Sander/pixelio.de</p></div>
<p>Daneben gibt es eine ganze Reihe von mikroskopisch kleinen Organismen, denen Hausstaubpartikel als Nahrung dienen, nämlich bestimmte Bakterien, Schimmelpilze und Milben. Milben sind 0,2 bis 0,5 mm große Spinnentierchen, die eine Lebenszeit von maximal 100 Tagen haben und sich fortlaufend massenhaft vermehren. Milben und Schimmelpilze haben eine Bedeutung als Auslöser allergischer Reaktionen beim Menschen. Schimmelpilze finden sich im Haushalt etwa in der Erde von Zimmerpflanzen und / oder beim Schimmelbefall von Wand- und Möbelflächen infolge eines ungünstigen Verhältnisses von Feuchte der Raumluft, Temperatur und Lüftung. Hausstaubmilben leben vorwiegend im Bettbereich (Matratze, Bettdecke und Kopfkissen), aber auch in Polstermöbeln und Teppichen.</p>
<p>Die allergenen (eine Allergie auslösenden) Stoffe sind bei Schimmelpilzen deren Samenkapseln (Sporen) und bei den verschiedenen Arten von Hausstaubmilben deren Exkremente, also der Milbenkot. Sowohl Schimmelsporen als auch Milbenkot sind also Bestandteile des Hausstaubgemischs, werden ständig herumgewirbelt und eingeatmet. Immer mehr Menschen reagieren allergisch auf diese Substanzen; allein in Deutschland sind geschätzte 10 Millionen Menschen Hausstauballergiker. Eine solche Allergie als überschießende Reaktion des menschlichen Immunsystems, welches irrtümlicherweise meint, gefährliche Krankheitserreger abwehren zu müssen, macht sich durch die bekannten Symptome bemerkbar; hierzu zählen der allergische Schnupfen mit dünnflüssigem Schleim und Niesanfällen, Husten, tränende bzw. juckende Augen sowie Hautirritationen wie Rötung, Schwellungen und Quaddelbildung. Bei länger bestehender Allergie kann sich aus dem Schnupfen durch einen so genannten Etagenwechsel auch ein allergisches Asthma entwickeln.</p>
<p>Typisch für die Hausstauballergie ist, dass die Beschwerden einerseits ganzjährig bestehen, aber innerhalb eines Tages besonders nachts und am frühen Morgen, nach dem Aufstehen besonders ausgeprägt sind. Ferner lässt sich meist eine Verschlimmerung während der winterlichen Heizperiode beobachten, wenn durch das Beheizen die Raumluft tendenziell trockener wird und somit die Lebensbedingungen für die Milbenpopulation schlechter werden. Als Folge sterben jetzt viel mehr Tiere ab als während der Jahreszeiten mit höherer Raumfeuchte; deren zerfallende Körper setzen massenhaft allergene Partikel frei.</p>
<p>Um die Allergie genau zu bestimmen, sind verschiedene Tests beim Arzt Ihres Vertrauens erforderlich, viele Dermatologen etwa beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit Allergologie. Die einfachste und schnellste Testmethode ist der bekannte Prick-Test, bei dem wässrige Lösungen verschiedener Allergene auf die Haut des Unterarms getropft und anschließend angeritzt werden. Bei allergischer Reaktion zeigt sich nach wenigen Minuten eine mehr oder minder starke Rötung und Schwellung der betreffenden Hautstelle. Ergänzt werden kann dieser Test durch einen so genannten Provokationstest, bei dem ein Aerosol mit dem vermuteten Allergen in die Nase gesprüht wird. Die allergische Reaktion hierauf kann bei der „richtigen“ Substanz durchaus heftig sein, so dass der behandelnde Arzt ggfs. mit einem Antiallergikum gegensteuern muss. Bestätigt werden die vorgenannten Tests dann durch eine Blutuntersuchung auf das Vorhandensein typischer Antikörper.</p>
<p>Akute Symptome der Hausstauballergie lassen zwar sich mit antiallergischen Medikamenten (Antihistaminika) in verschiedenen Darreichungsformen abmildern, dies stellt jedoch keine Dauerlösung dar. Für eine dauerhafte Besserung der Beschwerden muss die Belastung der Wohnräume durch Milbenkot (bzw. Schimmelpilzsporen) deutlich vermindert werden. Bei der Milbenbekämpfung sollte das Hauptaugenmerk auf dem Bett liegen, da dort die meisten Milben leben. Möglicherweise sind Matratze und Bettdecke sowieso schon etwas älter; dann sollte man nicht zögern, diese zu entsorgen und sich vor dem Neukauf genau beraten lassen, welche Materialien von Matratze und Bettdecke für Allergiker geeignet sind, also Material- und Aufbaueigenschaften haben, die die Milbenvermehrung hemmen. Optimieren lässt sich die Bettausrüstung mit allergendichten Bezügen für Matratze, Bettdecke und Kissen, diese müssen jedoch für Wasserdampf durchlässig sein. Das Wechselintervall der Bettwäsche sollte man verkürzen und die Textilien bei mindestens 60 Grad waschen. Außerdem bietet der Markt verschiedenste Milbensprays auf natürlicher und synthetischer Basis an, die Wirksamkeit derartiger Präparate wurde in bisherigen Tests aber eher verhalten bewertet (mäßige bis fehlende Wirksamkeit).</p>
<p>Eine weitere Möglichkeit, mit Schimmelpilzsporen und Milbenkot besser zurecht zu kommen, bietet die Methode der Hypo- oder Desensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie (SIT) genannt. Hierbei wird versucht, durch langsam steigende Dosierung einer unter die Haut gespritzten Allergenlösung das irritierte Immunsystem wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Die Methode hat bei Pollen- und Insektengiftallergikern eine beachtliche Erfolgsquote von über 60 Prozent und wird seit einiger Zeit auch vermehrt bei Hausstauballergikern eingesetzt. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt auch nach dieser Möglichkeit.</p>
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		<title>Kontaktallergien (allergisches Kontaktekzem)</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 22:01:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>astrauch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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		<description><![CDATA[Was allgemein als Kontaktallergie bezeichnet wird, ist eine entzündliche Hauterkrankung (Ekzem) als überempfindliche Reaktion des Immunsystems auf den Hautkontakt mit einem die Allergie auslösenden Stoff, einem Allergen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was allgemein als Kontaktallergie bezeichnet wird, ist eine entzündliche Hauterkrankung (Ekzem) als überempfindliche Reaktion des Immunsystems auf den Hautkontakt mit einem die Allergie auslösenden Stoff, einem Allergen. Dieses Allergen ist an sich beim Hautkontakt nicht direkt gesundheitsschädlich, also nicht giftig oder krebserregend. Üblicherweise ist die allergische Reaktion bei einer Kontaktallergie exakt auf jene Hautpartien beschränkt, die mit dem Allergen direkt in Berührung waren oder sind. In der Einteilung verschiedener Allergieformen gehören Kontaktallergien zum so genannten Spättyp (Typ IV), da sich die allergische Reaktion verzögert, d.h. im Zeitraum von frühestens 12 bis zu 72 Stunden nach dem Kontakt mit dem auslösenden Stoff bemerkbar macht. Als Vermittler der allergischen Reaktion werden hierbei keine Antikörper gebildet; stattdessen wird eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, so genannte T-Zellen, aktiv.</p>
<div id="attachment_13662" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-13662" href="http://www.ihre-gesundheit.tv/koerper/kontaktallergien-allergisches-kontaktekzem/attachment/nickelring-grey59_pixelio-de/"><img class="size-medium wp-image-13662" title="Nickelring-Grey59_pixelio.de" src="http://www.ihre-gesundheit.tv/wp-content/uploads/2012/02/Nickelring-Grey59_pixelio.de_-e1327334850855-300x171.jpg" alt="" width="300" height="171" /></a><p class="wp-caption-text">nickelhaltiger Schmuck - Allergiegefahr!   Foto: Grey59/pixelio.de</p></div>
<p>Kontaktallergien kommen relativ häufig vor, hierzulande haben geschätzte 15 Prozent aller Menschen im Lauf ihres Lebens einmal mit diesem Allergietyp zu tun. Die Überempfindlichkeit gegen einen bestimmten Stoff (das Allergen) entwickelt sich mit der Zeit durch immer wiederkehrenden Kontakt, wodurch es irgendwann zu einer immunologischen Sensibilisierung kommt, bis sich allergische Symptome zeigen.</p>
<p>Mittlerweile sind eine ganze Reihe von Stoffen als potentielle Auslöser einer Kontaktallergie bekannt: Hierzu gehören vor allem Nickelverbindungen (Modeschmuck, Ohrringe, Piercings, Gürtelschnallen und -Nieten, Metallknöpfe, Brillengestelle, Reißverschlüsse, auch Gerüste von Zahnprothesen, Küchen- und Esswerkzeuge, Konservendosen und Münzen); auch manche Lebensmittel, etwa Nüsse, können Nickelspuren enthalten. Des weiteren können viele Inhaltsstoffe von Kosmetika (Haarfarben) und Reinigungsmittel, Lösungsmittel, Klebstoffe und Konservierungsstoffe beim wiederholten Hautkontakt allergieauslösend wirken. Typische Berufe, in denen Kontaktallergien häufig auftreten sind solche aus der Kosmetikbranche (Friseure, Stylisten), der Baubranche (Maurer, Fliesenleger, Maler / Lackierer), der Gebäudereinigung und auch das Bäckerhandwerk (es gibt tatsächlich Kontaktallergien gegen Mehl).</p>
<p>Die typischen Hautsymptome einer Kontaktallergie sind deutlich erkennbar: Rötung (oft von Juckreiz begleitet), Schwellung, Nässen, Quaddel- und Pustelbildung, später Schuppung und Verhornung. Wenn Sie derartige Symptome bei sich bemerken, ist der Gang zum Hautarzt (Dermatologe) geboten. Der Mediziner muss mit Ihrer Hilfe herausfinden, welche(r) Stoff(e) für die Ekzembildung verantwortlich sind. Hierzu erfolgt eine Befragung zur Vorgeschichte, also, mit welchen Stoffen man beruflich oder privat fortwährend zu tun hat und ob man noch an anderen Allergieformen leidet. Die sichere Bestimmung der vermuteten Allergene erfolgt mittels Aufbringen von Testpflastern auf die Haut, üblicherweise auf dem Rücken. Bei diesem so genannten Epikutantest sind die Pflaster mit allergenhaltigen Lösungen präpariert worden und müssen 48 bis 72 Stunden lang einwirken. Besteht tatsächlich eine Allergie gegen bestimmte Stoffe, zeigt sich genau im Bereich der entsprechenden Pflaster eine Hautreaktion. Ergänzend kann eine Blutuntersuchung gemacht werden, die anhand der Konzentration bestimmter Antikörper darüber Aufschluss gibt, ob eine Mischform mit anderen Allergietypen vorliegt.</p>
<p>Die akuten Symptome einer Kontaktallergie können mit Salben und Cremes, die Glucokortikoide bzw. Antihistaminika enthalten, gemildert werden. Besteht die Hautentzündung schon länger und zeigt entsprechende Hautveränderungen wie starke Schuppung und Verhornung, kommen nach Abklingen der Akutentzündung weitere Pflegepräparate zur Anwendung, um die Regeneration der betroffenen Hautpartien zu fördern. Der wichtigste Therapieansatz, um ein Wiederaufflammen der Entzündung zu verhindern besteht indes darin, das oder die Allergen(e) künftig konsequent zu meiden. Dies kann in manchen Fällen eine berufliche Neuorientierung erforderlich machen; oftmals lässt sich aber auch schon durch entsprechende Schutzmaßnahmen (Handschuhe, Eincremen, schonende Hautreinigung etc.) sowie ggfs. durch Verzicht auf unnötige Parfüme, Reinigungsmittel, Weichspüler und Desinfektionsmittel eine dauerhafte Beschwerdefreiheit erreichen.</p>
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		<title>Wirbelsäule</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 10:58:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jost Küster</dc:creator>
				<category><![CDATA[Körper]]></category>

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Definition
Aufbau / Funktion
Erkrankungen


Die Wirbelsäule, auch Rückgrat genannt, ist das zentrale Stütz- und Gestaltelement des menschlichen Skeletts. Sie trägt die Schädel- und Rippenknochen; darüber hinaus bildet sie an ihrem unteren Ende den Übergang zum Becken, welches die unteren Gliedmaßen hält. Außerdem schützt sie die in ihrem Inneren [...]]]></description>
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<div class="koerper">
<div id="tabs">
<ul>
<li><a href="#tabs-1">Definition</a></li>
<li><a href="#tabs-2">Aufbau / Funktion</a></li>
<li><a href="#tabs-4">Erkrankungen</a></li>
</ul>
<div id="tabs-1">
<p>Die Wirbelsäule, auch Rückgrat genannt, ist das zentrale Stütz- und Gestaltelement des menschlichen Skeletts. Sie trägt die Schädel- und Rippenknochen; darüber hinaus bildet sie an ihrem unteren Ende den Übergang zum Becken, welches die unteren Gliedmaßen hält. Außerdem schützt sie die in ihrem Inneren verlaufenden Nervenstränge des Rückenmarks.</p>
</div>
<div id="tabs-2">
<p>Die Wirbelsäule mit ihren insgesamt 33 Knochen, den Wirbeln, lässt sich anatomisch in fünf Sektionen aufteilen: Sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel, fünf Lendenwirbel sowie fünf Kreuz- und vier Steißbeinwirbel. Die Wirbel der drei erstgenannten Sektionen sind einzeln aufgehängt, während die Wirbel von Kreuz- und Steißbein miteinander verwachsen und unbeweglich sind.</p>
<p>Jeder Wirbel zeigt einen grundsätzlich gleichen Aufbau mit einem Wirbelkörper auf seiner Vorderseite sowie einem Wirbelbogen, der das Rückenmark mit den Nervenbahnen schützend umschließt. Aus dem Wirbelbogen zweigen die seitlichen und hinteren Wirbelfortsätze ab, an denen Bänder und Muskel sitzen. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern sitzen zur Stabilisierung und Stoßdämpfung Knorpelplatten &#8211; die Bandscheiben, nebst Bändern aus Fasergewebe.</p>
</div>
<div id="tabs-4">
<div id="accordion2">
<h3><a href="#">Bandscheibenvorfall</a></h3>
<div>
	Unter diesem Begriff versteht man eine Erkrankung an der Wirbelsäule, bei welcher Bestandteile der Bandscheibe, jenes knorpelartigen Pufferelementes zwischen zwei Wirbelkörpern, aus dem eigentlichen Zwischenraum austreten und auf den benachbarten Nervenstrang (die vom Rückenmark abgehenden Spinalnerven) drücken – seltener auch auf des Rückenmark selbst. Dies ist zumeist mit heftigen Schmerzen verbunden.</p>
<p>	Die Bandscheiben (23 davon hat der Mensch) sind elastische Verbindungselemente zwischen zwei Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Bei Belastungen fungieren sie als federnde Puffer, die Stöße und Erschütterungen abfangen. Im Laufe eines langen Tages mit vielen typischen Belastungen werden die Bandscheiben immer mehr zusammengedrückt, um sich bei längerem entspannten Liegen (also zumeist währen des Nachtschlafs) durch Aufsaugen von Flüssigkeit aus dem umliegenden Gewebe wieder zu regenerieren. Sie bestehen aus Knorpelgewebe, genauer: Einem äußeren Faserknorpelring (Anulus fibrosus) und einem weichen, gallertartigen, innen liegenden Bandscheibenkern (Nucleus pulposus). Der Faserknorpelring ist mit einem vorderen und hinteren Längsband verbunden, das entlang der Wirbelsäule verläuft.</p>
<p>	Mit zunehmendem Alter können nun, bedingt durch erbliche Veranlagung oder Degeneration (Abnutzung), Risse in besagtem Faserknorpelring entstehen. Überlastung der Wirbelsäule durch langjähriges Heben schwerer Lasten, oft verbunden mit suboptimalen Bewegungsabläufen, verursacht eine Vorschädigung der Bandscheiben; hierbei wird die halbdurchlässige Membran, die für die Nährstoffversorgung des Knorpels und somit für die Aufrechterhaltung seiner Elastizität verantwortlich ist, beschädigt, mit der Folge, dass der Knorpel regelrecht vertrocknet &#8211; dieser Prozess kann sich über Jahre hin ziehen. Eine schwache, untrainierte Rückenmuskulatur kann die Entstehung eines Bandscheibenvorfalls zusätzlich begünstigen. Wenn nun der weiche Kern der Bandscheibe in die Risse dringt, verlagert er sich; er wölbt sich über die Ränder des Wirbelkörpers hinaus und nähert sich dabei den benachbarten Rückenmarksnerven. Bleibt der Faserring dabei intakt, liegt eine Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) vor; sie kann als Vorstufe des Bandscheibenvorfalls bezeichnet werden. Durchdringt der Gallertkern den Faserknorpelring komplett, spricht man von einem Bandscheibenvorfall (Prolaps). Sowohl die Vorwölbung als auch der Vorfall verursachen Schmerzen.</p>
<p>	Typischerweise betreffen Bandscheibenvorfälle den Bereich der Lendenwirbelsäule und hierbei zumeist den Raum zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel (etwa 90% der Fälle), seltener ist die Halswirbelsäule und ganz selten sind Brustwirbel betroffen. Neben heftigen Schmerzen kann ein Bandscheibenvorfall auch zu Sensibilitätsstörungen wie Taubheitsgefühl und Kribbeln, manchmal auch zu Lähmungssymptomen führen, die sich vom Lendenwirbelbereich bis hinunter in den Fuß erstrecken können. Bandscheibenvorwölbungen und -vorfälle in der Halswirbelsäule hingegen verursachen Schmerzen und Sensibilitätsstörungen in der Schulter, im Arm und in den Fingern. Bei jungen Menschen können prinzipiell die gleichen Beschwerden auftreten, allerdings sind es hier zumeist akute Verletzungen und Überbelastungen, die den Vorfall und somit die Schmerzen verursachen.</p>
<p>	Bei entsprechender Symptomatik sollte immer schnellstmöglich die Vorstellung beim Facharzt (Neurologe, Orthopäde) oder in der Notfallambulanz des nächsten Krankenhauses erfolgen, da nur mit Anwendung der verschiedenen bildgebenden Diagnoseverfahren (Röntgen und zusätzlich CT bzw. MRT) die genaue Lage der Schädigung und deren Ausmaß beurteilt werden kann.</p>
<p>	Eine erfreuliche Zahl aus der medizinischen Praxis: Etwa neun von zehn akuten Bandscheibenvorfällen sind heute konservativ behandelbar, also ohne chirurgischen Eingriff. Hierzu ist aber immer die aktive Mithilfe des Betroffenen erforderlich. Der behandelnde Arzt wird einerseits schmerzstillende und muskelentspannende Medikamente verordnen, andererseits konkrete Hinweise zur Ruhigstellung der Wirbelsäule mit konsequentem Vermeiden von ungesunden Belastungssituationen geben. Diese Schonphase, unterstützt durch Physiotherapie zur Kräftigung der Rückenmuskulatur, sollte vier bis sechs Wochen umfassen. Zeigt sich nach dieser Zeit keine deutliche Besserung der Beschwerden, kann eine Operation erforderlich sein – genauso wie in den selteneren Fällen, wo die Bilddiagnostik eine hohe Gefahr von dauerhaften Nervenschädigungen ergeben hat, so dass das auf den Nervenstrang drückende Knorpelgewebe schnellstmöglich operativ entfernt werden muss. Hierbei kommen heute vermehrt minimalinvasive Operationstechniken zur Anwendung, auch Lasertechnik oder chemisches Auflösen des Knorpelgewebes. Hier muss immer genau auf den Einzelfall abgestellt werden, da nicht jede Operationstechnik für jede Art und Lokalisation des Bandscheibenvorfalls gleichermaßen geeignet ist. Nach der Operation kann es im ungünstigen Fall zu einem erneuten Austreten von Knorpelgewebe (erneuter Bandscheibenvorfall) oder auch zu wucherndem Narbengewebe kommen, welches wiederum auf die benachbarten Nervenstränge drücken kann, so dass ein weiterer Eingriff erforderlich wird. Gerade auch nach einer Operation sollten Maßnahmen zur Rehabilitation wie Rückenschulung, Gymnastik und Muskeltraining immer Bestandteil des Behandlungsplanes sein.
	</p></div>
<h3><a href="#">Hexenschuss (Lumbago)</a></h3>
<div>
		Achtung, Begriffswirrwar: Das, was umgangssprachlich gern als „Hexenschuss“ bezeichnet wird, nämlich jener plötzliche, sehr heftige, stechende Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule, der über das Becken bis weit in die Beine ausstrahlen kann, ist keine eigenständig definierte Erkrankung, sondern lediglich ein Symptom bzw. eine Reihe typischer Symptome. Der Mediziner bezeichnet das Phänomen als (akute) Lumbago, Lumbalgie oder Ischias-Syndrom. Ausgelöst wird ein Hexenschuss meistens durch alltägliche, „falsche“, ruckartige Bewegungen wie Heben, Drehen, Bücken und Aufrichten, auch bei sportlichen Aktivitäten. Der Rückenschmerz im Lendenwirbelbereich ist bei Lumbago so heftig, dass viele Betroffene irrtümlicherweise einen Bandscheibenvorfall vermuten. Als Betroffener kann man sich oft nicht oder kaum noch bewegen und aufrichten; man nimmt eine gekrümmte Schonhaltung ein. Bereits die kleinste Rückenbewegung verursacht übelste Schmerzen – mit der häufigen Folge, dass sich zusätzlich die Rückenmuskulatur verkrampft.</p>
<p>		Wie aber kommt es zu dieser plötzlichen Schmerzattacke? In den meisten Fällen sind hierfür, wie der Mediziner sagt, <em>degenerative Veränderungen </em>der Lendenwirbelsäule die Verursacher. <em>Degenerativ</em> meint in diesem Zusammenhang „Abnutzung“ der ursprünglichen, gesunden Wirbelsäulenstruktur, so dass es leichter zum Verhaken bzw. Blockieren der kleinen Gelenke der Wirbelsäule kommen kann. Da sich im Bereich dieser Gelenke zahlreiche Bündel von Nerven- und Muskelfasern fasern befinden, sind Zerrungen und Blockierungen / Einengungen dieser Stränge Ursachen der starken Rückenschmerzen beim „Hexenschuss“. Der volkstümliche Begriff geht übrigens auf die altertümliche Vorstellung zurück, dass Krankheiten dem Menschen von übernatürlichen Wesen (etwa Hexen oder Elfen) mittels eines Pfeilschusses zugefügt werden.</p>
<p>		Auch wenn man sich im Akutfall freiwillig keinen Zentimeter mehr bewegen mag: Die genauen, individuellen Ursachen für den Hexenschuss müssen beim Arzt abgeklärt werden. Neben der Akutversorgung mit einer Injektion in die Rückenmuskulatur (schmerzlindernde, krampflösende und / oder entzündungshemmende Substanzen) wird der behandelnde Arzt zunächst erfragen, in welcher Situation (Bewegung) die Schmerzen aufgetreten sind und ob Ähnliches (etwa ein Bandscheibenvorfall) früher schon einmal vorkam. Des Weiteren wird gefragt, wo genau die Schmerzen lokalisiert sind, ob sie ins Gesäß und / oder ins Bein ausstrahlen und ob Blasen- oder Darmstörungen (Inkontinenz) aufgetreten sind. Der Arzt prüft auch das Gefühlsempfinden (Sensibilität), die Bewegungsfähigkeit (Motorik), die Reflexe und diverse Druckpunkte im Bereich der Wirbelsäule. Es geht darum, die (harmlosere) Nervenreizung von einem möglichen Bandscheibenvorfall und weiteren denkbaren Ursachen für die Schmerzen abzugrenzen. Gegebenfalls stehen für die genaue Abklärung sämtliche üblichen Diagnostikmethoden wie Röntgen, Ultraschall, Kernspin- und Computertomografie sowie die Laboruntersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Liquorpunktion) zur Verfügung.</p>
<p>		Die für den jeweiligen Fall bestgeeignete Therapie richtet sich direkt nach der genauen Ursache für die Schmerzen: Im Fall einer Wirbelblockade kann das so genannte <em>Einrenken</em> (Deblockierung) notwendig sein, um die normale Beweglichkeit der Wirbel wieder herzustellen. Derartige Handgriffe darf aber nur ein geübter Fachmann (z.B. ein Orthopäde) vornehmen. Wurde „nur“ ein Nervenstrang durch eine ungünstige Bewegung eingedrückt, reichen zur Therapie der Schmerzen häufig Bettruhe, Schonung und Wärme, unterstützt durch schmerzlindernde Medikamente, aus. Darüber hinaus sollte daran gedacht werden, mit gezieltem Training die Rückenmuskulatur insgesamt zu stärken; auch Akupunktur, Massagen und chiropraktische Behandlungen kommen in Frage. Ergibt die Diagnose, dass ein Bandscheibenvorfall besteht, sieht das Behandlungsspektrum anders aus, ggfs. wird eine Operation erforderlich. Zum Bandscheibenvorfall finden Sie hier auf dieser Plattform einen eigenen Artikel.
		</div>
<h3><a href="#">Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit)</a></h3>
<div>
			Unter diesem Begriff versteht man eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule, die zumeist in der Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter (so genannte Adoleszenzphase) auftritt; in diesem Lebensabschnitt ist die noch wachsende Wirbelsäule besonders anfällig für Fehlbildungen. Beim Krankheitsbild <em>Morbus Scheuermann </em>kommt es zur Bildung von Keilwirbeln, Verschmälerung der Bandscheiben und einer Wirbelsäulenverkrümmung, meist im Brustwirbelbereich (Ausbildung eines Rundrückens). Benannt ist das Leiden nach dem dänischen Orthopäden und Radiologen Holger W. Scheuermann (1877 – 1960). Die Erkrankung ist insgesamt recht häufig: Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 15 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Eine genaue Zahl hierzu ist schwer zu ermitteln, da der Übergang von der noch normalen Krümmung der Brustwirbelsäule nach hinten (Kyphose) zur krankhaften Veränderung fließend ist und somit häufig unbemerkt bleibt &#8211; auch deshalb, weil die Deformation häufig über lange Zeit keine Beschwerden verursacht. Bei den erfassten Fällen sind Jungen im jugendlichen Alter etwa viermal häufiger betroffen als Mädchen.</p>
<p>			Konkret verursacht werden die genannten Fehlbildungen durch Wachstumsstörungen des Knorpelgewebes, welches den knöchernen Kern der Wirbelkörper umgibt: Der Knorpel an der Vorderkante der Wirbelkörper wächst weniger stark als im hinteren Bereich, wodurch die typische Keilform entsteht. Dieses asynchrone Wachstum betrifft immer mehrere Wirbel gleichzeitig, zumeist im Bereich der Brustwirbelsäule, was zur Bildung eines Rundrückens führt. In selteneren Fällen sind Wirbelkörper im Bereich der Lendenwirbelsäule betroffen; hierbei zeigt sich eine auffällige Abflachung im unteren Rückenbereich, sozusagen das Gegenteil vom Hohlkreuz.</p>
<p>			Wie aber kommt es nun zu diesen Wachstumsstörungen der Wirbelkörper? Hier unterscheidet die Medizin zwischen äußeren Ursachen (exogene Faktoren) und inneren Ursachen (endogene Faktoren). Zu den erstgenannten zählen häufige mechanische Be- und Überlastungen der Wirbelsäule, etwa bei verschiedenen Sportarten (Turnen!), aber auch falsche, einseitige Belastungen durch Heben und Tragen schwerer Lasten oder eine ungesunde, gekrümmte bzw. schiefe Sitzhaltung über Stunden (z. B. am Schreibtisch) bei gleichzeitig schwacher Rückenmuskulatur. Innere Faktoren für das Entstehen des Leidens sind etwa Erbanlagen, hormonelle Veränderungen (während der Pubertät) oder eine Störung im Stoffwechsel (Verarbeitung von Kollagen, einem wesentlichen Baustein von Knochen, Knorpel und Sehnen / Bändern).</p>
<p>			Da die Deformation unbehandelt in späteren Jahren zu erheblichen Beschwerden führen kann (chronische Schmerzzustände, Funktionseinschränkungen durch die fehlerhafte Wirbelsäulenstatik und Degeneration an den fehlbelasteten Wirbeln), sollte bei Verdacht auf eine solche Fehlbildung unverzüglich der Facharzt (Orthopäde) aufgesucht werden. Nach Befragung zur Krankenvorgeschichte (Belastungen der Wirbelsäule, Sitzgewohnheiten) wird der Arzt eine seitliche (transversale) Röntgenaufnahme der Wirbelsäule anfertigen, um die typischen Wirbelveränderungen (Keilform, Einlagerung von Bandscheibengewebe in die Wirbelkörper, Verengung der Wirbelzwischenräume) zu entdecken und den Grad der Verkrümmung bestimmen zu können.</p>
<p>			Behandelt wird eine Scheuermann-Verkrümmung bevorzugt konservativ: Solange das Längenwachstum noch nicht abgeschlossen ist bestehen gute Chancen, durch Physiotherapie (Krankengymnastik mit Training zum gezielten Aufbau der Rückenmuskulatur) und dem konsequenten Vermeiden von Fehlhaltungen und -Belastungen den Grad der Fehlbildung zu verringern. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, eine individuell angefertigte Orthese (Korsett) über einen Zeitraum von mehreren Monaten zu tragen, zu Behandlungsbeginn mindestens 20 Stunden am Tag, was später verringert wird.</p>
<p>			Eine Operation an der Wirbelsäule zur Behebung bzw. Verminderung der Deformitäten sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn die konservative Therapie erfolglos bleibt. Hierbei werden verschlissene Strukturen entfernt, z. T. durch Knochensegmente aus anderen Körperregionen ersetzt und einzelne Bereiche der Wirbelsäule mit metallenen Implantaten stabilisiert. Die Operation ist relativ aufwendig und mit Risiken behaftet; daher muss mit dem behandelnden Arzt im Einzelfall immer genau erörtert werden, ob der Eingriff insgesamt sinnvoll ist; im Zweifel kann das Einholen einer medizinischen Zweitmeinung sinnvoll sein.
			</p></div>
<h3><a href="#">Osteoporose (Knochenschwund)</a></h3>
<div>
				Dieser Begriff bezeichnet eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, die deren Mikrostruktur schwächt und letztlich zu einem großen Verlust an Knochensubstanz führt. Zwar ist eine gewisse Verminderung der Knochenmasse nach dem 40. Lebensjahr normal; bei Osteoporose jedoch ist dieser natürliche Knochenabbau verstärkt und ein ungesundes Missverhältnis zwischen dem immer noch stattfindenden Knochenaufbau und Knochenabbau entsteht. Menschen mit Osteoporose verlieren also viel mehr Knochenmasse als ein gesunder Mensch.</p>
<p>				Die Osteoporose kann in der Tat als Volkskrankheit bezeichnet werden: Allein in Deutschland sind etwa fünfeinhalb Millionen Menschen betroffen; vier Fünftel davon sind Frauen, bei denen sich das Leiden zumeist im höheren Lebensalter (nach der Menopause) manifestiert. Anders gesagt: Fast ein Drittel aller Frauen entwickeln im Alter eine Osteoporose.</p>
<p>				Der Mediziner unterscheidet die primäre Osteoporose von einer sekundären Osteoporose. Fast 95 Prozent der Betroffenen leiden unter der erstgenannten Form, deren genaue Entstehungsweise in den meisten Fällen unklar bleibt: Es wird ein Zusammenhang mit einer Mangelproduktion von Geschlechtshormonen (Östrogen, Testosteron) vermutet. Ferner wird noch zwischen der postmenopausalen (Typ 1) und der senilen (altersbedingten) Osteoporose (Typ 2, meist nach dem 70. Lebensjahr) unterschieden. Von dieser altersbedingten Osteoporose sind Frauen und Männer gleichermaßen betroffen. Die seltenere sekundäre Osteoporose wird unter anderem durch Stoffwechselstörungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder langjährige Medikamenteneinnahme (Kortison!) ausgelöst. Aus dem Gesagten ergibt sich die Empfehlung, dass zumindest jede Frau nach dem 40. Lebensjahr, spätestens mit der Menopause, einmal eine vorsorgliche Messung der Knochendichte durchführen lassen sollte.</p>
<p>				Das Tückische an Osteoporose ist die Tatsache, dass das Voranschreiten der Krankheit meist lange unerkannt bleibt: Betroffene bemerken zunächst lange nicht, dass sich ihre Knochensubstanz abbaut, sich die Knochendichte in erheblichem Maße vermindert. Wenn dann allerdings irgendwann Verformungen und Knochenbrüche, scheinbar ohne konkrete Ursache (Spontanfrakturen) auftreten, wird die Osteoporose schmerzhaft. Diese durch Osteoporose bedingten Knochenbrüche betreffen typischerweise einzelne Gelenke der Wirbelsäule (Wirbelkörper), den Hüftbereich (Oberschenkelhalsbruch) und den Unterarm (Speiche nahe am Handgelenk). Wirbelkörperbrüche verursachen eine Minderung der Körpergröße und können zur Ausbildung eines Rundrückens („Witwenbuckel“) führen. Die schmerzhaften Brüche schränken natürlich auch die Bewegungsfreiheit massiv ein &#8211; viele Betroffene sind nach längerer Erkrankungsdauer im Alltag auf fremde Hilfe angewiesen.</p>
<p>				Für die Diagnose der Erkrankung ist -neben der Befragung zur Vorgeschichte und einer körperlichen Untersuchung mit Beweglichkeitstest- vor allem die Messung der Knochendichte (Osteodensitometrie) von Bedeutung. Hierbei wird die aktuelle Dichte der Knochenstruktur mit speziellen Gerätschaften gemessen und der ermittelte Wert mit einem Referenzwert gesunder junger Menschen verglichen. Ergänzend können Ultraschall-, Röntgen- und Computertomographieuntersuchungen durchgeführt werden, auch die Entnahme einer Knochengewebsprobe zur Laboruntersuchung sowie Blut- und Urintests sind üblich.</p>
<p>				Der krankhaft vermehrte Abbau der Knochenstruktur kann zumeist nicht vollständig gestoppt und erst recht nicht komplett rückgängig gemacht werden; wohl aber ist eine günstige Beeinflussung des Krankheitsverlaufs möglich. Die Behandlung fußt auf den Säulen Ernährung, medikamentöse Therapie, Bewegung und Prävention. Zunächst einmal gilt es, die eigenen Ernährungsgewohnheiten so anzupassen, dass viel Kalzium (Milchprodukte, Gemüse wie Broccoli, Grünkohl etc.) aufgenommen wird; Kalzium ist ein Grundstoff für den Knochenaufbau, ergänzt werden muss die Kalziumzufuhr durch die Aufnahme von genügend Vitamin D, welches das richtige Einlagern des Baustoffs in die Knochensubstanz erst ermöglicht. Die täglich benötigte Dosis an Vitamin D kann der Körper zum größten Teil selbst bilden, wenn er genug Sonnenlicht abbekommt; ergänzend helfen Vitamin-D-Präparate. Weitere wirksame Medikamente, um den Abbau der Knochensubstanz aufzuhalten, sind Wirkstoffe aus der Gruppe der Bisphosphonate. Sie ähneln chemisch den körpereigenen Stoffen, die die innere Knochenstruktur bilden. Für manche Frauen kann auch eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen hilfreich sein. Der individuelle Alkohol- und Nikotinkonsum sollte signifikant zurück gefahren oder idealerweise ganz eingestellt werden.</p>
<p>				Ganz wichtig ist auch ein richtiges Maß an Bewegung (Spaziergänge, Fahrradfahren, ruhiges Schwimmen etc.) und sportlicher Aktivität (Krafttraining). Die hierbei auf die Knochen wirkenden Zug- und Druckbelastungen regen die Stoffwechselprozesse an, wodurch die Bildung neuer Knochenzellen stimuliert wird. Der letztgenannte Punkt der Behandlungsstrategie bei Osteoporose (Prävention) bedeutet, dass Personen mit fortgeschrittenem Knochenabbau ihr Lebensumfeld so gestalten sollten, dass potentielle Stolperfallen und Stoßkanten möglichst entfernt bzw. gemieden werden, um die krankheitsbedingt erhöhte Gefahr von Knochenbrüchen zu reduzieren.
				</p></div>
<h3><a href="#">Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung)</a></h3>
<div>
					Mit diesem Begriff bezeichnet der Mediziner allgemein eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule (aus dem Griechischen: <em>skolios</em> = krumm) mit gleichzeitiger Verdrehung einzelner Wirbelkörper. In den allermeisten Fällen (etwa 90%) lässt sich keine konkrete Ursache für die Deformation bestimmen, man spricht dann von einer <em>ideopathischen </em>Skoliose. Die übrigen 10 Prozent entfallen auf Ursachen wie angeborene Deformitäten der Wirbel, gestörte Nervenfunktionen, Muskel- oder Systemerkrankungen sowie Fehlbildungen in der Statik des Skeletts, etwa unterschiedlich lange Beine oder ein schief stehendes Becken.</p>
<p>					Die ideopathische Skoliose entwickelt sich meist während ausgeprägter Wachstumsphasen der Wirbelsäule, am häufigsten im Alter zwischen 10 und 14 Jahren; sie gilt daher als eine Wachstumsdeformität (von der Mädchen vielfach häufiger als Jungen betroffen sind), weil die Wirbelkörper in eine Richtung langsamer wachsen als in die andere. Dieses ungleichmäßige Wachstum einzelner oder mehrerer Wirbel verursacht deren Drehung (Torsion), die wiederum eine Verdrehung der gesamten Wirbelsäule bewirkt. Je schneller in dieser Zeit das Körperwachstum erfolgt, desto schneller nimmt auch der Grad der Fehlstellung zu. Im Ergebnis ist die Wirbelsäule seitlich nach rechts oder links verkrümmt. Da die krumm werdende Wirbelsäule in jungen Jahren meist keinerlei Beschwerden verursacht, wird die Deformation meist zufällig entdeckt, etwa durch die Eltern schulpflichtiger Kinder, durch einen Hinweis des Sportlehrers oder bei einer ärztlichen Routineuntersuchung.</p>
<p>					Skoliosen werden vom Arzt in verschiedene Kategorien unterteilt: Einmal nach der Stärke der Krümmung, die in Winkelgraden nach einer Definition des amerikanischen Orthopäden John Robert Cobb angegeben wird; dann nach der Lokalisation der Verkrümmung(en), genauer: Dem Wendepunkt der Hauptkrümmung. Liegt dieser im Brustwirbelbereich, wird die Deformation als <em>thorakale </em>Skoliose bezeichnet, im Lendenwirbelbereich als <em>lumbale </em>Skoliose. Daneben gibt es noch Mischformen, auch mit zwei Wendepunkten. Die nächste Unterscheidung betrifft die Richtung, in die die Verbiegung von der geraden Ideallinie abweicht: Geht die Krümmung, von hinten betrachtet, nach links, spricht man von einer <em>linkskonvexen</em> Skoliose, bei Rechtskrümmung lautet die Fachbezeichnung entsprechend <em>rechtskonvex</em>. Schließlich wird die Deformation, je nach dem Alter, in dem sie sich zeigt, noch in die Kategorien <em>infantile </em>(bis 3 Jahre), <em>juvenile </em>(4. bis 10. Lebensjahr) und <em>adoleszente </em>(ab 11. Lebensjahr) Skoliose eingeteilt.</p>
<p>					Besteht der Verdacht auf eine Verkrümmung der Wirbelsäule, ist der Facharzt für Orthopädie der richtige Ansprechpartner. Bei der Erstuntersuchung kann er schon durch bloßes Betrachten und Abstasten der Wirbelkörper die Art und Ausprägung einer Skoliose abschätzen. Zur genauen Diagnose kommt dann entweder eine Röntgenuntersuchung in zwei Ebenen in Betracht; wegen der Strahlenbelastung durch die großflächige Röntgenuntersuchung, deren Nutzen/Risiko-Verhältnis gerade in Wachstumsphasen sorgfältig abgewogen werden sollte, haben viele Orthopäden mittlerweile technisch aufgerüstet und bieten eine völlig ungefährliche, digitale Vermessung der Wirbelsäule auf Ultraschallbasis an. Diese Untersuchung ist indes nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten (so genannte <em>iGeL</em>- individuelle Gesundheitsleistung), so dass man mit einer Zahlung ab etwa EUR 70,00 aufwärts dabei ist. Zusätzlich kann eine Röntgenaufnahme der Handknochen erfolgen, aus der der Arzt ersehen kann, wie weit das Knochenwachstum bereits fortgeschritten bzw. wie viel Wachstum noch zu erwarten ist.</p>
<p>					Die Therapiemöglichkeiten zur Beseitigung oder Verminderung der Verkrümmung sind vielfältig und reichen von der Physiotherapie (Krankengymnastik) zur Stärkung der Rückenmuskulatur und Schaffung des Bewusstseins für eine gesunde Sitzhaltung über orthopädische Schuheinlagen und Stützkorsetts bis hin zur Operation der Wirbelsäule mit Versteifung einzelner Abschnitte zu deren Stabilisierung. Welche Maßnahmen in welcher Kombination und Abfolge nun die richtigen sind, ist ganz entscheidend vom individuellen Krankheitsbild abhängig. Generell gilt: Je länger das Wachstum der Wirbelsäule noch anhält, desto eher ist es auch möglich, den Verlauf der Skoliose günstig zu beeinflussen.
					</p></div>
<h3><a href="#">Spinalkanalstenose (spinale Stenose)</a></h3>
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Dieser Begriff (aus dem Griechischen <em>stenosi = </em>Verengung) bezeichnet ganz allgemein eine Einengung des Wirbelkanals der Wirbelsäule, in welchem das Rückenmark und die Rückenmarksnerven verlaufen. Oft steht eine solche Verengung in direktem Zusammenhang mit einem Bandscheibenvorfall (siehe den Artikel hierzu), nämlich als Folgeerscheinung.</p>
<p>Eine Verengung des Wirbelkanals kann in seltenen Fällen auch angeboren sein; zumeist jedoch entsteht sie durch alters- oder berufsbedingten Verschleiß im Bereich der Bandscheiben, der knöchernen bzw. der Bandstrukturen im Bereich der Lendenwirbelsäule, typischerweise zwischen dem 3. und 4. und / oder dem 4. und 5. Lendenwirbel. Die Folge ist eine Abklemmung der im Wirbelkanal verlaufenden Nervenwurzeln, die weiter hinunter durch das Becken in die Beine führen. Begleitet wird diese spinale Enge in einigen Fällen von einem meist ebenso verschleißbedingten Wirbelgleiten zwischen den genannten Lendenwirbeln, wodurch -neben der verschleißbedingten Enge- ein weiterer einengender Faktor durch den Versatz der beiden Wirbelkörper hinzu kommt. Weitere, seltenere Ursachen für eine spinale Stenose im Bereich der Lendenwirbel sind Frakturen (Brüche) der Wirbelkörper als Folge eines Unfalls oder aufgrund von Knochentumoren in diesem Bereich.</p>
<p>Während die stechenden Rückenschmerzen bei einem akuten Bandscheibenvorfall dauernd vorhanden sind und die Betroffenen meist unverzüglich einen Arzt aufsuchen, kann sich die verschleißbedingte Einengung des Wirbelkanals im höheren Lebensalter langsam entwickeln, mit nur zeitweilig bzw. situationsabhängig (bei Belastung, etwa beim längeren Gehen) auftretenden Missempfindungen in den Beinen (Taubheitsgefühl, Kribbeln, Lähmungssymptome) und Schmerzzuständen. Der Volksmund kennt hier den Begriff der „Schaufensterkrankheit“, wenn Betroffene nach einer gewissen Gehstrecke immer wieder innehalten müssen, bis sich die Schmerzen etwas vermindert haben. Um nicht als jemand mit erheblichen gesundheitlichen Problemen aufzufallen („Geht´s Ihnen nicht gut?“) tun viele Betroffene bei den erzwungenen Gehpausen so, als würden sie die Auslagen eines Schaufensters betrachten, sofern sie sich denn tatsächlich durch eine Geschäftsstraße bewegen. Der Mediziner nennt dieses Symptom <em>Claudicatio spinalis</em>, lateinisch für „wirbelsäulenbedingtes Hinken“.</p>
<p>Wenn nun ein Betroffener beim Arzt vorstellig wird und über situationsabhängig wiederkehrende Schmerzen in den Beinen und / oder dem unteren Rückenbereich berichtet, muss zunächst geklärt werden, ob nicht vielleicht eine Durchblutungsstörung der Beine (<em>vaskuläre</em> Claudicatio) für die Beschwerden verantwortlich ist; die Symptome sind ähnlich, die Therapiewege jedoch verschieden. Der Arzt wird die Symptomatik sowie die Krankenvorgeschichte genau erfragen, um dann mittels der bildgebenden Untersuchungsverfahren (Röntgen, CT, MRT), einer Myelographie (Einbringen von Kontrastmittel in den Wirbelkanal) sowie einer neurologischen Untersuchung die Diagnose zu stellen.</p>
<p>						Ergeben die Untersuchungen eine mechanische Instabilität der Wirbelsäule, bedingt durch unterentwickelte bzw. unzureichend trainierte Muskulatur, kann diese durch entsprechende, gezielte Gymnastik stabilisiert werden, um die Instabilität und ihre Folgen zu verbessern. Begleitend können Maßnahmen zur Schmerztherapie eingesetzt werden; dies ist oft schon deshalb notwendig, um eine effektive Trainingsarbeit überhaupt erst möglich zu machen.</p>
<p>						Zu den nichtoperativen (konservativen) Behandlungsmethoden gehört neben der Schmerztherapie die Physiotherapie (Krankengymnastik) mit so genannten <em>entlordosierenden</em> Übungen. Dabei werden Haltungen eingenommen und erlernt, die den Wirbelkanal erweitern und den Druck auf das Rückenmark verringern. Ein entsprechendes Stützmieder hilft zusätzlich. Führt die konservative Behandlung zu keiner durchgreifenden Besserung, sollte ein Operation besprochen werden; hier gibt es mehrere Verfahren, wie etwa das minimalinvasiv durchgeführte Einsetzen von Abstandshaltern (Spacer) zwischen zwei Wirbelkörper oder das Stabilisieren des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts mit Metallimplantaten. Die mikrochirurgische Dekompression (Entlastung) der spinalen Stenose ist eine OP-Methode, bei der genau jene Strukturen entfernt werden, welche auf die Nervenstränge drücken. Welche Operation die richtige ist, hängt vom individuellen Krankheitsbild ab und muss daher im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt erörtert werden. Bei korrekter Durchführung zeigt sich rasch eine deutliche Besserung der Beschwerden, besonders der belastungsbedingten Schmerzen in den Beinen. Da die geschilderten, chronischen Beschwerden für die Betroffenen meist eine starke Einschränkung der Lebensqualität darstellen, sollte mit einer Operation, sofern die Indikation „passt“ und die Prognose günstig ist, nicht unnötig lange gewartet werden.
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		<title>Harnblase</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 10:58:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jost Küster</dc:creator>
				<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Harnblase ist ein Hohlorgan, das mittig im Beckenbereich vor dem Mastdarm liegt. Sie speichert die von den Nieren abgespaltene Restflüssigkeit (Urin), bevor dieser durch die Harnröhre ausgeschieden wird. Ihr maximales Fassungsvermögen beträgt beim Erwachsenen je nach Körpergröße zwischen 900 – 1500 cm³, wobei die männliche Blase i.d.R. etwas größer als die weibliche ist.]]></description>
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<div class="koerper">
<div id="tabs">
<ul>
<li><a href="#tabs-1">Definition</a></li>
<li><a href="#tabs-2">Aufbau / Funktion</a></li>
<li><a href="#tabs-4">Erkrankungen</a></li>
</ul>
<div id="tabs-1">
<p>Die Harnblase ist ein Hohlorgan, das mittig im Beckenbereich vor dem Mastdarm liegt. Sie speichert die von den Nieren abgespaltene Restflüssigkeit (Urin), bevor dieser durch die Harnröhre ausgeschieden wird. Ihr maximales Fassungsvermögen beträgt beim Erwachsenen je nach Körpergröße zwischen 900 – 1500 cm³, wobei die männliche Blase i.d.R. etwas größer als die weibliche ist.</p>
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<div id="tabs-2">
<p>Die menschliche Harnblase (Vesica urinaria) ist ein im unteren Bauchraum auf dem Beckenboden aufliegendes Hohlorgan, das dem Zwischenspeichern des kontinuierlich von den Nieren über die Harnleiter zufließenden Urins dient, bis dieser durch eine im Normalfall bewusst gesteuerte (willentliche) Entleerung ausgeschieden wird. Ihr Fassungsvermögen beträgt beim Erwachsenen um die 300-500 ml, eine prall gefüllte Blase kann manchmal auch mehr als einen Liter Urin enthalten. Äußerlich besteht die Harnblase aus vom Bauchfell bedeckten, gut verschiebbaren Bindegewebe mit darunter liegender, netzartiger Muskelschicht. Ihr Inneres ist mit mehrschichtiger Schleimhaut (Urothel) ausgekleidet.</p>
<p>Die Form der Harnblase variiert mit ihrem Füllungsgrad: Eine leere bis mäßig gefüllte Blase zeigt eine Schalenform, die bei zunehmende Füllung zu einer sich nach oben in den Bauchraum ausdehnenden Kugel wird. In die Oberseite der Harnblase münden die von den Nieren kommenden Harnleiter. Bei steigendem Füllgrad werden die ins Innere der Blase herein ragenden Endstücke der Harnleiter abgeknickt, was ein Zurückfließen des Urins verhindert. Die leicht trichterförmige Unterseite der Harnblase (Blasenhals) bildet den Ausgang bzw. Übergang zur Harnröhre. Dort befinden sich ein innerer und äußerer Schließmuskel (Sphinkter). Während der innere durch das vegetative Nervensystem gesteuert wird und somit nicht willentlich beeinflussbar ist, ermöglicht der äußere Schließmuskel durch kontrolliertes An- und Entspannen eine Entleerung zum gewünschten Zeitpunkt.</p>
<p>Sensoren des Nervensystems signalisieren dem Gehirn schon ab etwa 80 ml Inhalt eine Füllung der Blase, starker Harndrang stellt sich ab einem Füllgrad von etwa 300 ml ein, bei Erkrankungen (Reizung, Infektion etc.) auch früher.</p>
</div>
<div id="tabs-4">
Ständiger Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen sind typische Symptome für eine akute, durch eingedrungene Bakterien verursachte Blasenentzündung (bakterielle Zystitis). Frauen sind hiervon aufgrund ihrer Anatomie (kürzere Harnröhre) wesentlich häufiger betroffen als Männer. Eine Laboruntersuchung des Urins schafft schnell Klarheit. Durch Gabe der richtigen Antibiotika heilt die Erkrankung meist innerhalb weniger Tage aus, wobei reichliches Trinken und Warmhalten des Unterbauches den Heilungsverlauf unterstützen. Unbehandelt besteht die Gefahr, dass sich die Infektion über die Harnleiter weiter in die Nieren ausbreitet (Nierenbeckenentzündung). Von dieser unkomplizierten Verlaufsform müssen die chronische bzw. wiederkehrende Blasenentzündung und die nicht durch Bakterien ausgelöste Entzündungsform (interstitielle Zystitis) unterschieden werden.</p>
<p>Ähnliche Symptome wie bei einer bakteriellen Blasentzündung bestehen beim Krankheitsbild der Reizblase, wovon hauptsächlich Frauen mittleren Alters betroffen sind. Die Diagnose „Reizblase“ wird gestellt, wenn kein anderer Krankheitsbefund des Organs feststellbar ist. Hier kommen hormonelle oder psychosomatische Ursachen in Betracht.</p>
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		<title>Geschlechtsorgane</title>
		<link>http://www.ihre-gesundheit.tv/koerper/geschlechtsorgane/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 01:17:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Unterkörper]]></category>

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		<description><![CDATA[Die inneren Geschlechtsorgane -dies sind Hoden, Nebenhoden und die Prostata samt Nebendrüsen beim Mann sowie Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter bei der Frau- dienen zur Produktion und zum Transport von Samen- bzw. Eizellen, Hilfsstoffen und Hormonen sowie der Einnistung einer befruchteten Eizelle. Sie werden entsprechend auch Reproduktionsorgane genannt.]]></description>
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<div class="koerper">
<div id="tabs">
<ul>
<li><a href="#tabs-1">Definition</a></li>
<li><a href="#tabs-2">Aufbau / Funktion</a></li>
<li><a href="#tabs-4">Erkrankungen</a></li>
</ul>
<div id="tabs-1">
<p>Die inneren Geschlechtsorgane -dies sind Hoden, Nebenhoden und die Prostata samt Nebendrüsen beim Mann sowie Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter bei der Frau- dienen zur Produktion und zum Transport von Samen- bzw. Eizellen, Hilfsstoffen und Hormonen sowie der Einnistung einer befruchteten Eizelle. Sie werden entsprechend auch Reproduktionsorgane genannt.</p>
</p></div>
<div id="tabs-2">
<p>Die weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane (Organa genitalia) des Menschen, auch als primäre Geschlechtsmerkmale bezeichnet, haben die Funktion, die unmittelbare Fortpflanzung zu ermöglichen. Hierbei wird zwischen äußeren und inneren Geschlechtsorganen unterschieden. Entsprechend werden die äußeren Geschlechtsorgane von Mann und Frau (Penis und Vagina) auch als Sexual- oder Begattungsorgane bezeichnet.</p>
</p></div>
<div id="tabs-4">
<div id="accordion2">
<h3><a href="#">Brustkrebs (Mammakarzinom)</a></h3>
<div>
<p>Von Brustkrebs spricht der Mediziner bei bösartigen Veränderungen des Brust(Drüsen)gewebes. Brustkrebs ist hierzulande die häufigste Krebserkrankung der Frau (mit etwa 60.000 registrierten Neuerkrankungen jährlich) und die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Doch auch Männer können an Brustkrebs erkranken, was jedoch in der Praxis viel seltener vorkommt: Nur etwa eine von hundert Brustkrebserkrankungen betrifft einen Mann, meist erst im höheren Lebensalter.</p>
<p>	Die Gesamt-Sterblichkeitsrate (Letalität) für alle Brustkrebsvarianten liegt gegenwärtig im Durchschnitt bei etwa 35 Prozent. Diese Zahl mag einerseits ermutigend erscheinen, da sie scheinbar aussagt, dass mittlerweile zwei Drittel aller Brustkrebspatienten die Erkrankung langjährig überleben; andererseits sagt dieser statistische Wert leider überhaupt nichts über die Prognose für jeden Einzelfall aus, und jede Krebserkrankung ist einzigartig, wenn man die Fülle an möglichen Varianten (Tumorformen, Entdeckungsstadien, individuelle körperlich-seelische Verfassung, Therapiemöglichkeiten und  Kombinationen) betrachtet. Das auch nur ansatzweise ausführliche Darstellen dieser Formen- und Behandlungsvielfalt bei Brustkrebs würde den Rahmen dieser Kurzübersicht bei weitem sprengen. Daher ist die vertrauliche Erörterung jedes Einzelfalls mit einem (auch mehreren) Fachmedizinern der beste Weg, zu einer realistischen individuellen Prognose zu kommen.</p>
<p>	Die genauen Vorgänge, die letztlich dazu führen, dass das Drüsengewebe der Brust entartet, sind noch nicht exakt bestimmt. Es sind mittlerweile aber einige Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs bekannt: Neben -wie immer- Alkohol- und Tabakkonsum sowie Übergewicht scheinen ein früher Beginn der Regelblutungen sowie ein später Beginn der Wechseljahre ein erhöhtes Brustkrebsrisiko darzustellen. Des Weiteren nennt die Fachliteratur eine späte erste Schwangerschaft (als „spät“ wird hier ein Zeitpunkt jenseits des 30. Lebensjahres definiert) oder gänzliche Kinderlosigkeit als begünstigende Faktoren, ebenso wie eine dauerhaft fettreiche Ernährung und eine Einnahme von Präparaten mit weiblichen Hormonen über einen längeren Zeitraum. Auch eine prinzipiell gutartige Verdichtung des Brustdrüsengewebes (Mastopathie) birgt ein höheres Risiko für das Entstehen von Brustkrebs. Etwa fünf Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind erblich (genetisch) bedingt. Wenn es in der Familiengeschichte bereits Fälle von Brust- oder Eierstockkrebs gegeben hat bzw. gibt, kann es sinnvoll sein, sich auf entsprechende Erbgutveränderungen (BRCA-1 und BRCA-2) testen zu lassen. Bitte mit dem Arzt Ihres Vertrauens besprechen.</p>
<p>	Da Brustkrebs im frühen Stadium meist keine Schmerzen oder andere körperliche Beschwerden verursacht, kommt der Erkennung von Auffälligkeiten durch regelmäßige gründliche Selbstuntersuchung der Brust so große Bedeutung zu. Etwa 80 Prozent aller Brustkrebserkrankungen werden hierzulande von den Patientinnen durch Abtasten, Erkennen und Benennen von Anomalien selbst entdeckt. Im Internet finden sich zahlreiche bebilderte Anleitungen zur richtigen Vorgehensweise, auch der Facharzt zeigt gern, wie man die Selbstuntersuchung durchführt – am besten jeden Monat zur selben Zeit. Das Spektrum der ärztlichen Untersuchungen reicht von der Röntgen- und Ultraschalluntersuchung der Brust sowie der benachbarten Lymphknoten im Bereich des Schlüsselbeins und der Achselhöhlen (Mammografie, Sonografie) über Gewebeentnahmen (Biopsie) bis zur Magnetresonanztomografie (MRT). Die labortechnisch analysierten Gewebeproben geben nicht nur Aufschluss darüber, ob tatsächlich entartetes Gewebewachstum vorliegt, sondern auch, um welche genaue Art von Brustkrebs es sich handelt und ob bzw. wie weit der Brusttumor bereits in andere Körperregionen gestreut hat (Metastasierung), denn exakt danach richtet sich auch die Kombination und Reihenfolge der möglichen Therapien. Die Behandlung besteht standardmäßig aus den Komponenten Operation, Bestrahlung, Hormon- und Chemotherapie – die Art, Reihenfolge und Intensität sowie der nachhaltige Erfolg der Therapiekombination sind jedoch absolut vom individuellen Fall abhängig. Relativ neu ist die medikamentöse Immuntherapie, bei der synthetisch hergestellte Abwehrstoffe des Immunsystems eingesetzt werden, um bestimmte Formen von Tumorzellen gezielt anzugreifen. Die operative Totalentfernung der Brust ist heute nur noch selten erforderlich; operationsbedingte Deformierungen lassen sich mittels plastisch-ästhetischer Chirurgie beheben.</p>
<p>	Wichtig ist die gewissenhafte Nachsorge mit zunächst quartalsmäßigen, späten halbjährlichen Untersuchungen, um einem Wiederauftreten des Brustkrebses (Rezidivbildung) bestmöglich vorzubeugen. Zur Wiederherstellung des körperlichen Wohlbefindens, seelischen Gleichgewichts sowie der vollen Belastbarkeit nach einer derart schweren Erkrankung gehört natürlich auch das ganze Programm der Anschlussheilbehandlungen (heute: Reha, früher: Kur). Vieles davon zählt nach wie vor auch zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Fragen Sie hartnäckig nach.</p>
</div>
<h3><a href="#">Hodenkrebs (Hodenkarzinom)</a></h3>
<div>
<p>Hierbei handelt es sich um malignes (bösartiges) Zellwachstum in einem (nur ganz selten in beiden) Hoden des Mannes. Zwar gilt Hodenkrebs hierzulande als seltene Krebserkrankung; es werden jedes Jahr etwa 4.000 Fälle neu registriert. Dennoch ist Hodenkrebs bei jungen Männern zwischen 15 und 40 Jahren die häufigste Krebsform. Ein erstmaliges Auftreten nach dem 40. Lebensjahr ist untypisch und selten. Die allermeisten Hodentumore entstehen aus Keimzellgewebe (denn die Hauptaufgabe der Hoden ist ja die Produktion von Samenzellen, den männlichen Spermien). Der Mediziner unterscheidet beim Hodenkrebs, ob das entartete Gewebe seinen Ursprung allein in den Keimzellen hat (Seminom) oder ob ein Mischtumor verschiedener Gewebearten vorliegt (Nichtseminom). Dies ist von Bedeutung, da sich die Therapiewege für beide Tumorformen unterscheiden.</p>
<p>	Warum genau es zur Entartung des Hodengewebes kommt, ist, wie bei den meisten Krebsformen, noch unklar. Es gilt jedoch als gesichert, dass der so genannte Hodenhochstand (Maldescensus testis) ein Risikofaktor für die Entstehung von Hodenkrebs ist; bei dieser pränatalen Fehlbildung ist entweder ein Hoden nicht in den sich ausbildenden Hodensack eingewandert sondern in der Leistengegend verblieben, oder ein Hoden wandert je nach Körperhaltung / Belastung zwischen der Normallage und der Leistenlage hin und her (Pendelhoden). Neben dem Hodenhochstand scheint es auch ein genetisch bedingtes Risiko zu geben, da vielfach über eine familiäre Häufung von Hodenkrebserkrankungen berichtet wird.</p>
<p>	Eine auffällige Veränderung der Hoden lässt sich meist schon im Frühstadium durch Abtasten selbst entdecken. Gut geeignet hierfür sind stressfreie Situationen in körperwarmer Umgebung, wenn die wärmeregulierende Muskulatur des Hodensacks vollkommen entspannt ist, also etwa während oder nach einem Wannenbad, nicht aber nach kalter Dusche. Normalerweise hat man(n) ein gutes Gefühl dafür, wie die gesunden Hoden beschaffen sind und sich anfühlen. Wenn Sie jedoch eine ungewohnte Vergrößerung bzw. Verhärtung sehen und ertasten können oder der leichte Druck Missempfindungen (Ziehen, leichter Druckschmerz) verursacht, sollten Sie Ihre Beobachtung beim Facharzt für Urologie (der manchmal auch schon die inoffizielle Zusatzbezeichnung „Männerarzt“ führt, um auf seinen Arbeitsschwerpunkt männerspezifischer Erkrankungen hinzuweisen) abklären lassen. Der Arzt tastet den verdächtigen Bereich ab, durchleuchtet den Hodensack mit einer speziellen Lampe (Diaphanoskopie) und führt eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durch. Erhärtet sich hier der Verdacht, dass eine bösartige Wucherung vorliegt, wird eine Gewebeprobe aus dem Hoden entnommen (Biopsie), Mit der mikrobiologischen Untersuchung dieser Probe lässt sich sicher bestimmen, ob und welche Art eines Hodentumors vorliegt. Bei bestätigtem Verdacht erfolgen auch noch Blutuntersuchungen auf das Vorhandensein spezieller Eiweiße (sog. Tumormarker), die auf mögliche Tochtergeschwülste (Metastasen) in entfernten Körperregionen hinweisen. Zeigen sich Tumormarker, schließt sich das große bildgebende Untersuchungsprogramm für den ganzen Körper (Röntgen, CT, MRT etc.) an.</p>
<p>	Die Therapie richtet sich individuell nach Art und Stadium des Hodenkrebses. Wenn wir den günstigsten Fall betrachten, ist der Tumor allein auf den Hoden beschränkt, hat noch nicht ins Lymphsystem gestreut und keine entfernten Organe oder Knochen besiedelt. In aller Regel wird der behandelnde Arzt zur operativen Entfernung des betroffenen Hodens samt Nebenhoden und Samenstrang raten. Dabei bleibt die Zeugungsfähigkeit i.d.R. erhalten, da der zweite Hoden die Funktionen übernimmt. Bei der OP wird auch aus dem zweiten Hoden eine Gewebeprobe entnommen, um einen (seltenen) beidseitigen Befall auszuschließen.</p>
<p>	Die weitere Behandlung nach der OP hängt wiederum vom individuellen Fall ab: Wurde ein Hodentumor im Frühstadium entfernt, reichen oft regelmäßige Nachkontrollen in kurzen Zeitabständen aus, um eine eventuelle Neubildung (Rezidiv) zu entdecken. Bei Ausbreitung in die Lymphgefäße erfolgt zusätzlich eine Bestrahlung der relevanten Lymphbahnen und Lymphknoten, um die entarteten Zellen zu zerstören und so die weitere Ausbreitung zu stoppen. Bei Mischtumoren (Nichtseminomen), die nicht so sensibel auf eine Strahlentherapie reagieren, kommt schubweise eine abgestimmte Chemotherapie zur Anwendung, wobei mit den bekannten Nebenwirkungen (temporärer Haarverlust, Übelkeit, Störungen des Blutbildes und der Nierenfunktion etc.) zu rechnen ist. Hier hat es allerdings in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gegeben, so dass die Begleitsymptomatik bei richtiger Zusammenstellung nicht mehr so schwerwiegend ist wie früher.</p>
<p>	Verglichen mit anderen Krebsformen weist Hodenkrebs eine insgesamt günstige Prognose auf, bei im Frühstadium entfernten Tumoren liegt die Heilungsrate bei über 95 Prozent. Doch auch spätere Stadien mit Befall des Lymphsystems zeigen im Vergleich einen eher günstigen Verlauf. Bezüglich der Zeugungsfähigkeit und eines Kinderwunsches sollte vor der OP mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, ob eine Entnahme und Einlagerung von Sperma sinnvoll ist, um, falls nach Abschluss der gesamten Therapie doch eine Unfruchtbarkeit eintritt, durch eine künstliche Befruchtung Kinder bekommen zu können.</p>
</div>
<h3><a href="#">Klimakterium (Wechseljahre)</a></h3>
<div>
<p>
	 	Dieser Begriff bezeichnet keine Krankheit im medizinischen Sinne, sondern einen normalen Abschnitt im Leben jeder Frau: Die Übergangsphase von der vollen Geschlechtsreife zur Lebensphase des Alters, dem so genannten Senium. Die Dauer der Umstellungsphase, ihr Beginn und ihr Ende, kann im Einzelfall stark variieren. In der Fachliteratur wird eine mögliche Zeitspanne zwischen dem 40. und dem 70. Lebensjahr genannt. In den westlichen Industrienationen beginnt die Zeit des Klimakteriums meist um das 50. Lebensjahr herum und ist mit Ende 50 abgeschlossen.</p>
<p>		Was passiert in dieser Phase? Hauptsächlich eine Umstellung im weiblichen Hormonhaushalt, genauer: Eine Verminderung der Produktion weiblicher Geschlechtshormone, der Östrogene, die wiederum durch die nachlassende Aktivität der Eierstöcke bedingt ist. Die beiden Eierstöcke haben zu Beginn der geschlechtsreifen Zeit Abertausende Eibläschen (Follikel), hiervon reift jeden Monat eines zu einer reifen Eizelle heran, die dann in den Eileiter abgegeben wird (Eisprung), weitere Follikel sterben bei jedem Eisprung ab. Irgendwann um das 50. Lebensjahr herum sind in den Eierstöcken keine Eibläschen mehr übrig, die zu einer Einzelle heranreifen könnten. Da diese Follikel aber direkt für die Produktion der Östrogene verantwortlich sind, vermindert sich mit der Zahl der Follikel analog dazu auch die Östrogenproduktion. Es kommt dann zur letzten von den Eiproduktion gesteuerten Regelblutung, dieser Zeitpunkt wird als Menopause bezeichnet. Zuvor kommt es häufig zu Schwankungen im Monatszyklus hinsichtlich Zeitpunkt, Dauer und Intensität der Regelblutung, diese kann nochmals stärker oder kontinuierlich schwächer werden. Mit der letzten Blutung ist dann der fruchtbare Lebensabschnitt der Frau vorbei.</p>
<p>		Während nun die Östrogenproduktion zum Ende der fruchtbaren Zeit zurückgeht, versucht das Gehirn, diesem offensichtlichen Mangelzustand durch die vermehrte Ausschüttung so genannter Gonadotropine abzuhelfen – Gonadotropine sind ebenfalls Geschlechtshormone, welche die Follikelproduktion stimulieren sollen. Dieses Verschieben der Hormonbalance ist als Hauptgrund für die vielfältigen Beschwerden anzusehen, die mit der Phase des Klimakteriums einher gehen können, aber längst nicht bei jeder Frau auftreten. Hierzulande bilden Frauen im Klimakterium drei etwa gleich große Gruppen: Ein Drittel durchlebt diese Jahre ohne irgendwelche Beschwerden, ein weiteres Drittel hat nur zeitweilige bzw. leichte Wechseljahrssymptome. Das letzte Drittel verspürt so starke, anhaltende Missempfindungen, dass eine ärztliche Behandlung sinnvoll erscheint.</p>
<p>		Die typischen Wechseljahrsbeschwerden sind vielfältig und reichen von psychischer Labilität (Ruhelosigkeit, leichte Erregbarkeit) über Herzrasen, Hitzewallungen. Schwindelgefühle und nächtliche Schweißausbrüche bis zu vermindertem Sexualtrieb (Lustlosigkeit) und Energieverlust. Langfristig können auch ein signifikant erhöhter Blutdruck sowie Osteoporose (Brüchigwerden der Knochen) entstehen. Auch werden Haut und Schleimhäute mit der Zeit weniger elastisch.</p>
<p>		Wenn die Zeit des Klimakteriums Probleme bereitet, ist der Facharzt / die Fachärztin für Gynäkologie (Frauenheilkunde) der richtige Ansprechpartner. Mit einer Blutuntersuchung kann der aktuelle Hormonspiegel bestimmt werden; zusammen mit der körperlichen Untersuchung und der Angabe zum Zeitpunkt der letzten Regelblutung lässt sich zutreffend sagen, in welcher Phase der Hormonumstellung sich die Patientin gerade befindet.</p>
<p>		Starken Wechseljahrsbeschwerden kann durch die Einnahme von Hormonpräparaten entgegen gewirkt werden. Diese lindern zwar viele Symptome gut und dauerhaft, bergen aber auch Risiken wie ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder die Entstehung von Brustkrebs. In der Fachliteratur wird die Hormontherapie nach wie vor kontrovers diskutiert. Sprechen Sie daher mit dem Arzt Ihres Vertrauens und holen Sie ruhig noch eine Zweitmeinung ein, bevor sie eine derartige Hormontherapie beginnen. Bei bestimmten Vorerkrankungen (Krebs, Bluthochdruck, Allergien u.a.) kommt die Hormontherapie sowieso nicht in Frage. Leichtere Beschwerden lassen sich gut mit pflanzlichen Präparaten, die hormonähnliche Stoffe (so genannte Phytohormone) enthalten, in den Griff bekommen. Auch hier sollten Sie sich nicht einfach das am lautesten beworbene Mittel besorgen, sondern mit Ihrem Arzt abstimmen, welche Medikation im individuellen Fall die richtige ist. Auch mit einer generell gesunden Lebensweise (Stressvermeidung, regelmäßiger und ausreichender Schlaf, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung, Verzicht auf Rauchen und Alkoholmissbrauch) können Sie viel dazu beitragen, dass Sie die Wechseljahre möglichst beschwerdefrei durchleben.
	</p>
</p></div>
<h3><a href="#">Scheidenentzündung (Vaginitis, Kolpitis)</a></h3>
<div>
<p>
		  	Unter diesem Begriff fasst man die durch verschiedene Erreger (Bakterien, Viren, Pilze) verursachte Entzündung der Scheide zusammen, die zumeist Folge eines gestörten Gleichgewichts in der Zusammensetzung des Schutzmantels der Scheidenschleimhaut ist. Bei der gesunden, geschlechtsreifen Frau ist die Scheidenschleimhaut ständig von einem natürlichen Bakterienmix (Laktobakterien) besiedelt. Dieses sog. Milieu ist chemisch sauer (pH-Wert ca. 4) und schützt vor dem Eindringen von vielerlei Erregern. Eine Störung der gesunden Bakterienmischung wird als Dysbiose bezeichnet und kann vielerlei Ursachen haben. So kann die Störung durch das Eindringen einer großen Zahl von Erregern (etwa beim Geschlechtsverkehr) direkt verursacht werden und zur Entzündung führen (primäre Vaginitis), oder aber Folge von Medikamenteneinnahme (Antibiotika), mechanischen und chemischen Einflüssen oder verringerter Blutzirkulation im Scheidenbereich (Unterkühlung) sein. Wenn sich hieraus eine entzündliche Infektion entwickelt, spricht man von einer sekundären Vaginitis.</p>
<p>			Scheidenentzündungen sind insgesamt die häufigsten Erkrankungen der Geschlechtsorgane bei Frauen. Häufiger als Frauen im gebärfähigen Alter sind noch nicht geschlechtsreife Mädchen sowie ältere Frauen (nach der Menopause) betroffen; der Grund ist die noch nicht bzw. nur noch verminderte Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen, welches am Aufbau des sauren Schutzfilms der Scheidenschleimhaut maßgeblich beteiligt ist.</p>
<p>			Typisches Symptom einer akuten entzündlichen Infektion der Scheide ist eine vermehrte Schleimproduktion mit Ausfluss, der je nach Erregertyp unterschiedlich aussehen und (unangenehm) riechen kann. Hinzu kommen Mißempfindungen wie Ziehen, Brennen oder Juckreiz, verstärkt bei mechanischer Reizung. Die Infektion kann vom Inneren der Scheide auf den äußeren Schambereich übergreifen und auch hier zu Brennen und Jucken führen. Komplizierter wird es, wenn die Erreger auf den Gebärmutterhals übergreifen und es so zu einer schmerzhaften Entzündung von Gebärmutter, Eileiter und / oder Eierstöcken kommt.</p>
<p>			Da man als Betroffene nicht selbst feststellen kann, um welche Art von Erregern es sich bei der akuten Infektion handelt, sollte man nicht versuchen, mit irgendwelchen gerade vorrätigen Salben eine Besserung zu bewirken; richtig ist vielmehr der Gang zum Facharzt für Gynäkologie. Dort werden bei der Untersuchung des entzündeten Organs Proben (Abstriche) der Schleimhaut von verschiedenen Bereichen entnommen und zur mikrobiologischen Untersuchung ins Labor gesandt. Die ermittelte Art der Erreger gibt oft Aufschluss darüber, wie die Infektion entstehen konnte.</p>
<p>			Die Behandlung einer Scheideninfektion richtet sich nach dem im individuellen Fall gefundenen Erregertyp(en) und dem Umfang der Entzündung. So können Präparate zur lokalen Anwendung in der Scheide (als Zäpfchen oder Cremes) ebenso zur Anwendung kommen wie Tabletten und Injektionen. Zunächst geht es darum, mit dem jeweils passenden Antibiotikum bzw. bei Pilzbefall Antimykotikum die Erreger nachhaltig abzutöten. In einem zweiten Schritt muss der Wiederaufbau eines gesunden Scheidenmilieus unterstützt werden. Auch hierfür gibt es spezielle lokal anzuwendende Präparate mit Laktobakterien und Östrogen. Als natürliche Unterstützung können außerdem mit Joghurt getränkte Tampons appliziert werden. Ergibt die mikrobiologische Untersuchung, dass die ursächlichen Erreger mutmaßlich durch Geschlechtsverkehr übertragen wurden, ist es sinnvoll, dass sich der jeweilige Partner ebenfalls untersuchen und behandeln lässt, um eine erneute Infektion zu verhindern. Während der Behandlung sollten mechanische Reize der Scheideninnenwand durch Geschlechtsverkehr, aber auch durch Tampons oder Spülungen, möglichst vermieden werden.</p>
<p>			Das richtige Maß an Intimhygiene beugt einer Scheidenentzündung bestmöglich vor. Übermäßiger Chemieeinsatz (Spülungen, Intimsprays etc.) ist hierbei nicht vonnöten, da die natürliche Schutzfunktion der Scheidenschleimhaut an sich schon eine wirksame Barriere gegen das Eindringen von Krankheitserregern darstellt. Man sollte allerdings nicht so banale Dinge wie die Handhabung des Toilettenpapiers falsch machen, also den Intimbereich stets nur von vorn nach hinten reinigen. Beim Geschlechtsverkehr ist die Verwendung von Kondomen absolut zu empfehlen, besonders bei neuen oder häufig wechselnden Sexpartnern.
		</p>
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		<title>Herz</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 18:08:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jost Küster</dc:creator>
				<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Beitrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Das menschliche Herz ist ein Hohlorgan, welches vollständig aus Muskelgewebe besteht. Es liegt in der Mitte der Brusthöhle (Mediastinum) hinter dem Brustbein, wobei sich die untere kegelartige Zuspitzung nach links erstreckt. Linker und rechter Lungenflügel grenzen direkt an das Herz bzw. reichen teilweise darüber. Als permanent arbeitender Muskel pumpt es mit rhythmischen Kontraktionen das Blut durch den Körper und sorgt so für die Blutversorgung aller Organe und Gewebe. Alle höheren Tiere sowie der Mensch sind zum Leben auf diese Herzfunktion angewiesen.]]></description>
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<div id="koerperBack"><a href="http://www.ihre-gesundheit.tv/koerper/"><span id="koerperBackText">zur Körperübersicht</span><img title="zur Körperübersicht" src="http://www.ihre-gesundheit.tv/wp-content/uploads/2010/01/koerper_back.jpg" alt="" width="50" height="100" /></a></div>
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<div class="koerper">
<div id="tabs">
<ul>
<li><a href="#tabs-1">Definition</a></li>
<li><a href="#tabs-2">Aufbau / Funktion</a></li>
<li><a href="#tabs-3">Fehlbildungen</a></li>
<li><a href="#tabs-4">Erkrankungen</a></li>
</ul>
<div id="tabs-1">
<p>Das menschliche Herz ist ein Hohlorgan, welches vollständig aus Muskelgewebe besteht. Es liegt in der Mitte der Brusthöhle (Mediastinum) hinter dem Brustbein, wobei sich die untere kegelartige Zuspitzung nach links erstreckt. Linker und rechter Lungenflügel grenzen direkt an das Herz bzw. reichen teilweise darüber. Als permanent arbeitender Muskel pumpt es mit rhythmischen Kontraktionen das Blut durch den Körper und sorgt so für die Blutversorgung aller Organe und Gewebe. Alle höheren Tiere sowie der Mensch sind zum Leben auf diese Herzfunktion angewiesen.</p>
</p></div>
<div id="tabs-2">
<p>Das Herz des Erwachsenen wiegt etwa 300 bis 350 Gramm. Es ist von einem mehrschichtigen Beutel aus Bindegewebe (Pericard) umgeben. Dieser flexible Herzbeutel bietet einerseits Schutz vor Verletzungen des stark durchbluteten Muskels und sorgt andererseits für Halt und Struktur, da das Gewebe Verbindungspunkte mit den großen Gefäßwänden, dem Brustbein und dem Zwerchfell hat.<br />
		Beim gesunden, erwachsenen Menschen zieht sich das Herz im unbelasteten „Ruhezustand“ etwa 70x pro Minute zusammen, um sowohl Blut in seine Kammern zu saugen, als auch gleichzeitig weiter zu pumpen. Diese Herzfrequenz kann sich bei körperlicher Anstrengung, Erregungszuständen oder auch krankheitsbedingt mehr als verdoppeln. Im Laufe eines Tages kommen so etwa 100.000 Herzschläge zustande, wobei bis zu 10.000 Liter Blut das Herz durchfließen.<br />
		Schon etwa ab der 10. Schwangerschaftswoche ist beim Fötus eine eigene Herzfunktion erkennbar. Verantwortlich für die permanente Arbeit des Herzens ist die Reizleitung, das so genannte Reizbildungssystem oder, bildlich ausgedrückt, der „Zündfunken“ des Herzmotors. Vom zentralen Nervensystem gesteuert, entsteht in speziellen Zellen der Herzwand ein elektrischer Stromimpuls, der sich über die Herzmuskulatur ausbreitet und diese zur Kontraktion bringt. Die Häufigkeit (Frequenz) dieser Stromimpulse ist vom Menschen nicht willentlich beeinflussbar, sondern passt sich normalerweise automatisch der Belastungssituation an.<br />
		Der innere Aufbau des Herzens zeigt vier Kammern: Zwei dünnwandige Vorhöfe, die das venöse Blut erhalten, sowie zwei dickwandige (Haupt)Herzkammern, die das Blut unter Druck in die Arterien pumpen. Diese Struktur ergibt sich aus der aufwändigen Doppelfunktion des Herzens, das mit seinen Kontraktionen zwei Kreisläufe gleichzeitig unterhält: Den kleineren Lungen- sowie den größeren Körperkreislauf. Das gesamte venöse, sauerstoffarme Blut des Körpers fließt durch die obere und untere Hauptvene (Vena cava) in den rechten Vorhof und durch die geöffneten Herzklappen weiter in die rechte Kammer. Gleichzeitig füllen sich linker Vorhof und linke Kammer mit sauerstoffreichem Blut, welches im kleinen Kreislauf gerade die Lungen durchflossen hat. Die sofort darauf folgende, durch den elektrischen Impuls bewirkte Zusammenziehung (Kontraktion) des Herzens beginnt im Bereich der Vorhöfe, wodurch diese geleert werden, da das dort noch befindliche Blut weiter in die Herzkammern gedrückt wird. Die Kontraktion setzt sich in den Kammerwänden fort, wobei sich die Herzkappen zu den Vorhöfen schließen und gleichzeitig durch die Druckerhöhung die Klappen zur Lungenarterie (Pulmonalarterie) und zur Haupt-Körperarterie (Aorta) öffnen. Das Blut fließt unter Druck aus beiden Kammern in die jeweiligen Arterien ab. Der Herzmuskel entspannt sich wieder, wodurch neues Blut in die Vorhöfe nachfließen kann – der Zyklus beginnt von neuem.<br />
		Da das Herz ein permanent arbeitender Hochleistungsmuskel ist, hat es seine eigene Blutversorgung. Die sauerstoffreichen, zuführenden Blutgefäße des Herzens (Koronararterien) zweigen direkt von der Aorta ab.</p>
</p></div>
<div id="tabs-3">
<div id="accordion">
<h3><a href="#">zur Zeit keine artikel zu diesem Thema</a></h3>
</p></div>
</p></div>
<div id="tabs-4">
<div id="accordion2">
<h3><a href="#">Angeborene Herzfehler (AHF)</a></h3>
<div>
<p>Unter dem Begriff „Angeborene Herzfehler“ werden verschiedene Fehlbildungen oder Funktionseinschränkungen des Herzens oder der von dort ausgehenden großen Blutgefäße (Lungenarterie bzw. Hauptarterie / Aorta) zusammengefasst. Etwa acht von 1000 Neugeborenen kommen mit einer solchen Beeinträchtigung zur Welt, in Deutschland sind dies jährlich etwa 6000 Kinder. Schwerwiegende Symptome werden meist schon vor der Geburt oder in den ersten Lebenswochen diagnostiziert; mache Defekte zeigen sich indes erst später im Leben.</p>
<p>	Ein häufiger Komplex möglicher angeborener Herzfehler betrifft den Ausgang zur Lungenarterie, die Pulmonalklappe, so dass der Blutfluss aus der rechten Herzkammer in die Lunge beeinträchtigt ist:</p>
<p>	Bei einer Pulmonalatresie fehlen die drei Segel der Herzklappe oder können sich nicht richtig öffnen. Es besteht praktisch keine Verbindung zwischen der rechten Herzkammer und der Lungenarterie. Der Lungenkreislauf zur Sauerstoffanreicherung des venösen Blutes ist stark eingeschränkt. Stattdessen gelangt das sauerstoffarme Blut meist durch ein Loch in der Wand zwischen den beiden Vorhöfen des Herzens (Vorhof- oder Ventrikelseptumdefekt) direkt aus dem rechten in den linken Vorhof und weiter in die linke Herzkammer. Schließlich wird das sauerstoffarme Blut von dort erneut in den Körper gepumpt. Üblicherweise schließt sich dieses Loch kurz nach der Geburt. Bei Vorliegen einer Pulmonalatresie jedoch bleibt es dauerhaft offen.</p>
<p>	Unter dem Begriff Pulmonalstenose werden verschiedene Formen einer Einengung der Ausflussbahn von der rechten Herzkammer zur Lungenschlagader zusammengefasst. Als Folge muss das Herz mit stark erhöhter Kraft arbeiten, um den Lungenkreislauf des Blutes aufrecht zu erhalten.</p>
<p>	Die Fallot-Tetralogie, benannt nach dem französischen Mediziner Étienne Fallot, der dieses Krankheitsbild aus vier (griech.: tetra) Fehlbildungen des Herzens 1888 zuerst beschrieben hat, macht etwa 10 Prozent aller angeborenen Herzfehler aus. Die Komponenten sind die zuvor beschriebene Pulmonalstenose (Verengung der rechten Ausflussbahn), ein Ventrikelseptumdefekt (Loch in der Scheidewand, s.o.), eine Fehllage der Hauptschlagader (sog. Reitende Aorta) und eine Rechtsherzhypertrophie, womit ein abnormer Zuwachs der rechtsseitigen Muskelmasse des Herzens, verursacht durch die chronische Überbelastung, bezeichnet wird. </p>
<p>	Eine Transposition der großen Herzgefäße genannte Fehlbildung liegt vor, wenn sich Lungenschlagader und Hauptschlagader (Aorta) bei der Ausbildung des Herzens vertauscht entwickeln und somit die normale Funktion von großem und kleinem Blutkreislauf nicht gegeben ist: Die Kreisläufe sind nicht hintereinander, sondern parallel geschaltet. Im vorgeburtlichen Stadium wird dieser Defekt noch durch verschiedene natürliche Querverbindungen ausgeglichen, die sich jedoch bald nach der Geburt verschließen. Damit entsteht ein lebensbedrohlicher Zustand.</p>
<p>	Eine Reihe von Symptomen weist auf einen angeborenen Herzfehler hin: </p>
<p>	-	Blaufärbung von Haut, Lippen und Nagelbetten aufgrund des andauernden Sauerstoffmangels;<br />
	-	Bleiche, feuchtkalte Haut;<br />
	-	Antriebslosigkeit, Müdigkeit,<br />
	-	Kurzatmigkeit, Herzrasen, erschwerte Atmung,<br />
	-	Schwellungen im Bauch-, Knöchel- und Fußbereich.</p>
<p>	Die Therapie angeborener Herzfehler besteht zumeist aus einer operativen Korrektur der Fehlbildung(en), oftmals schon in den ersten Lebensmonaten. Bedingt durch das Wachstum der kleinen Patienten können später weitere Operationen erforderlich werden. Hierbei kommen mittlerweile verstärkt minimalinvasive Methoden zum Einsatz, bei denen die Belastung des Organismus durch die OP deutlich reduziert ist.<br />
	Ein häufig durchgeführter operativer Eingriff ist der Ersatz der Pulmonalklappe durch körpereigenes Gewebe oder Organe von Spendern. Neu ist hierbei die minimalinvasive Methode mittels Katheter, bei der die Risiken einer Operation am offenen Herzen (Öffnung des Brustkorbs, Anhalten des Herzens) entfallen.</p>
</div>
<h3><a href="#">Bradykardie</a></h3>
<div>
<p>Mit diesem Begriff bezeichnen Mediziner das Krankheitsbild einer dauerhaft oder wiederkehrend verlangsamten Herzschlagfrequenz. Hierbei sendet der „körpereigene Herzschrittmacher“ (der sog. Sinusknoten, ein Nervenstrang) nur unzureichende Kontraktionsimpulse an die Herzmuskulatur mit der Folge, dass der Organismus schon bei leichter körperlicher Aktivität nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird. Die Betroffenen verspüren dann Symptome wie Schwindel, Erschöpfung, Kurzatmigkeit und Engegefühl in der Brust. Auch Ohnmachtsanfälle kommen vor.</p>
<p>	An Ursachen für eine Bradykardie kommen in Frage:</p>
<p>	-	Erkrankungen des Sinusknotens (chronotrope Inkompetenz),<br />
	-	Blockierung der Erregungsleitung der Herzvorhöfe;<br />
	-	Angeborener Herzfehler oder natürlicher Alterungsprozess;<br />
	-	Vernarbung des für die Reizleitung relevanten Gewebes nach Herzinfarkt;<br />
	-	Langsames Vorhofflimmern (Bradyarrhythmie);<br />
	-	Einnahme bestimmter Medikamente (u.a. Betablocker und Digitalis).</p>
<p>	Der Facharzt (Kardiologe) bedient sich verschiedener Untersuchungsmethoden, um Art und Ausprägung einer Bradykardie festzustellen. An erster Stelle ist hier das Elektrokardiogramm (EKG) zu nennen, mit dem die elektrischen Impulse des Herzens in verschiedenen Belastungszuständen und auch über längere Zeiträume aufgezeichnet werden können. Ergänzt wird diese Untersuchung durch Verfahren wie Ultraschalluntersuchung, elektrophysiologischer Test (EPU) oder das Implantieren eines Herzmonitors.</p>
<p>	Die Therapie der Erkrankung besteht neben der Umstellung einer ursächlichen Medikation zumeist in der Implantation eines Herzschrittmachers. Dieser Minicomputer, ein elektrischer Impulsgeber, inzwischen meist kleiner und flacher als eine Streichholzschachtel, wird in der Nähe des Brustmuskels unter die Haut gesetzt. Eine oder zwei Elektroden (dünne isolierte Drähte) führen vom Gehäuse zur Muskulatur des Herzens. Der Schrittmacher wird vom Arzt genau auf die individuellen Bedürfnisse programmiert. Hierbei sind verschiedene Arbeitsweisen möglich: Sowohl das permanente Aussenden der „richtigen“ Herzimpulse als auch ein Standby-Betrieb mit ständiger Überwachung der Herzfunktion und Eingriff bei Bedarf, nämlich immer dann, wenn das Herz aus dem richtigen Takt gerät.</p>
</div>
<h3><a href="#">Herzklappenerkrankungen</a></h3>
<div>
<p>
	 Eine Fehlfunktion der Herzklappen betrifft in Deutschland nach Angaben der Deutschen Herzstiftung e.V. etwa 200.000 Menschen. Der normale Blutfluss des Herzens ist gestört. Neben bereits bei der Geburt vorhandenen Fehlbildungen (siehe hierzu auch die Beschreibung unter „Angeborene Herzfehler“) kann sich eine derartiges Krankheitsbild auch im Laufe des Lebens entwickeln. Grundsätzlich ist zwischen einer Verengung der Flussbahn (Stenose) durch Fehlbildung der Herzklappe und einer verminderten Schließfunktion (Insuffizienz) zu unterscheiden. An Ursachen sind hier zu nennen:</p>
<p>	-	Langzeitschaden als Folge einer Infektion oder Entzündung (Rheuma);<br />
	-	Degenerative Veränderung (Mineralablagerungen, „Verkalkung“) des Gewebes der Herzklappen;<br />
	-	genetische Veranlagung.</p>
<p>	Symptome, denen eine Herzklappenerkrankung zugrunde liegen kann, sind:</p>
<p>	-	Kurzatmigkeit, allgemein erschwerte Atmung, besonders nach körperlicher Anstrengung oder in Rückenlage;<br />
	-	Druck- oder Engegefühl in der Brust, bei körperlicher Anstrengung oder auch beim Einatmen kalter Luft im Freien;<br />
	-	Schwindel- oder Schwächegefühl schon bei normalen Aktivitäten (Gehen, Treppensteigen, Bücken und Lastheben etc.);<br />
	-	Herzklopfen oder Gefühl eines unregelmäßigen Herzschlags;<br />
	-	Wasseransammlungen mit Schwellung der unteren Extremitäten, im Tagesverlauf zunehmend.</p>
<p>	Diese Symptome können, müssen aber nicht alle vorhanden sein. Auch aus der Stärke der Beschwerden (leicht – deutlich) lassen sich keine direkten Rückschlüsse auf die tatsächliche Schwere der Erkrankung ziehen. Daher ist bei Auftreten der vorgenannten Symptome der Gang zum Spezialisten (Kardiologen) absolut geboten. Zur genauen Diagnose kommen folgende Untersuchungen in Frage:</p>
<p>	-	Röntgenaufnahme vom Brustkorb zur Sichtbarmachung von Anomalien;<br />
	-	Abhören der Herztöne;<br />
	-	Darstellung der Herzklappenfunktion durch Ultraschall (Echokardiogramm);<br />
	-	Elektrokardiogramm (EKG);<br />
	-	Magnetresonanztomographie (MRT, „Kernspin“) zur Abbildung des Herzinneren.</p>
<p>	Bei den Therapiemöglichkeiten, die hier in Betracht kommen, ist neben der unterstützenden Medikamentengabe grundsätzlich zwischen der operativen Herzklappenrekonstruktion oder dem Herzklappenersatz zu unterscheiden. Bei der erstgenannten Variante wird eine nicht richtig funktionierende Herzklappe durch den Eingriff wieder funktionsfähig gemacht. Scheidet diese Möglichkeit aus, wird der Arzt zum operativen Ersatz der fehlerhaften Herzklappe raten. Hierbei ist zunächst zu klären, ob als Ersatz eine Herzklappe eines menschlichen bzw. tierischen Spenders oder aber ein künstliches, aus technischem Material gefertigtes Mechanikelement zur Anwendung kommt. Beide Varianten haben spezifische Vor- und Nachteile.</p>
<p>	Nach wie vor ist die Herzklappenoperation ein schwerer operativer Eingriff am offenen Herzen mit zeitweiliger Stilllegung der natürlichen Herzfunktion und Aufrechterhaltung des Blutkreislaufs durch eine Herz-Lungen-Maschine. In letzter Zeit kommen bei bestimmten Arten dieses Eingriffs jedoch auch minimalinvasive Verfahren zum Einsatz.
	</p>
</p></div>
<h3><a href="#">Herzschwäche (Herzinsuffizienz)</a></h3>
<div>
<p>
		  Als Herz- oder Herzmuskelschwäche wird ein Zustand bezeichnet, in dem das Herz nicht (mehr) in der Lage ist, die für die normalen Körperfunktionen erforderliche Blutmenge in den Kreislauf zu pumpen. Es kommt zu einer Sauerstoffunterversorgung lebenswichtiger Organe.<br />
		Üblicherweise entsteht eine Herzschwäche nicht aus sich selbst heraus, sondern ist Folge anderer Erkrankungen des Herzens. Hier seien die koronare Herzkrankheit mit oder ohne Infarkt, chronischer Bluthochdruck, verschiedene Herzrhythmusstörungen oder ein Herzklappenfehler genannt. Die Herzschwäche geht irgendwann immer mit einer Reihe typischer Symptome einher, die einer genauen ärztlichen Abklärung bedürfen. Hierzu zählen:</p>
<p>		-	ständiges Erschöpfungsgefühl mit Kurzatmigkeit;<br />
		-	Schwellungen (Ödeme) der unteren Gliedmaßen;<br />
		-	vermehrter nächtlicher Harndrang;<br />
		-	Atemnot im Liegen, dadurch bedingte Schlafstörungen;<br />
		-	Husten mit schaumigem Schleim;<br />
		-	Appetitlosigkeit, geschwollener Bauch.</p>
<p>		Es ist generell zwischen einer linksseitigen, rechtsseitigen oder globalen Herzschwäche zu unterscheiden. Bei Erstgenannter zeigt sich vornehmlich ein Blutstau zurück in die Lungen mit den Symptomen Husten und Atemnot; bei rechtsseitiger Schwäche liegt der Blutrückstau vor allem in den unteren Gliedmaßen (Beine).</p>
<p>		Der Kardiologe (Facharzt für Herzerkrankungen) bedient sich verschiedener Diagnoseverfahren zur genauen Bestimmung von Art und Schwere der Erkrankung. Diese reichen von der klassischen Röntgenaufnahme des Brustkorbs über Ultraschalluntersuchungen (Echokardiogramm), EKG mit und ohne Belastungen (Fahrrad) bis hin zu Herzkatheteruntersuchungen zur Bestimmung der Druckverhältnisse (Koronarangiographie).</p>
<p>		Alle heute verfügbaren Therapien zielen darauf ab, die Ursache der Herzschwäche zu beseitigen. Neben Um- bzw. Einstellung risikobehafteter Lebensgewohnheiten (Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss, Abbau von Übergewicht, mehr Bewegung, weniger Kochsalzaufnahme, Stressabbau etc.) können Medikamente in der richtigen Kombination die Herzleistung günstig beeinflussen. Dies ist die Grundlage jeder Therapie. Ein implantierbarer Herzschrittmacher hilft bei verschiedenen Formen von Rhythmusstörungen. Liegt ein Herzklappenfehler oder eine koronare Herzkrankheit als Ursache der Herzmuskelschwäche vor, kommt die entsprechende Operation in Betracht.
		</p>
</p></div>
<h3><a href="#">Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt</a></h3>
<div>
<p>
			  Mit dem Begriff Koronare Herzkrankheit (KHK) werden Herzleiden bezeichnet, bei denen eine chronische Unterversorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut besteht, was langfristig zur Schädigung des Herzens führt.<br />
			Krankheitsursache sind Ablagerungen fetthaltiger, wachsartiger Substanz (sog. Plaque) an den Innenwänden der Arterien der Herzwand (Herzkranzgefäße), die irgendwann zur Verstopfung dieser Blutbahnen führen. So werden die betroffenen Bereiche des Herzmuskels immer weniger mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgt. Schmerzen im Brustkorb (Angina), Kurzatmigkeit und weitere Symptome treten auf. Die vollständige Blockade einer solchen Arterie der Herzversorgung kann zum lebensbedrohlichen Absterben von Teilen des Herzmuskels (Herzinfarkt) führen.</p>
<p>			Die Ausbildung von verstopften Herzkranzgefäßen kann sich über viele Jahre erstrecken; deutliche Symptome werden meist erst im fortgeschrittenen Stadium wahrgenommen, dann zuerst bei körperlichen Anstrengungen, später auch im Ruhezustand. Hier sind zu nennen:</p>
<p>			-	Engegefühl und / oder Schmerzen im Brustbereich (Angina);<br />
			-	Kurzatmigkeit, schnelle Erschöpfung bei körperlicher Aktivität;<br />
			-	Schwellungen im Waden- bzw. Fußbereich;<br />
			-	Schmerzen in Schulter oder Arm, meist linksseitig;<br />
			-	Bei Frauen auch oft atypische Symptome wie Rücken-, Kiefer- oder Bauchschmerzen, verbunden mit Übelkeit.</p>
<p>			Zwar ist eine gewisse Verhärtung der Arterien ein natürlicher Alterungsprozess, jedoch besteht eine Reihe von Risikofaktoren, die diesen Vorgang beschleunigen:</p>
<p>			-	Herzleiden in der Familiengeschichte;<br />
			-	Alter allgemein (Männer ab etwa 45, Frauen ab 55 Jahren);<br />
			-	hoher Blutdruck, Tabakkonsum, hoher Cholesterinspiegel (LDL);<br />
			-	bestimmte chronische Erkrankungen wie Diabetes;<br />
			-	Stress, Bewegungsmangel, Übergewicht;<br />
			-	bestimmte Arten der Bestrahlungstherapie im Brustbereich.</p>
<p>			Zur Diagnose der Koronaren Herzkrankheit ist der Facharzt für Kardiologie die richtige Adresse. Er verfügt über die spezielle Diagnosetechnik, die hier, abgestimmt auf Ihre Krankheitsgeschichte, Symptome und Risikofaktoren, zum Einsatz kommt. Das Spektrum reicht von der klassischen Röntgenaufnahme des Brustraumes über verschiedene EKG-Profile und Ultraschalluntersuchungen bis zum Computertomographen (CRT / MRT).</p>
<p>			Die mögliche Therapie der Koronaren Herzkrankheit reicht von medikamentöser Behandlung zur Linderung der Symptome und Verlangsamung des Krankheitsfortschritts über verschiedene Arten der  Bypass-Operation bis zu minimalinvasiven Eingriffen.</p>
<p>			Bei der üblichen Bypassoperation wird ein Stück verstopfte Arterie durch ein aus anderen Körperregionen entnommenes intaktes Arterienstück, welches als Umgehungsbogen implantiert wird, in ihrer Funktion wiederhergestellt. Hierbei wird zwischen der unter bestimmten Voraussetzungen möglichen Operation am schlagenden Herzen und dem Eingriff am stillgelegten Herzen unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine zur Aufrechterhaltung des Blutkreislaufs unterschieden.<br />
			Neben diesen klassischen Methoden sind in den letzen Jahren vermehrt minimalinvasive Verfahren der Bypassoperation entwickelt und erfolgreich praktiziert worden:</p>
<p>			-	Koronare / perkutane Ballon-Angioplastie. Hierbei wird ein kleiner luftgefüllter Hohlkörper zur Aufweitung der verstopften Arterie implantiert, so dass wieder ein normaler Blutfluss ermöglicht wird;<br />
			-	Stenting: Hier ist das Implantat ein kleines tunnelförmiges Gitternetz aus Edelmetall, der, einmal eingesetzt, den gleichen Effekt hat: Aufweitung der verschlossenen Arterie, Wiederherstellung der Blutzirkulation;<br />
			-	Mediane Sternotomie: Die zuvor beschriebene Bypassoperation am schlagenden Herzen ist inzwischen auch als minimalinvasiver Eingriff durchführbar. Hierbei erfolgt ein kleiner Schnitt im Rippenbereich, das Brustbein muss nicht durchtrennt werden.
			</p>
</p></div>
<h3><a href="#">Plötzlicher Herztod</a></h3>
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				 Der Plötzliche Herztod, symptomatisch auch als Kammerflimmern oder früher als Herzschlag bezeichnet, ist weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Allein in Deutschland sterben auf diese Weise weit über 100.000 Menschen, wobei Männer häufiger als Frauen betroffen sind.</p>
<p>				Bei dieser plötzlich und unerwartet auftretenden Funktionsstörung des Herzens geht der normale Herzrhythmus in ein unkontrolliertes, schnelles Pulsieren  (Flimmern) der Herzkammern über (250 und mehr Schläge pro Minute). Durch diese ineffektiven Kontraktionen werden lebenswichtige Organe nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt. Kann dieser Zustand nicht unverzüglich verändert werden, tritt innerhalb weniger Minuten der Tod ein. Ausgelöst wird die unkontrollierte Herzkammeraktivität durch Störungen im elektrischen Reizleitungssystem des Herzens. Hierfür sind verschiedene Ursachen möglich; in den meisten Fällen liegt bereits eine Schädigung des Herzmuskels vor (Koronare Herzkrankheit mit oder ohne Infarkt). In manchen Fällen verspüren die Betroffenen Herzrasen und Schwindelgefühle, wenn diese gefährlich schnelle Herzfrequenz auftritt. Die meisten verlieren indes so schnell das Bewusstsein, dass sie selbst nicht mehr Hilfe holen können.</p>
<p>				An Risikofaktoren, die ein solches Ereignis begünstigen, sind zu nennen:</p>
<p>				-	Patient hat selbst schon einmal einen Plötzlichen Herztod erlitten und überlebt;<br />
				-	Plötzlicher Herztod bei nahen Verwandten (familiäre Disposition);<br />
				-	Patient hat bereits einen oder mehrere Herzinfarkte (Myokardinfarkte) erlitten;<br />
				-	Herzschwäche (Herzinsuffizienz);<br />
				-	erhöhtes Risiko bei Leistungssportlern.</p>
<p>				Zur Beurteilung des individuellen Risikos führt der Facharzt (Kardiologe) verschiedene Untersuchungen durch, die auch zur Bestimmung weiterer Herzerkrankungen Anwendung finden: Die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiogramm), Darstellung der Reizleitung (Elektrokardiogramm EKG) in verschiedenen Belastungszuständen, Röntgenaufnahmen und / oder Herzkatheteruntersuchung.</p>
<p>				Die einzig wirksame Therapie des plötzlichen Herztodes ist die Zuführung starker elektrischer Impulse von außen (Defibrillation), um den Herzrhythmus wieder auf Kurs zu bringen. Das entsprechende Stromstoßgerät (Defibrillator) gehört zur Standardausstattung eine jeden Notarztteams und ist inzwischen auch an immer mehr öffentlichen Orten (Flughäfen etc.) zu finden. Die Zeit bis zum Eintreffen des Defibrillators muss durch Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen (Herzdruckmassage und Beatmung) überbrückt werden, um die Kreislauffunktion aufrecht zu erhalten. Ist eine Vorschädigung des Herzens mit entsprechend erhöhtem Risiko bekannt, besteht inzwischen auch die Möglichkeit, eine Miniversion dieses Gerätes ähnlich wie einen Herzschrittmacher unter die Haut zu implantieren. Im Unterschied zum normalen Herzschrittmacher, der ständig elektrische Impulse an die Reizleitung des Herzens abgibt, wird dieses Implantat nur dann aktiv, wenn tatsächlich ein lebensbedrohliches Kammerflimmern auftritt.
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<h3><a href="#">Tako-Tsubo-Syndrom (Stress-Kardiomyopathie)</a></h3>
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					  Dieser Begriff beschreibt eine keineswegs seltene, akute Funktionsstörung des Herzens, die wegen ihrer Symptomatik (starker Brustschmerz, Engegefühl, manchmal Bewusstlosigkeit) noch häufig für einen klassischen Herzinfarkt gehalten wird. Nach einer neuen deutschen Untersuchung sind etwa 7,5 Prozent aller Herzinfarktfälle tatsächlich Tako-Tsubo-Erkrankungen. Das Elektrokardiogramm (EKG) zeigt zwar infarkttypische Veränderungen, doch im Gegensatz zum Infarkt finden sich als Ursache keine verschlossenen Herzkranzgefäße.</p>
<p>					Der Name Tako-Tsubo bezeichnet einen bauchigen japanischen Tonkrug mit engem Ausgang, wie er dort früher zum Fischfang verwendet wurde. Als japanische Mediziner dieses Krankheitsbild Anfang der 90er Jahr erstmals beschrieben, gaben sie der Erkrankung diese sinnbildliche Bezeichnung.</p>
<p>					Die eigentliche Ursache dieser Verengung der linken Herzkammer ist noch ungeklärt, es wird jedoch eine starke Freisetzung von Stresshormonen als Auslöser vermutet. Betroffen sind fast ausschließlich Frauen im höheren Lebensalter (nach den Wechseljahren), die unmittelbar zuvor ein traumatisches Ereignis hatten (Unfall mit Schock, Todesnachricht etc.).</p>
<p>					Bezeichnend für die Erkrankung ist auch, dass sich das Herz bei richtiger Behandlung fast immer vollständig regeneriert. Die Todesfallrate aufgrund nachfolgender Komplikationen liegt bei etwa einem Prozent der Fälle. Die Akutbehandlung besteht aus intensivmedizinischer Überwachung mit unterstützender Medikamentengabe (Betablocker, ACE-Hemmer). Gleichzeitig sollte eine psychologische, Stress abbauende Betreuung der Patientinnen erfolgen.
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		<title>Bauchspeicheldrüse</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 21:56:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jost Küster</dc:creator>
				<category><![CDATA[Körper]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein keilförmiges, um die 15 cm langes Organ, das mit seiner Längsachse quer im Oberbauch hinter dem Magen liegt. Sie produziert die Verdauung fördernde Enzyme und Hormone.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="koerperImg"><img class="aligncenter" src="http://www.ihre-gesundheit.tv/wp-content/uploads/2010/01/bauchspeichel.jpg" alt="" width="580" height="500" /></div>
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<div id="koerperDef">Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein keilförmiges, um die 15 cm langes Organ, das mit seiner Längsachse quer im Oberbauch hinter dem Magen liegt. Sie produziert die Verdauung fördernde Enzyme und Hormone.</div>
<div id="koerperFunk">Die Drüsenzellen des Organs produzieren täglich zwischen 1,5 und 3 Liter Sekret, welches sich im zentralen Pankreasgang sammelt und in den Zwölffingerdarm abgeleitet wird. Das Sekret enthält verschiedene Enzyme, die die Nahrungsbestandteile chemisch aufspalten. Außerdem ist das Sekret alkalisch, um die zuvor in die Nahrung gelangte Magensäure zu neutralisieren, da diese andernfalls die empfindliche Darmschleimhaut schädigen würde. Ein weiterer, inselförmiger Zelltyp in der Bauchspeicheldrüse produziert die Hormone Insulin und Glukagon, die zur Regulierung des Energiestoffwechsels unerlässlich sind.</div>
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